Anstrengende Be-Zieh-Ungen? Nein, danke! // und andere Gedanken – wo ich heute mit mir stehe

Ich sehe den missbilligenden Blick noch vor mir, wenn ich mir die Haare habe sehr kurz schneiden lassen…“Soooo kurz???“

Ja, so kurz!

Ich bin kein Blondie wie die Mama, und ich mochte meine langen Haare bis zum Hintern, als ich Anfang 30 war ;).

Vorbei.

Seit meiner Rückkehr aus Frankreich im letzten Jahr hat sich enorm viel geändert. In mir, mit mir und in meinem Leben.

Das erste Mal geniesse ich eine Freiheit, die ich zuvor nie hatte. Erst war es meine Erziehung in den 60ern, den 70ern. Die Aufbäum-Phase Ende der 70er, dann die 80er…volles Programm mit allem, was das Leben zu bieten hatte ;).

Anfang der 90er bekam ich meine beiden wunderbaren Kinder…die Ehe mit dem Vater meiner Kinder scheiterte…an vielem. Vor allem aber an falschen Erwartungen. Beide „irgendwie“ zu jung für Kinder, obwohl ich zu dem Zeitpunkt der Geburt meines Sohnes schon 28 Jahre alt war. Dann die Geburt meiner Tochter knapp 2,5 Jahre später.

Ich wollte nie Kinder. Ich wollte frei sein, reisen. Ich wollte Schauspielerin werden oder mit dem Tanztheater Wuppertal durch die Welt reisen.

Kinder? Niemals! Also ICH auf jeden Fall nicht :))).

Das Universum hatte anderes mit mir vor. Und so wurde ich Mutter, trieb mich auf Spielplätzen rum, kümmerte mich um die Aufzucht meiner Mäuse. Ich kümmerte mich um „impfen-oder-nicht“, um Vollkorn-Brot und die Entscheidung, meine Tochter auf jeden Fall zuhause zu gebären und nicht im Krankenhaus wie meinen Sohn.

Danach folgten 20 Jahre, von denen ich heute wie auch vorher schon sagen kann:

  • es waren die besten Jahre meines Lebens

Ich trennte mich früh von dem Vater meiner Kinder, nahm noch ein Pflegekind auf und zog die drei allein groß. Immer „an der Schüppe“…noch eine Ausbildung gemacht, gekellnert bis in die Nächte, morgens um 6 ging der Wecker.

Alle drei sind gut geraten und gehen ihre Wege mit Erfolg. Es sind ihre Wege – ich konnte nur vorbereiten und vorleben.

Mein ehemaliger Lebenstraum von Bühne und Tanz, Schauspiel war dahin. Aber diese Entscheidung für die Kinder hatte ich nun mal getroffen. Eins geht nur…

Heute.

Im Dezember werde ich 55 Jahre alt. Noch eine gescheiterte Ehe mehr, aber davon lasse ich mich nicht beirren.

Ich habe sehr viel auf zwischenmenschlicher Ebene erlebt, andere auf anderen Ebenen. Mir war irgendwann in meinem Leben klar, daß meine Biografie auf gar keinen Fall gerade verlaufen wird. Spätestens im letzten Jahr hat sich das massiv bestätigt.

Ich habe mein geliebtes Zuhause verloren. Ich war mehrere Monate ohne eigene Wohnung. Ich habe wirklich an den basics gelebt ohne zu wissen, wie es weitergeht, weitergehen wird oder kann.

Aber ich habe Schritte gewagt, für die andere vielleicht niemals auch nur einen Fuß vor die Tür setzen würden.

Ich habe tiefsten Verrat und Angriffe erlebt – mit denen ich allerdings gerechnet hatte. Nichts davon hat mich wirklich an den Boden gebracht. Ich habe im letzten Jahr gelernt, mich nur und ausschliesslich auf mich und meine Intuition zu verlassen – sie hat mich niemals getäuscht, denn die Lügen und der Verrat waren abzusehen…ich wusste, was kommen würde, und es ist auch eingetreten.

Heute bin ich an einem Punkt – nach all den Verlusten – an dem mich nichts mehr auch nur in irgendeiner Weise aus der Bahn wirft. Meine Empathie und Hochsensibilität hat sich immer bewahrheitet. Mein totales Vertrauen in Menschen habe ich enormst zurückgefahren. Ich weiß heute sehr genau, wem ich vertrauen kann und wem auf gar keinen Fall; das habe ich lernen dürfen.

Ich rieche die Motivation von Menschen, Dinge so zu tun, wie sie sie tun meilenweit. Ich verlasse mich in erster Linie nur noch auf mich selbst. Ich weiß, wozu Menschen in der Lage sind, wenn sie Motivationen wie Neid, Eifersucht, Rache und sonstigen niederen Beweggründen folgen.

Mein Humor ist zurück – mein schütze-typischer Sarkasmus auch ;).

Menschen lesen zu können, ist nicht jedem gegeben. Mir war es immer gegeben, aber ich wollte dem nicht immer nachgeben. Ich habe zu oft das sog. Gute im Menschen gesehen. Ich wollte oft nicht glauben, daß Menschen zu dem fähig sind, was ich zwar gesehen, aber nicht glauben wollte.

Heute tue ich das. Die letzten Jahre bis aktuell zeigen mir, daß es Menschen gibt, die einfach aus niederen Beweggründen handeln – um jeden, aber IHREN Preis.

Jetzt geht es mir gut, sehr gut! Und ich sorge dafür, daß das so bleibt. Ich lebe so, wie ich es immer wollte. Ich habe ein wunderschönes Zuhause. Ich kann die Dinge so tun, wie ich sie will. Ich lebe meine Künstler-Seele endlich und in Gänze…meine Wohnung sieht mittlerweile aus wie ein Atelier…mein Leben ist bunt in jeder Hinsicht. Jeder, der herkommt, fühlt sich sauwohl, und ich liebe es, meine 53 qm immer wieder neu- und umzugestalten. Und im Leben würde ich keinem Menschen mehr gestatten, mir Vorschriften zu machen!

Viele fragen mich, wie ich das alles geschafft habe und wieder total in meiner Kraft bin. Es gibt nur ein Rezept dafür…es ist MEIN Rezept:

„Humor ist keine Gabe des Geistes, er ist eine Gabe des Herzens.‘‘ ~ Ludwig Börne
Wenn wir alle unserem Herzen folgen würden…was wäre dann?
Was würde in dieser Welt geschehen? Mord und Totschlag?
Nein, das glaube ich nicht.
Ich glaube, wenn jeder seinem Herzen folgen würde, dann wäre mehr Liebe in dieser Welt. Keine Konkurrenz mehr. Kein Neid, keine Eifersucht, kein Hass.
Wenn wir alle das tun würden, was unserem wahren Herzens-Impuls folgen würde, dann wären wir alle Schöpfer. Ich kann nur meinen Teil dazu beitragen, und das tue ich. Ich folge meinem Herzen, meinen Impulsen.
Liebe ist nicht das, was uns vorgegeben wird. Liebe ist nicht das, was uns irgendwelche Gurus oder unsere Erziehung vorgeben.
Liebe ist in erster Linie die Freiheit, andere kreiren und schöpfen zu lassen, was ihm auch immer in den Sinn kommt, und was allen dient.
„Liebe, was immer ist. Reise, wohin es Dich auch immer hinführt. Sei, was auch immer Du in diesem einen Moment glaubst, sein zu müssen.“ ~ Pantha Mahamati

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