Artikel zum Thema Narzissmus

Im folgenden führe ich hier selbst verfasste Artikel zum Thema Narzissmus auf. Sie erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit; dennoch sind sie aufgrund eigener und fremder Erfahrungen entstanden.

Die Artikel-Reihe wird fortgesetzt.

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 Der narzisstisch gestörte Mensch – ein Chamäleon

Vorab:

  • lieben kann der narzisstisch gestörte Mensch (Mann oder Frau) nicht – er meint es zu können, aber er kann es de facto nicht. Er meint auch, Gefühle zu haben (die ja nie gesehen oder gehört werden), aber die sind irgendwo über den Intellekt entstanden. Der narzisstisch gestörte Mensch hat seine Gefühlswelt aufgrund kindlicher und traumatischer Erfahrungen schlichtweg abgespalten bis abgeschaltet.

Er ist gefangen in sich, in seinem Sein, in seiner Gier nach Macht und Anerkennung, nach Bestätigung und seiner täglichen Dosis Applaus, seiner maßlosen Übertreibung in und mit allem und seinen verschiedenen Süchten.

Er ist gefangen in seinem eigenen inneren Gefängnis.

Da das aber alles keine wirkliche Freude macht, und man(n)/aber auch frau doch irgendwie an Beute kommen muss, die ihn „feiert“ und ihm die so lebensnotwendige Sicherheit durch Bewunderung gibt, werden sich u.a. die Eigenschaften einer an sich schönen Echsenart zu eigen gemacht:

  • dem Chamäleon

Wir alle kennen das Chamäleon, und wir alle kennen seine vorrangige Eigenschaft, sich perfekt an seine jeweilige Umgebung anzupassen.

In der afrikanischen Kosmogonie (die Beschreibung der zentralen Teile afrikanischer Mythen im Formenkanon) wird das Chamäleon mit dem Ursprung des Todes assoziiert und u.a. wie folgt beschrieben:

– „Das Chamäleon und der Ursprung des Todes

Der Tod kommt grundsätzlich mit dem Paradiesverlust in die Welt. Warum das so ist, wird im Mythos erklärt. Die Herrscher der Erde stritten sich bei den Xhosa, ob die Menschen, die bis dahin unsterblich waren, sterben sollten. Die eine Gruppe wollte den Menschen das Chamäleon schicken mit der Botschaft, dass sie unsterblich seien, die anderen wollten, die Eidechse sollte die Botschaft vom Tod überbringen. Das langsame Chamäleon erhält einen Vorsprung, schläft jedoch unterwegs ein und wird von der Eidechse überholt, die zuerst in die Residenz des Schöpfers im Himmel kommt und angibt, die Herrscher der Erde hätten beschlossen, dass die Menschen sterben sollten. Das Chamäleon kommt mit seiner Botschaft später, zu spät. Also gibt es seit der Zeit den Tod auf Erden und beide Tiere werden von den Menschen gehasst.“ (Quelle: Wikipedia)

Als Krafttier im Schamanismus steht das Chamäleon von seiner sog. dunklen Seite her für „…den raschen Wechsel seiner Farbe und damit der Anpassung an seine jeweilige Umgebung, Opportunismus, Ängstlichkeit und die Neigung, sich in den Hintergrund zu verziehen, statt sich zu zeigen.“ (Quelle: Jeanne Ruland // Krafttiere begleiten Dein Leben)

Wenn ein narzisstischer Mensch in unser Leben tritt, wird er sich IMMER unserem Sein, unserem Leben, unseren Gewohnheiten, Vorlieben und Abneigungen anpassen. Er (oder auch sie) gibt dem (zukünftigen Partner/der Partnerin) das (lovebombing-) Gefühl von

  • einzigartiger Nähe (die sie sonst mit niemandem hatten – natürlich nicht!)
  • einer (Art) Seelenverwandtschaft (wir zwei sind unschlagbar und DAS Team überhaupt!)
  • einer (Art) Symbiose, die aber eher einem Verschlingen und Absorbieren des Partners/der Partnerin auf die Dauer gleicht, um so uneingeschränkt auf die Quellen der narzisstischen Zufuhr zugreifen zu können

Das Herstellen dieser „Nähe“, „Symbiose“ und „Seelenverwandtschaft“ wird solange betrieben, bis sie sich ihres Opfers sicher sind und dem narzisstischen Menschen kaum noch entrinnen kann (wenn er oder sie nicht nachdenkt und schnellstmöglich die Flucht ergreift).

Die Anpassung eines Chamäleons wird also zielgerichtet eingesetzt.

So mag der narzisstische Mensch auf einmal Musik, die er vorher u.U. nie gehört hat, liest Bücher, die er vorher mehr als unspannend fand.

Ihm „gefallen“ Lebensumstände, die er vorher so nie oder zumindest nicht in Gänze gelebt hat oder sie bei seiner Ex „unmöglich“ fand.

Er teilt die Hobbies seiner Partnerin oder „bewundert“ sie für ihre Fähigkeiten, die er vorher bei seinen Partnerinnen „langweilig“ oder zumindest nicht wirklich spannend fand.

Möchte eine Frau einen „Softie“, so wird er in genau diese Rolle schlüpfen und sie mit „Samthandschuhen“ anfassen, sie sanft beturteln und sie anhimmeln.

Möchte die Frau eher einen „beinharten Underdog“…voila, schon steht der Narzisst mit seinem gesamten „Männer-Spielzeug“ vor ihrer Tür ;)…“Kuckst du meinen Makita-Koffer!“ :)))

Egal, ob „Stiefellecker“ oder „Rosen-Kavalier“, ob „weitgereister Mann von Welt“ oder „Kunst- und Literatur-Liebhaber“, ob „knallharter Kerl“ oder „Pantoffel-Tierchen“…was gefällt, wird geliefert. Hauptsache, sein Opfer springt auf ihn an und verfällt ihm möglichst schnell.

Wer einmal in den „Genuss“ gekommen ist, ein derartiges Verhalten anhand einer Reihe von Frauen in der Vita eines Narzissten anzuschauen, kommt aus dem Staunen nicht mehr raus :))). Da zeigt sich ein wahrer Tausendsassa – allzeit bereit, allumfassend interessiert und  sich durchaus auch für keinen noch so schlechten Geschmack zu schade ;).

Frauen (oder auch Männer), die sich das Verhalten ihres ehemaligen narzisstischen Partners ansehen und dabei leiden, wie er das neue Opfer umgarnt mit allem, was ihm/ihr zur Verfügung steht, sollten sich das Schauspiel am besten belustigt ansehen, denn:

  • es ist nicht das, was sie vorher bei den Frauen oder Männern nicht bekamen oder selbst geben konnten und bei der nächsten Frau/dem nächsten Mann dann schon – Angriff auf den Selbstwert, Achtung!

Es ist immer eine Farce, und zwar eine von vielen, vielen vorher und auch hinterher. Es ist niemals Liebe, Einzigartigkeit, Inklusivität (!). Es ist eine Lüge, ein Schauspiel, ein mehr oder weniger schneller Wechsel der Farben in Anpassung an seine/ihre Umgebung – u.a. damit sich der Narzisst nicht wirklich zeigen muss, wie er nämlich wirklich ist. Denn das weiß er ja selbst nicht (mehr).

Der Narzisst ist niemals wirklich er selbst – zumindest nicht in Augenblicken der „Jagd“, bis er ein neues Opfer gefunden hat. Das wahre Selbst kommt noch früh genug – spätestens, wenn nach und nach die Maske fällt.

Manchmal wird auch er „gefunden“…umso besser für ihn, das macht es ihm leichter, diese Frau (oder diesen Mann) schneller für sich zu gewinnen. Das o.g. abgespulte Programm des „Stiefelleckens“ wird er dennoch solange durchziehen, bis er sich seines Opfers sicher ist.

Ist der narzisstische Mensch gerade ohne Partner oder Partnerin, wird er an mehreren Stellen seine „Chamäleon-Köder“ auswerfen – irgendwann wird eine(r) anbeißen, da ist er/sie meist geduldig, und es gibt reichlich genug Männer und Frauen, die auf dieses Muster reinfallen. Mich übrigens eingeschlossen ;). Nur habe ich die Nummer hinter mir und weiß heute ganz genau, wie diese Menschen ticken. Ihnen ist nichts „heilig“ – sie nehmen, was sie kriegen können, denn sie brauchen dringend, was sie kriegen können:

  • die narzisstische Zufuhr

Daß diese Menschen sich am Stück selbst verraten und verkaufen, ist ihnen eventuell klar, aber schlichtweg egal. Die eigentliche Sucht nach SICHERHEIT und GESEHEN WERDEN, nach AUFMERKSAMKEIT und der Befriedigung ihrer MACHTGELÜSTE macht sie total käuflich. Sie sind sich nicht darüber im klaren, daß sie diejenigen sind, welche abhängig und stetig hungernd, süchtig durch die Weltgeschichte irren. Daß sie im Grunde zutiefst bedauernswert sind und armselig. Aber da sie diese Gefühle ebenfalls in sich abgespalten haben, werden diese dann – wenn die Jagd über das Einspinnen dann irgendwann in den Modus des „Entsorgens“ der Partnerin/des Partners wechselt – auf den jeweiligen Partner/die Partnerin projiziert. Das ist nur eine Frage der Zeit – aber es wird in jedem Fall passieren.

Wer verstanden hat, daß die „Chamäleon“-Strategie nur eine von vielen eines narzisstisch gestörten Menschen ist, kann irgendwann wirklich drüber staunen und lachen. Niemals sollte sich ein ehemaliger Partner darüber grämen, daß der oder die „Neue“ nun all das bekommt oder haben kann, was der ehemalige Partner/die ehemalige Partnerin nie mit dem Narzissten haben konnte.

Sie werden auch mit fast allen Partnern und Partnerinnen an die gleichen Urlaubsorte fahren – why not? Is´doch schön da? :))) Man kennt sich aus und kann sich da durch Orts- und Landkenntnis gleich um nochmal einiges mehr profilieren und sich damit der narzisstischen Zufuhr („Du bist so…toll…so belesen…so schlau…so blablabla) sicher sein.

Mein persönliches Fazit nach solchen Erfahrungen:

  • ja, es tut anfangs weh, aber es tut im Grunde nicht mehr weh, als schon die ganzen Erfahrungen während dieser…Beziehung (?) über
  • klar werden darüber, WAS da genau passiert an gestörtem Verhalten und das Wichtigste:
  • diese Verhaltensweisen haben NICHTS mit einem selbst zu tun – es ist die innere Armut des narzisstisch gestörten Menschen
  • ein wenig Mitgefühl mit der oder dem „Next“ haben…sie denken ja, sie wären nun die EINZIGEN…Seelengefährten, Nähe, Team und so ;). Nö, keine Sorge. Auch sie fallen irgendwann auf den harten Boden der Tatsachen, wenn sie merken, daß sie all das nicht sind. Und daß vor allem ihr sog. Seelengefährte nichts weiter ist als eine Luftpumpe, die sich für ein wenig Zuneigung und Zufuhr an den oder die nächste „verkauft“.

 

 

 

Der männliche Narzißmus oder „ich bin die Welt, und ich bin Gott“

  • „Der sehr narzißtische Mensch hat eine unsichtbare Mauer um sich erstellt; er ist alles, die Welt ist nichts – oder vielmehr: Er ist die Welt.“ ~ Erich Fromm

    Wer jemals mit narzißtischen Menschen zu tun hatte, wird wissen, daß es ein u.U. langer Leidensweg ist, sich aus dieser Umklammerung zu lösen, die fast von eiskalter Hand geführt wird.

Es gibt einige erhebliche Unterschiede zwischen weiblichem und männlichem Narzißmus. Zum Thema weiblicher Narzißmus gibt es hier eine Leseprobe aus dem entsprechenden Buch von Bärbel Wardetzki.

Der männliche Narzißmus hat für mich persönlich sehr verschiedene Gesichter, die nicht zwingend sofort als die typische NPS (narzißtische Persönlichkeitsstörung – ich werde bei der Abkürzung im Text bleiben) zu erkennen sind.

Gemeinsam sind allerdings vielen NPS`lern folgende Charakterzüge und Eigenschaften im Umgang mit anderen, vor allem den Menschen, die sie „haben“ müssen, um ihre NPS zu befriedigen und wie eine Zecke mit Blut zu versorgen, um letztlich niemals an ihre zutiefst sitzende Wunde der mangelnden Integrität und vor allem der frühkindlichen Kränkung ihres Egos zu gelangen:

– diese Männer sind nicht unbedingt schön im klassischen Sinne, aber können sehr charmant sein

– sie bemühen sich zumeist nur solange um die Frau, bis sie sie an ihrer Seite haben

– sie können sehr selbstsicher auftreten, oft sind sie aber eher die Männer, die in Frauen die weiche Herzensseite berühren

– sie sind meist sehr subtil und manipulativ im Umgang mit anderen

– sie sind sehr oft in Führungsetagen, in Selbstständigkeiten, wo sie andere Menschen delegieren können und damit unangreifbar sind (auch fachspezifisch)

– sie sind meist recht gebildet, um gerade auch im intellektuellen Bereich unantastbar zu sein

– sie kommen mit Männern meist nur dann zurecht, wenn sie diese als Vaterfigur sehen können oder als Untergebene. Oder wenn aufgrund ihrer Tätigkeit oder ihres Tätigkeitsfeldes eine rundherum sachliche Umgangsweise angesagt ist.

– mit Männern auf Augenhöhe fühlen sie sich in der Regel sehr unwohl

– sie haben immer ein ungesundes Verhältnis zu ihrer Mutter; entweder sie sind überverwöhnt worden oder wurden total vernachlässigt

– sie lassen fast zu 95 % eine Vaterfigur in ihrem Leben vermissen; entweder war der Vater emotional/mental zu schwach oder gar nicht präsent.

– sie ersetzen entweder schon in sehr jungen Jahren den Mann an der Seite ihrer Mutter, der nicht präsent ist oder

– sie setzen sich selbst an diese Stelle, weil niemand ihnen vorangestellt ist in der Reihenfolge der Familie

– sie sind emotional und in der Tiefe nicht erreichbar. Erreicht eine Frau sie dennoch – bewusst oder unbewusst – werden sie alles erdenkliche und in ihrem Verhaltensspielraum mögliche tun, um eine für sie emotional nicht mehr „bedrohliche“ Distanz zu schaffen. Das kann sich in verschiedenen Verhaltensweisen von immer wieder auftretenden Verletzungen oder aber auch fremdgehen, die Partnerin belügen, die Beziehung hintertreiben, torpedieren usw. geschehen. Für diese Männer ist nur eins wichtig: sie selbst

– sie sind überhaupt nicht in der Lage, sich in einen anderen Menschen hineinzuversetzen. Das Sprichwort: „Das Du nicht willst, daß man Dir tu´, das füg`auch keinem anderen zu“ ist für sie nur in der ersten Hälfte gültig. Sie fügen nämlich in unterschiedlichen Ausprägungen, Handlungsweisen etc. ihren Partnerinnen eine ganze Menge zu, was der Beziehung absolut abträglich ist

– sie wollen partout nicht hinterfragt werden und können sehr, sehr böse werden, wenn es doch jemand tut. Es gibt auch NPS`ler, die sich dieser Hinterfragung auf andere Art und Weise entziehen können, indem sie sich sehr anpassen

– sie neigen zu (unkontrollierten) Wutausbrüchen insbesondere dann, wenn die Welt im Außen anders als sie – da sie ja die Welt und auch im gewissen Sinne Gott sind – agiert, bzw. sie es haben möchten

– Widerrede dulden sie ebenso wenig und werden immer auf ihre Art und Weise sanktionieren

– auch da gibt es Ausnahmen: es gibt eben auch die NPS`ler, die selbst nicht „widersprechen“ oder eher für eine (falsche) Harmonie sorgen (möchten)

– Sexualität findet lediglich zu ihrer eigenen narzißtischen Bespiegelung statt. Sie sind zu tiefer Einlassung, Hingabe, wahrer Erotik, Zärtlichkeit, die den anderen meint und einer Auge-in-Auge-Liebe nicht fähig. Für die Partnerin ist das äußerst demütigend, denn sie empfindet sich selbst – und das zu Recht – für total austauschbar. Was sie letzlich auch ist, denn der NPS`ler „braucht“ nur sich selbst und seine Bespiegelung im Außen

– bei unterdrückter Sexualität nimmt das Verhalten eines NPS`lers zerstörerische Formen in seinem alltäglichen Verhalten an

– sie untergraben sehr gerne die Kompetenz ihrer nächsten Mitmenschen – auch das kann entweder subtil oder offen geschehen

– sie sind im Grunde immer machthungrig, auch, wenn sie sich im Außen als „kooperativ“ sehr gut verkaufen können (s. Manipulation)

– sie lügen – offensichtlich eher weniger, oft aber auch durch „nicht sagen“; oft führen sie ein Doppelleben, das unter Umständen jahrelang nicht von der Partnerin bemerkt wird

– sie tun nichts dazu, eine Beziehungsqualität zu verbessern, denn

– sie sehen zum einen nur sich und ihre Bedürfnisse und können so den anderen in seinen Bedürfnissen gar nicht wahrnehmen

– sie empfinden ihr Verhalten meist als gerechtfertigt; auch und gerade im Umgang mit Konflikten innerhalb einer Beziehung

– sie machen keine Fehler…natürlich machen sie welche, aber der Hinweis darauf in einer Partnerschaft kann böse „Sanktionen“ nach sich ziehen

– sie sind das in ihrer Welt (da sie ja die Welt selbst sind) eigens erstellte UPS (Alleinstellungsmerkmal), nach dessen Anweisungen, Vorstellungen und leider auch Begrenzungen sich die Umwelt zu richten hat

– sie sind in keinster Weise kritikfähig, vor allem nicht im emotionalen Bereich

– sie befolgen Regelwerke nur dann, wenn sie unbedingt müssen oder stellen Regeln für andere auf

– sie kommen u.U. auch mit dem Gesetz in Konflikt

– sie sind nur bei sich selbst zu „Mit-Leid“ fähig, dieses wird dann entweder still in sich hineingefressen oder nach außen demonstrativ vorgetragen

– sie ertragen es nicht, wenn ihre Partnerin „besser“ ist – sei es auf intellektueller Ebene oder auf der Ebene von einer höher gestellten Position. Die Ausnahme bilden hier die NPS`ler, die sich sehr über das Materielle definieren und sehr gerne auch eine Frau an ihrer Seite haben, die ein sehr gutes Einkommen hat

– sie können nicht fürsorglich sein. Die Kinder von NPS`lern haben meist selbst psychische Probleme in verschiedenen Ausprägungen: entweder sie werden sehr fürsorglich und empathisch mit anderen, gehen in sog. Heilberufe oder schneiden sich schon in sehr jungen Jahren von ihrem Gefühl ab. Oft erleben sie eine so große Frustration in ihren jungen Jahren, daß der narzißtische Vater nicht für sie erreichbar ist, daß sie irgendwann aufgeben und selbst bisweilen narzißtische Züge an den Tag legen oder durch ebenfalls Materielles, aber auch durch Drogenkonsum diesen frühkindlichen und nie erfüllten Mangel an väterlicher Liebe kompensieren müssen

– sie sind meist sehr „unspirituell“, bzw. einem Glauben (an was auch immer) verpflichtet. Sich auf den spirituellen Weg zu machen, würde bedeuten, daß diese Menschen sich irgendwann hinterfragen müssten. Und das vermeiden sie wie der Teufel das Weihwasser. Also stellen sie sich gleich mit Gott auf eine Stufe, besser noch ein bis zwei Stufen höher…das „immer-besser-sein-als-andere“

– sie können aber auch eine bestimmte Glaubensrichtung als Aushängeschild für ihre narzißtische Störung benutzen. Das kann sogar soweit gehen, daß ihr Umfeld wirklich der Meinung ist, der NPS`ler praktiziert in Tiefe diesen Glauben. Bei näherem Hinschauen aber erschließt sich schnell, daß auch das nur der „Politur“ ihres eigenen schimmernden Spiegels ist, um für das Außen – insbesondere für die angetane Damenwelt – gut dazustehen und dann das eigentliche Ziel zu verfolgen: durch die Partnerin eine Aufwertung für das eigene, sehr schwache und keineswegs integre männliche Selbstbild zu erfahren

– sie neigen zu Süchten unterschiedlicher Art. Das kann von Esssüchten, Spielsüchten, Alkohol- und Drogensucht bis hin zur Sexsucht, Pornosucht aber auch zur Sucht von Versachlichung jeglicher Gefühle gehen. Wie ich eingangs erwähnte: männlicher Narzißmus hat sehr viele Gesichter.

– sie sind meist sehr gepflegte Erscheinungen, was aber nicht immer so sein muss

– sie können sehr viel Wert auf ein entsprechendes Statussymbol wie ein großes Auto oder Motorrad legen, aber auch das muss nicht zwingend sein

Ich denke, das reicht aus, um den männlichen Narzißten als Frau ausmachen zu können.

Warum aber fallen Frauen auf solche Männer herein?

Da ich selbst in mehreren Beziehungen mit narzißtischen Männern war, kann ich nur für mich selbst sprechen:

– ich bin nun wahrlich kein „Mäuschen“, aber ich bin anpassungsfähig in einer Beziehung

– viele Eigenschaften treten nicht sofort und/oder nicht in der Massivität – weder quantitativ, noch qualitativ auf

– NPS`ler suchen sich instinktiv entweder ihnen unterlegene, in gewisser Hinsicht auch unerfahrene, aber auch sehr empathische Frauen aus. An der Stelle der empathischen Frau setzt für mich selbst der sog. Co-Narzißmus ein. Ich selbst bin mit narzißtischen Eltern groß geworden und habe sehr früh gelernt, wie ein feinster Seismograph auf ihre Stimmungen zu reagieren und meine Bedürfnisse nach ihnen auszurichten.

Genau dieses empathische Verhalten einer Frau ist das perfekte Pendant zum NPS`ler. Sie wird ihm den Rücken stärken, sie wird ihres meist hinten anstellen (um ihm seinen Erfolg zu ermöglichen), sich selbst mehr und mehr zurücknehmen.

Wenn diese Partnerin aber genau an obigen und gerade für den NPS`ler kritischen Punkten beginnt, das narzißtische Verhalten zu hinterfragen, sich dem zu widersetzen oder gar – oft aus einer langen Phase der zumindest depressiven Verstimmungen heraus – selbst in die Wut zu gehen über z.T. massive Verletzungen durch den narzißtischen Partner, dann ist die Trennung vorprogrammiert. Ab da beginnt dann meist der eh schon schwelende Kampf in den offenen Kampf überzugehen.

Spätestens hier zeigt der narzißtisch geprägte Mann dann sein wahres Gesicht, vor allem aber die im Zitat von Erich Fromm errichtete und eigentlich die ganze Beziehung über errichtete Mauer. Sie hat nur einen Unterschied: dann wird sie sehr deutlich sicht- und spürbar. Die Eiseskälte wird fühlbar.

Zwei Nachrichten zum Schluss. Die gute zuerst:

– wer sich als Frau aus einer Beziehung mit einem NPS`ler herausbegeben kann, ist gut dran. Solche Beziehungen können -leider aus Gründen der Selbsterkenntnis nur für die Partnerin – einen unglaublich hohen transformatorischen Wert haben!

– die schlechte Nachricht: eine narzißtische Persönlichkeitsstörung ist nach meinen Erkenntnissen und langen Jahren mit NPS`lern nicht heilbar. Denn sie sehen ihre Störung nicht, es sind immer oder meistens „die anderen“. In diesem Fall die Frauen. Selbst, wenn sie bisweilen einknicken, was eine gewisse Form von „Schuldanerkennung“ im eigenen Inneren betrifft (die oft dann erfolgt, wenn sie total mit dem Rücken zur Wand stehen und nicht mehr anders können), werden sie sich in den allermeisten Fällen für „gesund“ halten. Vor allem dann, wenn sie die Partnerin mit ihren Verhaltensweisen soweit instrumentalisiert haben, daß diese auch ihre Wut in jedweder Form zeigt. „Die hat sie doch nicht mehr alle!“ ist dann ein gern genommenes Argument für die eigene, seelisch-geistige „Gesundheit“.

Letztlich geht es als Lernaufgabe bei den Partnerinnen um vor allem eines: (wieder) in die Selbstliebe zu kommen, zuerst gut für sich zu sorgen und die eigenen Wahrheiten, Wert-, Moral- und Ethikvorstellungen nicht einem narzißtischen Weltbild zu unterwerfen.

 

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Psychopathen und Narzissten – warum die Bühne für diese Menschen jetzt besonders groß ist

Wenn wir an Psychopathen denken, dann kommen sicher den meisten von uns Bilder von Amok-Läufern, Serien-Vergewaltigern, Schlägertypen etc. in den Kopf.

Das ist aber nur eine Spezies dieser Persönlichkeitsstörung. Es gibt reichlich mehr davon in diversen Berufen, Ämtern, in der Politik und in sozialen Anbindungen, die zunächst und oberflächlich nicht darauf schließen lassen, daß diese Menschen psychopathische Züge in unterschiedlichen Ausprägungen in sich tragen.

Bei dem Begriff „Narzissmus“ fallen vielen Menschen sicherlich erst einmal „sich selbst gefallene und eitle Gockel“ ein, die absolut selbstgefällig durch ihr Leben gehen und nichts anderes, schon gar niemanden anderes neben sich auch nur im entferntesten ertragen können.

Auch das ist nur eine Seite dieser Persönlichkeitsstörung und für mein Gefühl auch die eher bekanntere an sich.

Da wir in einer Zeit leben, die wohl kaum mehr als aktuell – bedingt durch die Kriege in der Welt und die aktuelle „Flüchtlingskrise“ mit allen Auswirkungen – genau diese Persönlichkeitsstörungen zutage bringt, immer öfter an verschiedenen Stellen aufpoppt, möchte ich mich in diesem Artikel näher mit den Begriffen Psychopathie und Narzissmus befassen, um ein umfassenderes Bild dessen zu geben, was sich derzeit besonders zeigt.

Dazu beginne ich mit Auszügen einer sehr guten Zusammenfassung über Narzissten von Kirsten Bartel, deren Blog hier zu erreichen ist:

  • Unfähig zur Selbstreflexion und Selbstdistanz, nach außen frei von Selbstzweifeln, unfähig zur Selbstironie, humorlos, unfähig zur Einsicht, zu Reue, zu Verhaltensänderungen. Persönlichkeitsentwicklung ist für sie ein Fremdwort.
  • Generalisten, vielseitig begabte offene und interessierte Menschen sind unter ihnen nicht zu finden. Narzissten suchen sich wenn überhaupt thematisch und lokal eng begrenzte Nischen aus, in denen sie brillieren können.
  • Narzissten stellen sich nach außen immer gern als gute „Familienmenschen“ dar, als sozial kompetent, als teamfähig etc., in Wirklichkeit benutzen und missbrauchen  sie ihre sozialen Beziehungen, insbesondere Familienbeziehungen, um ihre Selbstsucht, ihren Größenwahn, ihre Kontrollsucht auszuagieren.
  • Narzissten hassen autonome, unabhängige selbstständig denkende selbstbewusste Menschen mit Rückgrat. Vor allem, wenn es sich dabei um Frauen handelt. Sie hassen grundsätzlich das, was sie selber nicht sind und nie sein können.
  • Wenn Narzissten sich angegriffen fühlen, zeigen sie drei Verteidigungsstrategien: 1. Leugnen, abstreiten – „hab ich nie gesagt!“ 2. Gegenangriff – „Du hast doch auch…“, “ Wo sind deine Beweise dafür?“ 3. Flucht in die Rolle der armen verfolgten Unschuld – „was habe ich denn nun wieder verbrochen?“ Narzissten entschuldigen sich nie, leugnen jedes Fehlverhalten, flüchten sich in Gegenanschuldigungen und Ablenkungsmanöver, lügen, verdrehen die Wahrheit. Ein konstruktives Streitgespräch, eine konstruktive, wertschätzende respektvolle Kommunikation ist mit ihnen nicht möglich.
  • Die bevorzugte psychologische Abwehrstrategie des Narzissten ist die Projektion, entsprechend seinem niedrigen Strukturniveau, das etwa dem eines Kleinkindes entspricht. Sie können getrost davon ausgehen, dass der Narzisst jedes Mal, wenn er ihnen seine Beleidigungen und Abwertungen (um Ihnen mal ein paar Beispiele aus meinem eigenen narzisstischen Umfeld zu nennen: egoistisch, ausländerfeindlich, überempfindlich, lebensuntüchtig, faules Stück, scheinheilig, neidisch, kannst keine Kritik vertragen, schlechter Verlierer etc.) an den Kopf wirft, eine exakte Beschreibung seines eigenen Charakters liefert. Lachen Sie darüber. Oder versuchen Sie es zumindest. Die Beleidigungen von Narzissten kann man nicht ernst nehmen. Das sind nur Manipulations- und Einschüchterungsversuche, um Sie klein zuhalten.“

Jedem von uns dürfte schon ein Mensch mit einer mehr oder weniger ausgeprägten narzisstischen Persönlichkeitsstörung begegnet sein. Eine gewisse Portion Narzissmus ist auch gesund im Sinne von „überlebensfähig machend“. Wären wir nur altruistisch, würden wir als Individuen gerade in dieser Zeit und auch in dieser Welt, die ja an sich narzisstisch und auch psychopathisch geprägt ist, untergehen. Für mich stellt sich aber schon seit Jahren immer wieder die Frage: wäre es nicht dem Welt-Frieden weitaus verträglicher, wenn der Altruismus die vorrangige Einstellung in den Menschen wäre?

Wer die Nachrichten und Meldungen aufmerksam verfolgt, dürfte festgestellt haben, daß sich gerade die Politiker der Länder des sog. Westens gerne als narzisstisch gestörte Persönlichkeiten herausstellen. Dabei brauchen wir z.B. nur an Frau von der Leyen denken, die sich ohne Probleme am Wissen anderer bereichert hat, um ihren Doktor-Titel zu bekommen. Natürlich streitet sie das aktuell ab – eine typische Verhaltensweise narzisstisch gestörter Menschen. Auch andere Politiker – wir brauchen dabei nur „über den großen Teich“ zu schauen, glänzen in ihren narzisstisch geprägten Rollen und Ämtern. Denn genau von dort aus können sie ihren Narzissmus mit Brillianz ausleben. Leider zum großen Schaden anderer Menschen und ganzer Völker.

Was allerdings bei genau diesen Politikern und Politikerinnen auffällt (und das scheint hier zumindest noch nicht ganz solche Ausmaße angenommen zu haben), ist für mein Gefühl ein starker Hang zur Psychopathie. Gelinde gesagt, ein unglaublicher Größenwahn, der sich auf Kosten anderer Länder und deren Völkern zeigt. Doch dazu schauen wir erst einmal, was macht denn eine psychopathische Persönlichkeitsstörung überhaupt aus?

Für mich zeichnet sich die psychopathische Persönlichkeitsstörung durch ein

  • höheres Aggressionspotential aus (als bei Narzissten z.B.)
  • ihre „Waffen“ sind ein entweder scharfer Verstand, der sich dann aber in einer gewissen Brutalität verbal äußert; eine Grund-Aggressivität ist aber meist erkennbar
  • oder aber ein Mangel in bezug auf Intellektualität, der sich dann in Schlägereien und tätlichen Brutalitäten äußert
  • sie leiden weder mit anderen Menschen mit (vollkommen fehlende Empathie), sondern sie weiden sich im Grunde am Leid anderer Menschen und nutzen auch bestimmte politische und/oder andere berufliche Stellungen aus, um diesem krankhaften Wesenszug Aus- und Nachdruck zu verleihen
  • ihnen fehlt jegliches Gewissen, jegliche Schranke in bezug auf Gesetze, Ethik und Moral
  • sie setzen ihre „Interessen“ – also ihr übergroßer Wunsch nach Macht – ohne mit der Wimper zu zucken, auch mit Gewalt durch
  • auch sie sind – wie die Narzissten – bar jeder Fähigkeit zur Selbstreflektion

In der aktuellen Politik wird sehr deutlich sichtbar, wie diese beiden Persönlichkeitsstörungen teilweise Hand in Hand miteinander agieren und sich „austoben“. Die Aggressivität der sog. westlichen Politik gegenüber anderen Ländern ist beängstigend. Allerdings finden wir diese Handlungsweisen natürlich auch im IS oder anderen radikalen Gruppierungen, deren erstes und oberstes Ziel ist, andere Länder und Völker zu beherrschen und ihnen untertan zu machen. Der eigene Grössenwahn und der dringende Wunsch nach Macht und Beherrschung (die BEIDEN Persönlichkeitsstörungen zugrunde liegen), sind für mich die treibenden Faktoren.

In den Medien wird derzeit eine starke Meinungsmache gegen die Flüchtlinge betrieben. So sind sie allesamt „Vergewaltiger“, „Diebe“, „Schläger“, „IS-Kämpfer“ etc. Ja, es gibt sicherlich nicht wenige unter ihnen, die – schon allein durch die Ausbeutung ihrer Länder und ihrer Mentalität an sich so sein können und auch sind. Nur finden sich genau diese Gruppierungen, gekennzeichnet durch eben genau diese psychopathischen Störungen auch hier im Westen, auch in Deutschland. Nur sind diese vllt. bisher nicht so aufgefallen.

Es wird zunehmend und deutlicher klar, wie viele psychopathisch gestörte Menschen auch in Deutschland gibt. Die Flüchtlings-Thematik lässt gerade überall ihre Blüten sprießen…sei es in angezündeten Flüchtlingsunterkünften durch rechtsradikal „orientierte“ Menschengruppen, aber auch durch die verbal ziemlich abfälligen bis brutalen Äußerungen und „Meinungen“ in den sozialen Netzwerken an sich „gebildeter“ Menschengruppen.

Man könnte meinen, die Bühne sei frei und vor allem gerade jetzt sehr groß für all den Haß und die Häme, die Brutalität in Wort und Tat, die sich „der Deutsche“ an sich sonst nicht so offen „leisten“ kann.

So finden sich narzisstisch und psychotisch geprägte Menschen gerne auch in sog. Helferberufen oder in Berufssparten wie Polizei und Security-Firmen. Aus eigenen, aber auch aus Fremd-Erfahrungen, die mir geschildert wurden, ist dieser Anteil an Personengruppen nicht gerade klein, konnte sich bisher aber wahrscheinlich nicht so drastisch äußern wie aktuell.

Übergriffe von Flüchtlingen z.B. in den Unterkünften werden gerne medial ausgeweidet und füttern damit den „besorgten Bürger“ an, der nun z.T. seinen unterschwelligen Rassismus und eine gewisse Menschenverachtung „endlich“ ausagieren kann. Von Übergriffen vonseiten Security-Personal und auch Heimleitungen auf die Flüchtlinge, Androhungen bis hin zu Handgreiflichkeiten habe ich persönlich noch nichts gelesen. Das genau passiert aber und nicht in wenigen Fällen! Da leben gestörte „Naturen“ in bestimmten Positionen gerne mal ihre Macht aus, denn sie wissen genau, daß ihnen sehr wahrscheinlich nichts in Folge passieren wird. Die Flüchtlinge sind der deutschen Sprache oft nicht besonders mächtig, wie also sollen sie sich ausdrücken und an welcher Stelle? Sie sind abhängig von genau diesen Menschen, die ihnen Obdach und Essen, medizinische Versorgung etc. zur Verfügung stellen. Wenn ihnen am laufenden Meter mit Abschiebung gedroht wird oder sie sogar Schläge von psychosozial gestörten „Höheren“ einstecken müssen und aus Angst nichts sagen können oder dürfen, dann wundern wir uns noch über einen immer höher steigenden Aggressions-Pegel in den Unterkünften, der schon allein durch die Enge der Räumlichkeiten und in vielen Fällen auch in der Nichtbeachtung von einer gemeinsamen Unterbringung von Familien mit Kindern/pubertären Töchtern und gleichzeitig jungen alleinstehenden Männern besteht?

Beiden Persönlichkeitsstörungen liegt immer vor allem eine Ursache zugrunde:

  • Angst

Angst davor, daß jemand anderes die sog. Macht über einen selbst hat, Angst vor Nicht-Beachtung, Angst vor „überrannt werden“, Angst vor dem Fremden, Angst vor dem „Besseren“, Angst vor Übergriffen (die aber zumeist in den Köpfen dieser Menschen selbst entstanden sind aus ihrer eigenen Geschichte heraus), Angst vor Benachteiligung, Angst vor Terror oder Terrorismus etc.

Was sich aktuell in dieser Welt zeigt – im „Großen“, wie im „Kleinen“ sind die Auswüchse von einer langen Angstprägung in unterschiedliche Richtungen. Wenn wir in uns diese Angst (oder Ängste) nicht erkennen und auflösen, wird sich das Kollektiv immer weiter in diese Spirale von Angst-Narzissmus-Psychopathie hineindrehen.

Abschliessend möchte ich noch hinzufügen, daß viele psychotisch gestörte Menschen eher männlich sind. Die Übergriffe – ob verbal oder tätlich ausgeführt, ob in der Politik oder im sozialen Bezug – werden meist von Männern begangen. Somit verletzen diese Menschen vor allem auch das weibliche Prinzip – sowohl in sich selbst, über ihre Beziehungen bis hineinreichend in das Kollektiv. Die Unterdrückung des Weiblichen, des vermeintlich Schwächeren, des Schutzbefohlenen ist der einzige Weg für narzisstisch und psychotisch geprägte Menschen, ihre fadenscheinige Macht am Leben zu erhalten.

Es wird also höchste Zeit, daß diese Menschen sich mehr und mehr in der Öffentlichkeit entlarven und erkannt werden, das, was sie sind und nicht mehr durch Gesetze und/oder durch die Ablenkung auf die „bösen Flüchtlinge“ oder die „bösen PartnerInnen“ oder die „bösen Arbeitgeber“ etc. geschützt werden.

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Die Angst des Narzissten, wirklich gesehen zu werden

Meinen Erfahrungen mit narzisstisch geprägten oder gestörten Menschen liegen mehrere gleiche, aber auch unterschiedliche Erfahrungen zugrunde. In einigen Punkten aber folgen sie alle einem gleichen Verhaltensmuster:

  • einer erhöhten Aggressivität, die vor allem dann zum Ausbruch kommt, wenn sie sich „ertappt“ oder „erwischt“ fühlen, man sie auf ihre Unzulänglichkeiten und deren Auswirkungen anspricht
  • einer großen Neigung zur Zerstreutheit und Fahrigkeit, schlechtem Zeitmanagement und der Übersicht, was sie wirklich schaffen oder nicht; sie „verzetteln“ sich im wahrsten Sinne des Wortes
  • fangen Dinge an, führen sie nicht zu Ende, wollen immer mehr schaffen, als sie es eigentlich können (Kompensation über Arbeit, Sport, etc.)
  • sind sehr verbissen in dem, was sie als hauptsächliche Kompensation für ihren eigenen gefühlten Minderwert „leisten“ wollen/müssen
  • verdrehen die Tatsachen zu ihren Gunsten, lügen
  • halten ihre nächsten Mitmenschen auf Distanz durch unterschiedliche Verhaltensweisen (lügen, sich aber auch dabei u.U. „erwischen lassen“, Wutanfälle bis hin zu Handgreiflichkeiten, inszenierte Streitereien etc.)
  • laufen in der Regel nicht nur vor Problemen davon (die durch ihre Verhaltensweisen als Folge entstehen), sondern sind zu keinerlei Lösung ihrerseits bereit und willig
  • wechseln im Laufe ihres Lebens immer dann die Partner, wenn es für sie zu eng wird. Oftmals ist der nächste Partner dann schon in der „Warteschleife“ oder sie suchen sich kleine „Abenteuer“, weil sie sich aus der aktuellen Beziehung aus verschiedenen Gründen nicht verabschieden können oder wollen
  • Empathie für andere Menschen, gerade ihre Nächsten, ist ihnen absolut fremd. Sie gehen – gerade in emotionalen Bereichen – über die besagten Leichen (anstatt sich ihre eigenen in ihrem Seelen-Keller anzusehen)
  • „Lästiges“ jedweder Art wird möglichst bald entsorgt oder ausgetauscht
  • sie verharren in ihrer Vergangenheit und halten das Gegenwärtige, das Jetzt, nicht aus

Die meisten Männer mit einer NPS sind entweder

  • suchtkrank (hierzu zählen alle Süchte, auch die nicht stofflich gebundenen)
  • suizidal gefährdet
  • depressiv
  • oft burnout-gefährdet (durch ein überhöhtes Maß an Kompensationen wie die Flucht in die Arbeit z.B.)

An körperlichen Erkrankungen können auftreten:

  • Herzbeschwerden
  • Kopfschmerzen bis hin zu Migräneanfällen
  • ständige innere Anspannung
  • Verletzungsgefahren durch Unachtsamkeit
  • Schwindelanfälle in unterschiedlicher Ausprägung
  • alle körperlichen Symptome, die durch die „Übertreibung“ als Kompensation auftreten
  • nervale „Ausfälle“

In ihren Träumen wiederholen sich folgende Symboliken sehr stark:

  • Träume von Verfolgungen/Verfolgungsjagden
  • immer unterwegs sein/weglaufen
  • Polizisten oder andere „innere Autoritäten“ wie Richter z.B. (Anzeichen für den inneren Kritiker, die moralische Instanz)
  • Bilder von unterdrückten Vital-Kräften in z.B. verzerrten erotischen Bildern oder anderen Symbolen, die für Sexualität stehen
  • Träume von Auseinandersetzungen (mit den inneren Anteilen, dargestellt durch verschiedene Charaktere im Traumgeschehen)
  • Träume davon, außerhalb von Menschengruppen zu stehen, nur zuschauen, nicht dazugehören etc.

Bei vielen männlichen und auch weiblichen Vertreterinnen mit einer solchen „Verhaltensauffälligkeit“ konnte ich aber auch folgendes beobachten:

  • eine sehr schöpferische und kreative Kraft, die unterschiedlich, aber nie wirklich in einem zuträglichen Maße erfüllend ist (weil sie als Kompensation genutzt wird und nur nach außen den Zustand einer „Erfüllung“ bietet). Das kreative, schöpferische Potential wird oft – genauso wie Beziehungen – ausgebeutet
  • eine liebevolle und zärtliche Grundhaltung, die aber nur am Anfang einer Beziehung „genutzt“ wird, um den Partner zu bekommen, mit dem man sich nun „endlich“ seine Träume von der „großen Liebe“(unerfüllte Eltern-Liebe) erfüllen will. Auch hier: Ausbeutung der eigenen Ressourcen, später dann die der Partner in unterschiedlicher Ausprägung
  • sehr in sich weibliche Haltung, die Fürsorge, das Geben von Geborgenheit, das sich Hingeben etc. durchaus kann. Leider werden auch diese Fähigkeiten selbst- und später fremdausbeuterisch „benutzt“ im Sinne von „zuteilen“ oder „verwehren“
  • eine Durchsetzungskraft und die Fähigkeit, an Dingen (oder Menschen) „dranzubleiben“ – ebenfalls aber benutzt, um die eigenen Interessen durchzudrücken, oft auch ohne „Rücksicht auf Verluste“
  • große Eignung, Menschen oder Menschengruppen zu führen. Diplomatie ist den meisten Narzissten allerdings ein völliges Fremdwort, ebenso Empathie. Beides wäre aber nötig, um eine „gute Führungskraft“ darzustellen. Im narzisstischen Sinn und wiederum ausbeuterisch, was die eigenen Ressourcen (und die anderer Beteiligter) angeht wird aus der sog. guten Führungskraft ein despotisches Machtgehabe oder aber auch – je nachdem, wie die Seiten wechseln – jemand, der seine eigenen Führungsqualitäten un-souverän anderen unterordnet (Verhältnis Chef-Untergebener, Selbstständiger-Kunde etc.)
  • eine große Liebesfähigkeit, die allerdings meist unter viel Schmerz und Selbstaufgabe und Selbstausbeutung in Projektion auf andere Menschen (Partnern, Familie) gesucht wird, aber natürlich in der Form, wie sie benötigt wird, um das eigene Manko nicht spüren zu müssen, niemals in die Erfüllung kommen kann

Der Narzisst hat entweder nie eine Annahme, eine Förderung seinerselbst im Elternhaus erfahren oder sämtliche – vor allem die männlichen – Vorbilder fehlten, bzw. waren unzulänglich.

Das eigene Selbst wurde vom „inneren Kritiker“, dem sog. „schlechten Vater“ im Laufe der Jahre förmlich zermalmt – es war ja nicht „gut genug“. Anstelle dessen wurden Masken erschaffen, eigene Introjekte produziert, die nach und nach eine „falsche Persona“ aufbauen, die sich dann über die Lebensjahre mit entsprechenden Erfahrungsfeldern in Beziehungen, Familie, Beruf und Gesellschaft „festgefressen“ haben. Das innere Credo des Narzissten lautet:

  • so, wie ich bin, bin ich nicht gut (genug)
  • so, wie ich bin, bin ich nicht liebenswert
  • so, wie ich bin, bin ich nicht stark genug
  • so, wie ich bin, bin ich nichts wert

Diese eigenen inneren harten Aussagen über sich selbst werden dann irgendwann im Laufe einer Beziehung dem Partner angelastet, bzw. projiziert  in Form von unterschiedlichen Anschuldigungen, Abwertungen, Demütigungen etc.

Die Masken eines Narzissten festigen sich immer mehr, indem er sich entsprechende Felder sucht, in denen er möglichst nicht bis wenig hinterfragt wird. Das wirklich schöne Selbst, die Grundanlagen werden immer mehr verbannt bis gehaßt. Eine innere Abspaltung tritt ein, Stück für Stück. Und diese „verhassten“ Anteile werden dann im Außen (durch einen Partner meistens) wieder gesucht, in der Hoffnung, daß sie sich doch – durch eine idealisierte und nicht den Entwicklungsprozessen standhaltende Beziehung – „wiedervereinen“ mögen. Passiert das nicht, so fallen die Masken nach und nach. Dann zeigt sich die Wut – nämlich über sich selbst und dem Erkennen, daß wieder nicht klappen will mit der Liebe (dem Job etc.), wie „man“, nämlich die ausgesperrten guten Anteile – über den Partner.

Partner von Narzissten können tun, was sie wollen. Es wird nie richtig sein. Er wird erst glorifiziert, „geliebt“, dann vom Sockel gestürzt, demontiert,  und schlussendlich gehasst und „ausgesperrt“ wie die eigenen, an sich wunderbaren Qualitäten von narzisstisch geprägten/gestörten Menschen. Die Distanz wird wieder aufgebaut im Außen, und das „innere Kind“ mit all seinen guten Fähigkeiten, die aber vom „inneren Erwachsenen/inneren Kritiker“ nicht gemocht bis gehasst werden, gleich mit.

Das innere Kind stirbt einen langsamen Tod. Nur durch die eigene Anerkennung und Liebe für all das, was es für Schätze in sich trägt, kann es leben.

Der Narzisst hat im Grunde ein „nein“ zum Leben ausgesprochen. Auch, wenn man meinen könnte, so manch Narzisst sei doch so „lebensfroh“. Es stimmt einfach nicht oder nur sehr bedingt.

Nur ein wirklich beherztes und annehmendes „ja“ mit allen Konsequenzen kann eine Kehrtwende bringen.

An dieser Stelle danke ich all meinen narzisstischen Partnern für die Einblicke in ihre Seele, die ich haben durfte – auch wenn mich das Zusammensein mit ihnen unglaublich viele seelische und auch körperliche Schmerzen gekostet hat. Wir hatten sehr wunderbare Momente – ich durfte Euch nur niemals hinterfragen.

Aus meinen narzisstisch geprägten Beziehungen durfte ich vor allem und immer wieder eines lernen: mir selbst zu vertrauen, meiner eigenen Wahrnehmung zu trauen, mich nicht für etwas verantwortlich zu fühlen, das ich nicht ursächlich getan habe.

Ich verdanke es meiner inneren Kraft und Führung, daß ich all diese Lernprozesse in meinem Leben haben durfte. Vieles, wenn nicht alles davon hat seelische Narben hinterlassen. Aber ich bin immer wieder aufgestanden. Weil meine Haltung zum Leben immer ein „ja“ war und ist. Und nur die (Selbst-) Liebe anstatt Narzissmus Heilung bringt.

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Narzissten und ihre Partnerinnen

Heute gehe ich auf die Partnerinnen ein, die an der Seite eines Narzissten sind.

Oft fragt man(n) oder auch frau sich: was sind das eigentlich für Frauen, die auf „solche Typen“ reinfallen?

Man denkt vielleicht an eher charakterlich schwache oder auch devote Frauen, die sich mit einem solchen Mann einlassen.

Eine sog. starke Frau würde das doch nie machen! Oder doch?

Vorab sei gesagt, daß es JEDE Frau „treffen“ kann. Ich kenne kaum eine Frau, die noch nicht auf einen narzisstisch geprägten oder gestörten Mann in ihrem Leben getroffen ist. Zum anderen gibt es reichlich Männer mit einer solchen Persönlichkeitsstörung.

Dazu haben Narzissten zum einen:

  • einen bestimmten Charme, dem sich kaum eine Frau entziehen kann
  • ein untrügliches Gespür dafür, welcher Typ Frau worauf „anspringt“
  • eine Ausstrahlung, die entweder „männlich markant“ rüberkommt oder „liebevoll empathisch“ bis hin zu fast schüchtern

So trifft wohl jeder Narzisst mal seine passende Partnerin. Und dann kann das Spiel losgehen ;).

Welche Frauen sind jedoch besonders „anfällig“ für narzisstisch geprägte oder gestörte Männer:

  • starke und autonome Frauen

Ja, genau diese! Denn diese Stärke und Autonomität haben narzisstisch geprägte oder gestörte Männer nicht. Es ist also genau das Charisma, was ein Narzisst braucht, um sich selbst aufzuwerten. Um die „tolle“ Frau an seiner Seite wird er also meist auch noch von anderen Männern beneidet. Wenn beide Seiten – also die starke Frau und der Narzisst – eine gut funktionierende Symbiose bilden, von denen jeder von beiden profitiert, kann das gut gehen. Die Frage nach wirklicher Partnerschaft auf Augenhöhe und liebevoller Zugeneigtheit, wirklicher Liebe wirft allerdings Zweifel auf. Schlussendlich muss nämlich immer die noch so starke Frau ein ganzes Stück „hinter“ dem Narzissten bleiben, denn sie darf ihn niemals übertrumpfen oder kritisieren. Dann ist das empfindliche „Gleichgewicht“ dieser Co-Verbindung gestört. Die Kritik darf aber im Grunde keine Frau – egal, wecher Typus – aussprechen.

  • charakterlich schwache und eher devote Frauen

Natürlich hat hier der Narzisst durch das „Aufschauen“ der eher schwachen Frau zu ihm fast ein Paradies. Sie wird ihn bedienen, sich ihm mehr und mehr anpassen, mehr und mehr das tun, was er möchte (und dafür wird er sich immer wieder neue „Vorlieben“ und „Abneigungen“ einfallen lassen, bis von der Frau gar nichts mehr übrig ist, klassisches Muster von Selbstaufgabe), und schlussendlich wird diese Frau „entsorgt“. Sie ist ja schließlich nicht mehr die, die er kennengelernt hat. Solche Frauen werden dann auch rasch entsorgt, sobald ein neues Opfer den Weg des Narzissten kreuzt. Solche Frauen machen auch meist und oft klaglos mit, wenn der narzisstische Partner sie mit anderen Frauen betrügt – auch über lange Jahre. Selbstredend wird ihnen dann auch noch vorgeworfen, daß sie ja „schuld“ ist, daß er „fremdgehen muss“. Und ja, diese Frauen suchen dann tatsächlich die Schuld bei sich und passen sich noch mehr an, was ihnen allerdings nichts nutzt, im Gegenteil.

  • die mütterliche-weibliche, fürsorgliche Frau

Hiermit meine ich kein „Hausmütterchen“; diese Frauen mag kein Narzisst wirklich, denn auch sie werden bald langweilig. Eine Frau, die nur in Kochtöpfen denkt, ist schnell passé. Ich meine damit Frauen, die eine mütterlich-weibliche und fürsorgliche, liebevolle Art haben. Die den anderen gern umsorgen, ohne sich dabei aufzugeben. Denn hier findet entweder der Mann mit Mutter-Mangel (er hat also einen dringenden Nachholbedarf an Fürsorge und versorgt-werden) oder einen Mutter-Überschuss (d.h., er hatte eine Mutter, die ihn überversorgt und ihn an die Stelle des Partners gesetzt hat, der klassische „Pascha“) genau die Partnerin, die er braucht für seinen eigenen Mangel (an wirklicher Mutter-Liebe), was die Thematik der narzisstischen oder narzisstisch verletzten männlichen Anteile betrifft.

  • die empathische Frau

Diese Frauen haben eine an sich wunderbare Gabe mitbekommen, sich in andere Menschen hineinzuversetzen. Ihre Feinfühligkeit ist meist aber schon in ihrer Familie mißbraucht worden. Oft übernehmen diese Frauen die emotionale Fürsorge für mindestens einen Elternteil und auch, wenn vorhanden, für ihre Geschwister. Für sie ist es normal, erst einmal die Bedürfnisse der anderen, also der Menschen in ihrem nahen Umfeld zu sehen und zu erfülllen, als ihre eigenen. Sie müssen noch nicht einmal darunter leiden. Viele Frauen tun das gerne und haben darin auch eine Kraft-Quelle für sich selbst. Da der Narzisst aber selbst nicht empathisch ist, kann er diese Gabe zum einen nicht wirklich erfassen und vor allem nicht wertschätzen, er kann sie aber sehr gut für sich und seine Zwecke, seine inneren Mängel ausbeuten. Sie können sich verhalten, wie sie wollen: die empathische Partnerin wird sich immer und grundsätzlich seinen Launen – den guten wie den schlechten – anpassen. Das kann lange gut gehen, bis irgendwann die innere Frustration und Leere bemerkt wird, weil sich diese Frauen haben in ihrer Gabe der Empathie „leerziehen“ lassen. Das kann manchmal solange dauern, bis diese Frauen völlig kraftlos und auch krank werden. Sie haben sich vor lauter Empathie selbst vergessen und brauchen z.T. lange, bis sie wieder zu sich selbst finden.

Was ich persönlich Frauen rate, die an einen Mann mit einer narzisstischen Prägung oder Störung geraten und/oder eine Beziehung/Ehe mit ihm führen:

  • der erste und wohl auch wichtigste Punkt: sorge für Dich selbst!!!
  • pflege Deine Sozial-Kontakte
  • pflege DeineInteressen
  • pflege Dich sich selbst, tue Dir Gutes in jedweder Form, das Dir Kraft und Freude schenkt

All diese Pflege und die Fürsorge für sich selbst schließt eine Vernachlässigung Deiner selbst aus – wenn auch Stück für Stück. Manches braucht halt – zunächst die Erkenntnis, dann die Veränderung.

Setze Deine Liebe immer erst für Dich selbst ein, lerne, Dich selbst zu lieben und nicht erst den anderen.

Gehe weg, wenn der narzisstische Partner wieder seine „Tage“ hat ;). Seine Launen musst Du nicht ertragen. Du hast keinen Anteil daran oder nur insofern, daß Du nicht so „funktionierst“ oder „parierst“, wie der narzisstische Partner es gerade wieder mal haben möchte. Lasse ihn einfach in seiner eigenen – oft dunklen – Wolke sitzen und entferne Dich. Wenn jeder eine eigene Wohnung hat, umso besser. In einer gemeinsamen Wohnung muss man dann eben vor die Tür gehen, zu einer Freundin fahren, spazieren gehen etc. Wichtig ist: raus aus der Situation – denn die Partnerinnen von Narzissten (oder auch die Kinder) sind immer die erste Angriffs- und Projektionsfläche.

Kann eine Beziehung oder Ehe mit einem Narzissten überhaupt auf die Dauer gut gehen oder soll ich mich sofort trennen?

Das hängt von der Frau an sich ab und der Schwere der NPS des Mannes. Ich bin der Meinung, daß jede Beziehung ein Übungsfeld ist – für beide Seiten. Niemals trifft man(n)/frau einen Menschen „umsonst“ in seinem Leben; es ist immer eine Lernaufgabe damit verbunden – in der Regel für beide Parteien.

Was die Beziehung mit einem Narzissten angeht, so sind gerade die eher schwachen Frauen dazu aufgerufen, ihre Stärke wieder oder überhaupt erst einmal zu finden. Erforsche unbedingt, wer Dir diese Stärke in Deiner eigenen Kindheit genommen hat. Was waren Deine eigenen Familienmuster und -konstallationen, die ein Wachsen Deiner eigenen Stärke verhindert haben? Warum durftest Du nicht stark werden und wachsen?

Natürlich gelten solche Fragen auch für die anderen, von mir o.g. Frauen-Typen. Wir sind alle aus unseren eigenen Familiengeschichten in Rollen eingepasst worden, die einen Familienverband überhaupt möglich machten – ob dieser nun konstruktiv oder negativ war.

Um diese Rollenmuster innerhalb Ihrer Familie zu erforschen, kann eine sog. Familienaufstellung hilfreich sein.

Und zum Schluss sei gesagt: auch Narzissten haben ihre guten Seiten ;). Es ist nicht immer alles nur schlecht oder verdammenswert.

Habe kein schlechtes Gewissen oder Gefühl zu Dir selbst, weil Du an „so einen Kerl“ geraten bist – es hat alles einen Sinn :). Das schlechte Gewissen Dir gegenüber schadet nämlich vor allem einem Menschen am meisten: Dir selbst. Und das macht Dich schwach, anstatt Du in einer solchen Verbindung erstarken kannst.

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Narzisstische Dramen und ihre Wirksamkeit

„Wenn Du Freundschaft mit Dir selbst schließt, bist Du nie allein.“ ~ Maxwell Maltz

Es war gar nicht so einfach, ein gutes Zitat zum Thema „innerer Mangel“ zu finden. Das o.g. von Maxwell Maltz zeigt jedoch für mich einen Weg, das Thema „innerer Mangel“ – „Aufmerksamkeitsdefizit-Syndrom“ bis hin zum „narzisstischen Drama“ aufzuzeigen.

Was meine ich mit „narzisstischen Dramen“? Wie verstehe ich die Wirkung dessen?

Alles Narzisstische – wie auch immer geprägt – hat einen zutiefst inneren Mangel in sich, sprich, in dem Menschen, der diese Dramen inszenieren muss auf unterschiedliche Weise.

Nur über diese Dramen erhält er die sog. narzisstische Zufuhr an Aufmerksamkeit, die er sonst nicht bekommen hat oder bekommt. Eine Art „Überlebensstrategie“ für alle diejenigen, die in ihrer Kindheit und Jugend eben nicht oder nicht genug Aufmerksamkeit bekamen.

Ich kenne kaum einen Menschen, der diese wirklich förderliche und nachhaltige Aufmerksamkeit in seinem Elternhaus bekommen hat. Also entsteht meist schon in der frühen Kindheit ein Mangel-Gefühl, was kompensiert werden muss.

Oder aber der Mensch ist mit Aufmerksamkeit – welcher Art auch immer – überschüttet worden, so daß er natürlich „nie genug“ bekommen kann und nach immer „mehr“, „höher“, „schneller“ und „weiter“ giert.

Beide Verhaltensweisen sind jedoch un-natürlich und zeigen deutlich auf, daß in jedem Fall ein Mangel vorliegt.

Wie kann sich ein solcher Mangel, der dann in sog. narzisstischen Dramen und Verhaltensweisen endet, beschrieben werden, bzw. wie äußert er sich?

  • in (hysterischen) Dramen, die inszeniert werden, um das zu bekommen, was man(n)/frau „will“ – Zuneigung, Materielles, Liebe, Aufmerksamkeit etc. Solche (hysterischen) Dramen sind oft bei Frauen zu finden.
  • darin, daß der „Mangel-Mensch“ Gemeinschaften – gleich, ob Familie, Beruf, Partnerschaft – „bestimmt“ über verschiedene Parameter
  • über ein auch „schlechtes“ Benehmen seinem (nahen) Umfeld gegenüber, denn: auch schlechte Aufmerksamkeit ist Aufmerksamkeit
  • über „Inszenierungen“, „Bühnenstückchen“ durch verschiedene Manipulationen von Menschen
  • etc.

Spannend finde ich es schon seit Jahren, wie unglaublich gut diese Mechanismen funktionieren. Ob in Gemeinschaften – egal wie konzipiert – in Beziehungen, innerhalb von Familienstrukturen: meist bekommen diese Dramen ein Ohr, einen z.T. sehr großen Raum, können z.T. ganze Gruppen sprengen, Familien und Beziehungen auseinandertreiben, aber auch zu sog. Co-Abhängigkeiten führen, wo der-/diejenige, der immer und immer wieder ihre Dramen produziert, immer und immer wieder einen Raum bekommt.

Was „springt“ denn in uns „an“, wenn ein sog. Mangel-Mensch auf einer gemeinsamen „Bühne“ sein Drama inszeniert und aufführt?

Für mich sind das mehrere Faktoren:

  • wie fühlen mit (aufgrund von eigenem inneren und vielleicht verstecktem Mangel, der dieser Mensch nun für uns mit ausagiert) und gehen auf das Drama ein
  • wir haben nicht gelernt, zuerst selbst für uns gut zu sorgen, sondern erst einmal für andere (Empathie/Altruismus trifft auf Narzissmus)
  • wir wollen eigene Unzulänglichkeiten und Scham selbst verdeckt kompensieren, indem wir diesen Menschen einen oft zu großen Raum für ihre Inszenierungen geben…dann muss „der“ oder „die“ sich ja auf die sog. Bühne stellen und nicht wir selbst und uns damit zeigen
  • wir gestatten uns selbst nicht, unseren eigenen (inneren und äußeren) Raum zu füllen, ihn zu beleben und auf unsere eigene Lebensbühne zu bringen
  • wir nehmen schlicht und ergreifend nicht unseren Platz im Leben ein und lassen anderen – nämlich genau den narzisstischen Drama-Queens und -Kings den „Vortritt“
  • wir stellen uns selbst hinter denjenigen, der inszeniert und haben natürlich „Verständnis“ für diese „arme Seele“, die so einen Mangel hat, berücksichtigen aber dabei nicht, daß wir diesem Menschen auf gar keinen Fall damit zutrauen, selbst in sich seinen Mangel zu anzusehen und ihn aufzufüllen mit Selbstliebe
  • etc.

Menschen im Mangel und mit der Neigung oder der Fähigkeit zum inszenierten Drama, das ganze Menschengruppen in Anspruch nimmt, haben im Grunde große Führungsqualitäten. Nur verhindert der in sich gefühlte mehr oder weniger große Mangel ein konstruktives Führen, eine Empathie und eine wohlwollende und fürsorgliche Rolle für andere Menschen. Der Mensch mit narzisstischem Mangel wird immer im Stadium eines bedürftigen Kleinkindes bleiben und seine wahre Aufgabe – nämlich die, für andere verantwortlich da zu sein und menschlich zu führen, Verständnis für andere zu haben und vor allem sich selbst zugunsten eines anderen Menschen zurückzustellen – nicht leben können zum Wohle einer Gemeinschaft, einer Familie, eines Unternehmens, einer Partnerschaft.

Was können wir aus Begegnungen, aus Beziehungen, aus kollegialen Verhältnissen etc. für uns daraus mitnehmen?

Daß wir in erster Linie gut für uns sorgen und rausgehen aus Situationen, die uns im Beisein eines narzisstischen Dramas beanspruchen. Wenn wir auf der körperlichen Ebene vor allem eine schnell einsetzende und starke Ermüdung und ein Abfall unseres Energielevels spüren, das Gefühl, uns werden gerade die „Stecker rausgezogen“, dann müssen wir uns direkt entfernen, um nicht benutzt zu werden.

Unsere Selbstliebe sollte größer sein als die vermeintliche Fürsorge, das helfen-/und oder unterstützen wollen dieses „Mangel-Menschen“ (schafft Co-Abhängigkeiten) und das nicht-zutrauen, daß dieser zum narzisstischen Drama neigende Mensch es selbst schafft, aus seinem Mangel zu kommen.

Das „ich-ich-ich“ des Drama inszenierenden Menschen – egal, in welcher Form – uns dazu bringen, in uns zunächst das eigene bedürftige „ich“ zu sehen und ihm Gutes zu tun, anstatt an „nimmersatten Nebenbaustellen“ solange die helfende, verständnisvolle, fürsorgliche und ja, irgendwann auch wütende Hand zu sein, in die gebissen wird trotz „Fütterung“.

Nehmen wir die Drama-Queens und -Kings als Aufforderung an uns selbst, in erster Linie für UNS gut zu sorgen!

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Warum die Begegnung mit Narzissmus die härteste, aber „beste“ Therapie für Empathen ist

Empathie und Narzissmus – das „perfekte Paar“.

Ich habe nun reichlich über das Thema Narzissmus geschrieben und noch viel mehr gelesen. Narzissmus ist in unserer Gesellschaft reichlich zu finden – auch, wenn der Begriff allein ein „Schlagwort“ im wahrsten Sinne geworden ist. Narzissmus ist ebenso in reichlich Berufsfeldern zu finden, die davon leben, „großartig“ zu sein oder sein zu wollen. Wer sich einmal in diesen Feldern bewegt hat und eine narzisstische Persönlichkeits“neigung“ oder -störung hat, hat Blut geleckt und entwickelt eine regelrechte Sucht nach Bewunderung, Befriedigung und ja, auch Größenwahn.

Der Egoismus, die emotionale Kälte und die damit verbundene Unerreichbarkeit und mangelnde Fähigkeit, wirkliche Nähe und Liebe zu leben, zu empfinden und zu geben ist sprichwörtlich und braucht immer neue Nahrung.

Wer ist am ehesten in der Lage, narzisstische Menschen zu füttern?

Ein empathischer Mensch. Der empathische Mensch hat viele Eigenschaften, die in heutiger Zeit gefragt sind. Diese Menschen bilden sozusagen ein Gegengewicht zur immer narzisstischeren Gesellschaft. Joachim Maaz hat dazu ein sehr gutes Buch geschrieben („Die narzisstische Gesellschaft“), was ich nur jedem empfehlen kann, der mit dieser Thematik in Berührung gekommen ist, denn sie ist nicht nur ein persönliches, sondern mittlerweile ein globales Thema.

Für mein Empfinden hat sich das Thema des Narzissmus u.a. aus der Kriegsgeneration heraus entwickelt. Die Kriegskinder, deren Eltern, aber auch die Kriegsenkel hatten aufgrund der Traumatisierungen ihrer Eltern und Großeltern nur zwei Möglichkeiten, sich in ihrer Persönlichkeit zu entwickeln. Entweder wurden sie:

  • empathische Persönlichkeiten, die sich stark mit ihrer Geschichte auseinandersetzen und sich vor allem der emotionalen Fürsorge für andere Menschen verschrieben haben, weil sie keine emotionale Fürsorge in ihrer Kindheit und Jugend bekamen

oder

  • narzisstisch/psychopathisch etc., weil das ihre Kompensation für die emotionale Kälte bis Verwahrlosung in ihrem Elternhaus aufgrund von Kriegstraumatisierungen der Eltern und Großeltern war

Die Schlüsselfigur ist augenscheinlich erst einmal die Mutter, die die Bindung an das Kind nicht hinbekam aufgrund eigener Mankos in ihrer persönlichen Entwicklung durch ihre Kindheit und Jugend.

Doch auch der sehr oft abwesende, fehlende, nicht präsente Vater spielt eine immense Rolle bei der Entwicklung des Kindes. Mittlerweile wird das mehr und mehr gesehen, aber es hat lange gedauert.

Ich kenne genug Menschen, deren Mutter in irgendeiner Form geschwächt, krank oder überfordert war, aber der abwesende Vater (in welcher Form auch immer) auch seinen Anteil dazu getan hat, daß das Kind oder die Kinder einer Familie (die Kriegsenkel) dann eine der o.g. Wege in seiner Entwicklung gegangen ist.

Und dann treffen sich also zwei dieser Kriegsenkel und „tun sich zusammen“:

  • ein Empath und ein Narzisst (ich spreche hier nur von der männlichen Form, meine aber beide Geschlechter) – eine „perfekte“ Kombi, das „perfekte“ Paar.

Der Narzisst nimmt, der Empath gibt. Und beide „brauchen“ scheinbar einander, um ihre eigene Lebensberechtigung zu legitimieren. In solch einer Verbindung kann es nur Verlierer geben, niemals kann eine solche Verbindung wirklich erfüllend sein. Es ist schmerzhaft für den Empathen, während der Narzisst einfach zur nächsten „Tankstelle“ übergeht und sich – emotional abgeschnitten seit seiner Kindheit ohne jegliche Gefühlsregung, Reue oder eigenem Verlust – nicht mehr umdreht und sich gar darum kümmert, wie es dem Empathen nach einer solch ausbeuterischen Beziehung wohl geht, sondern nur darauf geiert, den nächsten Wirten zu finden, den er aussaugen kann.

Der Empath hat nun die große Chance, sich seine Anteile anzusehen, die unter Umständen auch in anderen Bereichen dazu führen, daß er (sie) sich immer wieder ausbeuten läßt.

Der Empath ist ein gebender Mensch. Er ist sehr einfühlsam und kann sich sehr gut in die „Schuhe eines anderen“ stellen. Er ist ein freundlicher und liebevoller Mensch in seiner Grundhaltung. Er kümmert sich, er übernimmt Fürsorge. Er ist der Freund, die Freundin, die man nachts um 3 wecken kann, und er/sie macht sich auf den Weg ohne zu murren und löst Probleme.

Der Empath sieht in erster Linie die Bedürfnisse seiner Mitmenschen – sei es nun Familie im weitesten Sinn, Freunde, aber auch in beruflichen Feldern. Der Empath ist ein Segen für die immer egoistischer werdende Gesellschaft und wird dringend gebraucht!

Und genau dieses „gebraucht werden“ ist oft der Haken, an dem der Empath hängt. Wäre die Welt voller Empathen, brauchten wir uns keine Sorgen mehr um Kriege, Hungersnöte, Mord und Totschlag, Korruption, Ausbeutung von Mensch und Natur etc. machen. Die Welt wäre absolut im Lot, in Frieden und in Fülle, die für jeden reichen würde. Der Traum eines jeden Empathen, aber die Welt ist leider nicht so.

Also hat der Empath – gerade über die Begegnung und/oder Beziehung mit einem Narzissten die Möglichkeit, sich an den Eigenschaften eines Narzissten entlang anzusehen, was er selbst als Empath ändern kann oder sollte, damit er weiterhin unterstützend, fürsorglich und gebend nicht nur existieren, sondern wirklich leben und seine Aufgabe gut machen kann.

Die Grundeigenschaften eines Narzissten im Gegensatz zu den Eigenschaften eines Empathen:

  • emotionale Kälte vs. emotionale Wärme
  • mangelndes bis nicht vorhandenes Einfühlungsvermögen in andere vs. sehr großes Einfühlungsvermögen in andere
  • der Mangel zu lieben vs. die Fähigkeit, tief bis hin zu bedingungslos zu lieben
  • keinerlei Fürsorge für andere leben zu wollen, ja sogar wütend werden, wenn der Partner Fürsorge benötigt vs. große Fürsorge für andere übernehmen können
  • keinerlei Verantwortung übernehmen wollen – weder für sich, noch für andere vs. ein sehr hohes Verantwortungsbewusstsein für sich und auch für andere
  • keinerlei Verbindlichkeit leben wollen vs. eine große Verbindlichkeit und Zuverlässigkeit geben zu können
  • ausschließlich die eigene, sprich Selbst-Befriedigung und keine wirkliche Intimität leben können und den Partner emotional verhungern lassen vs. eine große Nähe geben zu können und sich wirklich tief einzulassen, den anderen nähren
  • die Sexualität als weiteres Mittel zur Ego-Befriedigung zu sehen und den Partner lediglich zu benutzen vs. die Sexualität als innige Vereinigung auf einer weiteren Ebene von Intimität und Nähe zu leben
  • Partner sind beliebig austauschbar und werden einfach fallengelassen, sobald sich ein neuer „Wirt“ zur Verfügung stellt vs. der Partner ist niemals austauschbar und wird auch entsprechend wertschätzend behandelt
  • der Partner muss herabgesetzt, „demontiert“ und verachtet werden vs. der Partner wird in seiner Persönlichkeit unterstützt, gefördert und wertgeschätzt
  • Lügen sind ein sehr probates Mittel, um die narzisstischen Kontroll-Mechanismen durchzusetzen vs. Offenheit, Wahrhaftigkeit und Ehrlichkeit fördern eine wirkliche Nähe, Vertrautheit und Intimität innerhalb einer Beziehung
  • die Sucht nach Anerkennung, gesehen und „gefeiert“-werden etc. ist das „täglich Brot“ eines Narzissten (Facebook macht es möglich!) vs. die Anerkennung erfolgt erst einmal im eigenen Inneren und wird gegenseitig von den Partnern erfolgen, da sie die wichtigste Quelle der Förderung ist und nicht die „likes“ in den sozialen Netzwerken
  • der Erhalt einer Beziehung wird nicht angestrebt, im Gegenteil: das Schnellebige, Unverbindliche ist das Ziel vs. der Erhalt einer Beziehung und der wirkliche Wachstum einer PARTNERschaft ist das oberste Ziel im zwischenmenschlichen Bereich
  • Treue ist eher ein Fremdwort; es gibt keinen Narzissten, der nicht seine Partnerin betrügt vs. Treue ist in einer wirklichen Partnerschaft und Liebesbeziehung unabdingbar und nötig, um gemeinsam zu wachsen und nicht Problemen durch Affären oder den „schnellen Fick“ aus dem Weg zu gehen
  • und so weiter und so fort

Was kann der Empath aus den negativen Eigenschaften eines Narzissten lernen?

Lügen und betrügen? Fremdgehen? Verantwortungslos sein? Partnerschaften als kurzweilige egomane Bespaßung zu nutzen?

Nein, das ist es ganz sicher nicht.

Der Empath ist aufgerufen, seine inneren Glaubenssätze zu erforschen, aus denen sich seine Empathie für andere speist. Empathie ist meines Erachtens nach nicht nur Empathie, sowie Narzissmus nicht einfach nur Narzissmus ist. Wir bringen für mein Empfinden beide Eigenschaften mit, aber der eine entwickelt eben wie o.g. die eine Seite mehr, der andere die andere Seite.

Die Glaubenssätze eines Empathen können z.B. sein:

  • ich bin für das Wohl meiner Familie verantwortlich
  • ich bin für die emotionale Versorgung meiner Familie, Freunde etc. verantwortlich
  • ich beziehe meine Lebensberechtigung aus der Hilfe für andere
  • ich bin nur gut, wenn ich gebe
  • ich bin nur liebenswert, wenn ich gebe
  • ich bin nur liebenswert, wenn ich mich aufopfere
  • ich darf nur etwas für mich fordern, wenn ich vorher mindestens doppelt soviel gegeben habe
  • ich darf gar nichts für mich fordern, denn ich bin es nicht wert
  • ich bin nur im Stande zu geben, aber nicht „haben“ zu wollen
  • ich darf nichts „für mich behalten“
  • nur über das Geben bin ich glücklich
  • nur über die Fürsorge für andere spüre ich mich
  • nur darüber, daß ich andere glücklich mache, bin ich etwas wert
  • ich muss immer (hinten) anstehen, weil erst andere dran sind
  • ich liebe mich nur selbst, wenn ich andere mehr liebe
  • ich kann überhaupt nur über andere mich selbst lieben
  • ich spüre mich nur im Geben
  • ich setze meine (Lebens-)kraft immer erst für andere ein
  • ich spüre eine innere Leere, wenn ich nichts für andere tun kann
  • ich kann nichts mit mir anfangen, wenn ich nicht „helfen“, „geben“ etc. kann
  • ich kann viel besser für andere sorgen, als für mich selbst
  • meine Kinder, mein Partner, meine Eltern, meine Freunde sind wichtiger als mein eigenes Wohl
  • ich muss die Welt retten
  • nur, wenn ich die Welt rette, geht es allen gut
  • nur, wenn ich die Tiere rette, geht es mir gut
  • nur, wenn ich mich vegetarisch, vegan ernähre, rette ich die Welt
  • nur, wenn ich als Frau die Männer rette, geht es mir gut
  • nur, wenn ich als Mann die Frauen rette, geht es mir gut
  • meine Lebensberechtigung ziehe ich aus der Rettung meines Partners, meiner Partnerin, meiner Kinder etc.
  • ich darf nicht egoistisch sein, das ist schlecht, Sünde etc.
  • ich darf keine sexuellen Ansprüche stellen, sondern muss der Befriedigung meines Partners, meiner Partnerin dienen
  • ich darf nicht in meine wahre Größe kommen, da der Partner, die Partnerin, die Familie etc. sich sonst vernachlässigt, gedemütigt, schlecht etc. fühlt
  • ich darf meine Berufung nicht leben, weil mein Mann, meine Frau, meine Kinder sich sonst vernachlässigt fühlen
  • ich darf mich nicht abgrenzen, weil es meinen Mann, meine Frau, meine Familie, meine Freunde verärgern würde
  • ich darf mich nicht aus einer destruktiven Beziehung lösen
  • ich darf keine krankmachenden Berufsfelder verlassen
  • ohne mich läuft nichts…in der Familie, in der Beziehung, am Arbeitsplatz
  • und so weiter und so fort

Ich denke, es ist klar geworden, worum es mir hier geht.

Nach meinen Erlebnissen mit männlichem und weiblichen Narzissmus, bzw. schon mittendrin, sind mir viele Dinge immer klarer geworden.

Ich bin nicht „umsonst“ als Empathin in eine Familie mit einer narzisstisch gestörten Mutter und einem emotionslosen und emotional abwesenden Vater hineingeboren worden. Wirkliche Liebe und Zuwendung, Annahme und Förderung, Wertschätzung und Respekt gab es nicht. Zärtlichkeit, Geborgenheit, Herzenswärme? Fehlanzeige. Also hatte ich genau diese beiden Wege, die ich oben nannte, mich als Mensch zu entwickeln.

Ich bin sehr froh -trotz wirklich mieser Erfahrungen mit egozentrischen bis narzisstisch gestörten Menschen – daß ich meine Empathie immer gelebt habe. Daß ich die positiven Eigenschaften des emphatischen Menschen in mir trage und nicht die einer NP. Dennoch ist es nach diesen Erlebnissen absolut meine Aufgabe, genauestens meine Glaubenssätze zu hinterfragen und zu ersetzen oder ganz zu streichen.

Der Empath kann nämlich sehr gut die eine oder andere Portion des Verhaltens von Narzissten gebrauchen:

  • weniger Verantwortung für alles und jeden
  • mehr Abgrenzung gegenüber Energiesaugern
  • vor allem mehr Fürsorge für sich selbst
  • mehr Erlaubnis, alles Destruktive aus seinem Leben zu verbannen
  • auch in der Sexualität mehr auf sich achten oder noch mehr
  • aus ausbeuterischen Arbeitsverhältnissen auszusteigen
  • ausbeuterische Menschen recht schnell zu erkennen und ihnen dann die Tür weisen
  • sich selbst das zu geben und noch mehr als anderen – vor allem aber, sich das zuerst zu geben
  • ohne Erlaubnis von…für sich das Beste wollen, erwarten und haben wollen
  • seins durchziehen; nicht ohne „Rücksicht auf Verluste“, aber ganz sicher nicht für andere „zu opfern“
  • sich immer an die oberste Stelle stellen und dann die anderen
  • nein sagen nicht zu dürfen, sondern zu müssen
  • Selbstschutz walten lassen
  • etc.

Ich habe in mir einen sehr kraftvollen Glaubenssatz in den Meditationen gefunden, der mich extrem nach vorne gebracht hat! Ich habe ihn verwandelt und spreche ihn mir täglich mehrfach vor. Was ich extrem spannend fand und immer noch finde ist, wie leicht sich der alte Glaubenssatz spricht und wie oft ich mich am Anfang in der neuen Version verhaspelt habe. Sagenhaft! Aber der neue Satz ist sehr wirksam und zeigt seine Wirkung auf vielen Ebenen :).

Es macht also wirklich Sinn, sich seine inneren „Schweinehunde“ genauer anzusehen und mit ihnen „zu sprechen“. Sie hatten irgendwann alle mal einen Sinn, der uns heute – und das sehen wir am ehesten an gescheiterten Beziehungen – nicht nur nicht mehr nutzt, sondern eher schadet.

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Ist Vertrauen wieder möglich?

„Den guten Steuermann lernt man erst im Sturm kennen.“ ~ Seneca

Immer wieder lese ich die Frage oder werde gefragt:

„Ist es möglich, nach einer Beziehung mit einem Narzissten überhaupt nochmal einem Mann zu vertrauen?“

Eine Beziehung mit einem narzisstischen Partner, dessen täglich Brot Lügen, Verdrehungen Verschweigen etc. ist und das oft über lange Zeiträume, greift das Vertrauen in diesen Partner, in die Beziehung sehr massiv an. Das eigene Urvertrauen wird quasi geschreddert, und das oft in immer kürzeren Zeitabständen – was ja auch eines der manipulativen Ziele des Narzissten ist.

Verabredungen werden immer seltener eingehalten, das Verhalten rundum wird immer schlimmer…und irgendwann ist klar, daß wir belogen werden. Wir können am Schluss oft Wahrheit und Lüge kaum noch auseinanderhalten.

Es macht keinen Sinn, einen Narzissten zu fragen, ob er lügt – er wird es tun, denn das ist ja das, was er – neben anderem manipulativen Verhalten – quasi von der Pike auf gelernt hat. Wir haben die Wahl zwischen glauben oder nicht glauben. Zwischen dem Vertrauen auf unser Bauchgefühl und der Hoffnung, daß der Narzisst doch nicht lügt.

Diese ständige Hin- und Her-Eierei, das sich schlussendlich selbst-in-frage-stellen, was die eigenen Bauchgefühle angeht und u.U., so wie ich, Dinge zu erfahren, die genau das bestätigen, was man vermutet hat, senkt das Vertrauen in den anderen Stück für Stück.

Und am Ende ist die Frage nach dem Vertrauen in andere oft auf dem Nullpunkt angelangt.

Egal, ob die Versionen stimmen oder nicht, die Du aufgetischt bekommst: Dein Bauchgefühl ist Dein Kompass!

Ich vertraue meinen Kindern, meiner Familie und meinen Freunden. Und damit ist lange erst mal Ende der Fahnenstange – jetzt.

Viel zu oft und zulange habe ich Menschen einen großen Vertrauensvorschuß gegeben, die das ausgenutzt haben. Ich war und bin immer noch der Meinung, daß Vertrauensvorschüsse die Grundvoraussetzung für gesunde Beziehungen sind. Aber! Heute bin ich an der Stelle geläutert, daß ich mir Menschen erst einmal lange und sehr gründlich in ihrem Verhalten mir und anderen gegenüber ansehe, bevor sie mein Vertrauen bekommen. Und das ist nur gesund!

Mein Standpunkt heute ist:

  • ich habe nur noch Respekt vor Menschen, die aufrichtig sind
  • die sich für mein Bauchgefühl richtig und gut anfühlen
  • deren Aussagen sich mit ihren Taten decken
  • die sich nicht bei mir „einschleimen“ müssen (gilt vor allem für Männer!)
  • die ich in verschiedenen Kontexten über einen längeren Zeitraum beobachten kann und ihr Verhalten für mein Empfinden okay ist
  • die sich schlicht und einfach benehmen können – egal, in welcher Situation
  • die sich loyal und anständig verhalten

Keinen Respekt und damit logischerweise kein Vertrauen habe ich zu Menschen/Männern, die sich direkt oder auch zeitverzögert wie folgt zeigen:

  • Unterschiede im Verhalten von Menschen machen – d.h., nach oben buckeln, nach unten treten
  •  die sich ihrer Partnerin gegenüber schlecht benehmen und gleichzeitig im Außen eine Schleimspur für andere (Frauen) auslegen
  • die rumschreien und andere Menschen direkt persönlich angehen
  • die nichts mit Kindern anfangen können und/oder zu ihren eigenen Kindern wenig bis gar keinen Kontakt haben
  • die zu ihren Familienmitgliedern wenig bis keinen Kontakt haben
  • die für andere gerne und oft sog. Verhaltensregeln aufstellen und nachdrücklich darauf verweisen, aber für sie selbst gelten natürlich weder Regeln noch Gesetze
  • die Tiere schlecht oder gleichgültig behandeln
  • die keine wirklichen Freunde haben
  • die ihre ehemaligen Partnerinnen (und zwar alle!) bashen und selbst natürlich keinerlei Anteile an den Trennungen haben
  • die direkt Ansprüche stellen
  • die direkt in Richtung Sex gehen
  • die keine Herzenswärme haben
  • die nur von ihrem Job und ihren Hobbies erzählen können und sich auch nur darüber definieren
  • die mehr oder weniger deutlich machen, daß sie „gerade nicht in der Lage sind, eine Beziehung zu führen, aber an einer „Freundschaft plus“ durchaus interessiert sind“
  • die gerade getrennt, aber direkt oder schon vorher wieder unterwegs und auf der Suche sind
  • die im Prinzip nur schnell eine neue emotionale Tankstelle suchen
  • die sich zu schnell ins „gemachte Nest“ setzen wollen
  • die gerne nehmen, was frau ihnen zu bieten hat aber selbst eher „zurückhaltend“ sind
  • die eher ein Fluchttier sind und eigentlich nicht lange bleiben wollen
  • die einen Hang zu einer Altersklasse Frauen haben, die ihre eigenen Töchter oder jünger sein könnten
  • die durchaus mehr oder weniger oft das horizontale Gewerbe frequentieren
  • die eine Empathie haben wie eine Bauschüppe
  • die gerne mehrgleisig fahren und/oder sich „gerade nicht festlegen“ möchten
  • die sich „erst mal austoben wollen, weil ihre Ehefrau so schlimm, prüde, langweilig etc. war“
  • die trotz Beziehung weiter in den Weiten des www unterwegs sind und auf der Jagd nach dem nächsten Kick und der nächsten Bestätigung
  • die nicht über einen längeren Zeitraum bewusst für sich sein können
  • die nicht bereit sind, ihre Geschichten aufzuarbeiten
  • die sich fast ausschließlich von Fast- oder Draußen-Food ernähren
  • die permanent rechthaberisch sind
  • die nicht open-minded sind
  • die un-locker sind und un-flexibel
  • die un-freundlich sind
  • die eindeutig NICHT in ihrer Männlichkeit wirklich gut verankert sind

Eine ganze Menge Minus-Zeichen und leider sind das nicht nur meine Erfahrungen, sondern gesammelte Werke ;).

Falsche Versprechungen, das Zerschiessen von Träumen und Hoffnungen, Lügen, Feigheit und letztlich Verrat an der Partnerin und der Beziehung.

Was bleibt also? Allein bleiben für die nächsten 5, 10, 20 Jahre? Ich kenne Frauen, die nach einer solchen Beziehung sagen: „Ich will nie mehr eine Beziehung!“

Für mich gilt das nicht. Ich bin und bleibe Beziehungsmensch, und ich bin gerne mit einem Mann zusammen, der für mich die Werte hat und vor allem lebt, die sich mit meinen eigenen decken. Alles andere ist für mich nicht mehr trag- und lebbar. Ich „brauche“ keinen Mann, um eine Lebenszufriedenheit für mich zu haben. Ich habe so viele Interessen, daß mein Tag oft bei weitem mehr als 24 Stunden haben dürfte ;).

Für mich ist das A und O: bei mir bleiben und mich nicht mehr einlullen lassen von solchen Schergen, die im Grunde nichts Gutes im Schilde führen ;). Denn davon gibt es reichlich!

Erst wenn ich Respekt vor einem Mann habe, kann ich vertrauen…Stück für Stück. Vorher reicht es, wenn man ein Getränk zusammen nimmt und genau hinschaut, wer denn da so vor einem sitzt ;).

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Die narzisstische Sexualität – warum sie nie wirklich erfüllend sein kann

Es sei denn, eine Frau will genau DAS!

„Man sollte nicht nur die Haut des anderen berühren, sondern auch sein Wesen und seine Gefühle.“ ~ David Schnarch

Ich möchte an dieser Stelle betonen, daß ich die ganze Palette von „narzisstisch gestörten/beeinflussten Teilen“ bis hin zur NPS (narzisstischen Persönlichkeitsstörung) meine, wenn ich von narzisstisch, narzisstischer Persönlichkeitsstörung etc. schreibe.

Es gibt Abstufungen, diese aber immer einzeln zu differenzieren ist a) schwierig und b) sind viele Verhaltensweisen einfach gleich, wenn auch in der Ausprägung verschieden.

Ein Thema, was ich selbst aus Erfahrungen kenne (Beziehungen, Gespräche mit Frauen, Berichte von Frauen in einer solchen Beziehung, aber auch von einem früheren Freund mit diagnostizierter NPS, der sich mir gegenüber als Freundin geoutet hat), ist die narzisstische oder narzisstisch geprägte Sexualität.

Sie unterscheidet sich durch ganz wesentliche Punkte von einer „nicht gestörten“ Sexualität.

Die Sexualität zwischen zwei Menschen, die in einer – ich nenne es mal „normalen“ Liebesbeziehung zueinander stehen, ist von

  • annehmender
  • fürsorglicher
  • liebevoller
  • achtsamer
  • heilender
  • einander zugewandter
  • zärtlicher
  • offener
  • freier
  • nährender

Energie geprägt.

Jedes Paar liebt anders. Auch kann sich die Sexualität eines Paares – gerade, wenn das Paar länger zusammen ist – verändern. Sie kann eher eintönig werden, vielleicht sogar ganz „einschlafen“ oder aber auch im günstigsten Fall eine dauerhafte Quelle gemeinsamer Inspiration sein.

In jedem Fall ist sie eine der wichtigsten Pfeiler einer „soliden“ und in sich gesunden Partnerschaft und Liebesbeziehung.

Die Partner gehen offen mit ihren Wünschen und Vorlieben, Abneigungen, aber auch mit ihren sog. dunklen Seiten um. Es finden Gespräche statt oder aber das Paar probiert sich aus…“markiert“ Grenzen und/oder ist offen auch für sog. Grenzerfahrungen.

In einer solchen – von Vertrauen und Nähe getragenen – Liebesbeziehung dürfen alle Anteile gelebt werden, wenn erwünscht. Es wird nichts ausgelagert, ausgeklammert, verschwiegen oder an anderen Stellen ausgelebt (und dem Partner, der Partnerin verheimlicht).

Erlaubt ist immer, was beiden gefällt; über ein gegenseitiges tiefes Vertrauen und eine ebensolche Nähe kann eine „sexuelle Landschaft“ innerhalb einer Liebesbeziehung entstehen, die für beide Seiten auf körperlicher und seelisch-geistiger Ebene auf die Dauer befriedigend ist und immer wieder neue Inspirationen schenkt, die sich auf alle Bereiche unseres Lebens bezieht.

Eine solche Sexualität schafft einen Hafen, ein Nest und Geborgenheit.

Die narzisstisch geprägte oder rein narzisstische Sexualität lebt vom genauen Gegenteil.

Vertrauen, Nähe und Zärtlichkeit sind für den Narzissten oder den narzisstisch geprägten Menschen eher nicht angestrebt bis ein „no-go“, denn es wäre eine Einlassung auf den Partner, die Partnerin, aber auch auf sich selbst nötig.

Die narzisstische Sexualität lebt vom oberflächlichen Kick. Sie lebt von den sog. dunklen Anteilen, die der narzisstische Mensch im Grunde in sich selbst abspaltet und auf die Partnerin überträgt. Je größer die eigene Abspaltung im Inneren, umso benutzender und abwertender ist die Sexualität des Narzissten seiner Partnerin gegenüber.

Die narzisstisch geprägte Sexualität hat nur ein Ziel:

  • die Bespiegelung des Narzissten in der Partnerin und
  • das Ausleben der Triebnatur möglichst ohne jegliche emotionale Anbindung

Die meisten Narzissten haben eine starke Libido; die Konzentration liegt genau darauf und in der möglichst „unkomplizierten“, sprich unverbindlichen und schnell zu habenden und benutzenden Sexualität. Die Abstufungen und Vorlieben können variabel sein, oft ist aber eine Hang zu

  • Sex mit Prostituierten
  • (regelmässigem) Porno-Konsum
  • Praktiken wie SM oder BDSM
  • etc.

vorhanden.

Je nach Typus Mann ist der Typ der Frau schlichtweg egal, Hauptsache sie ist „willig“ und liefert das, was die narzisstische (Lust-) Zufuhr braucht oder aber er wählt bewusst bestimmte Frauentypen aus, die in sein abgespaltenes Muster passen.

Da manche Wahl davon vielleicht nicht in sein eigenes „moralisches Schema“ passt (Abspaltung!) oder es aber schlichtweg gesellschaftlich nicht anerkannt wäre, werden diese Gelüste auf andere Art und Weise befriedigt.

Fakt ist, daß die Sexualität des narzisstisch geprägten/gestörten Menschen nie von der Nähe und Einlassung lebt, sondern vom benutzen bis hin zur (bewussten) Erniedrigung der Frau.

Was macht diese Sexualität mit der Partnerin (der aktuellen Wahl)?

Das kommt auf die Frau an. Ist sie eine „gute“ Co-Narzisstin oder hat selbst narzisstische/manipulierende Anteile, so wird sie dem Narzissten genau das „liefern“, was er benötigt. Sie wird zu seiner privaten Hure, weil sie selbst ihre Defizite in ihrem eigenen Inneren auffüllen/kompensieren möchte. Oder aber weil sie diesen Mann aufgrund eigener Verlust-Ängste halten will oder diese Sexualität aus eigenen Missbrauchserfahrungen kennt.

Sex ist immer auch ein Macht-Mittel – in einer narzisstisch geprägten Verbindung, in der diese im Grunde menschenverachtende Sexualität gelebt wird, geht es immer um Macht und Kontrolle, um Unterwerfung und Erniedrigung. Das hat auf keiner Ebene auch nur im Ansatz etwas mit Liebe, liebevoller Hinwendung oder Nähe und Geborgenheit zu tun, denn all das gibt es in einer „Beziehung“ mit einem Narzissten meist nicht.

Frauen, die einen guten Zugang zu ihren Gefühlen, ihren eigenen Grenzen, der Unversehrheit ihres Körpers und ihrer Seele haben, werden diese Art von Sexualität schnell einstellen, sich verweigern. Sie spüren, daß sie nicht „gemeint“ sind, sondern lediglich das Objekt der narzisstischen Begierde sind. Eine feinfühlige Frau spürt recht schnell, daß sich die Sexualität eines narzisstisch geprägten Menschen/Mannes ziemlich wahllos ausleben läßt. Wenn sie sich also verweigert, dann holt er sich seine Befriedigung eben woanders.

Diese Sexualität wirkt sich meist auf die Frau, die ihre „Sinne noch beisammen hat“, ver- und zerstörend aus.

Die sich verweigernden Partnerinnen sind dann „langweilig“, „liegen da wie ein Brett“, „machen nicht mit“, …auch langweilig usw. Die Berichte meines früheren Freundes möchte ich hier nicht wiedergeben, sie sind stark triggernd und erniedrigen eine Frau auf`s Schärfste. Zumindest hat er sich mir gegenüber darüber offen geäußert, und ich war nie mit diesem Mann in einer Beziehung. Aufschlussreich war es allemal. Es wird sich in jeden Fall mehr oder weniger abfällig über die Frau geäußert, die diese Bespiegelungs-Geilheit nicht mitmachen will.

Mich persönlich haben diese Erfahrungen darin bestärkt, meinem Bauchgefühl und meiner Intuition zu folgen. Ich spüre sehr schnell, ob ein Mann in seiner Sexualität „gesund“ oder narzisstisch „tickt“. Allein die Körper-, aber auch direkte, vor allem aber die indirekte Sprache eines Mannes verrät ihn sehr schnell – auch, wenn er meint, das verstecken zu können.

Die Verletzungen, die eine narzisstisch geprägte Sexualität – vor allem über einen langen Zeitraum – in der Frau hinterlassen kann, kann unterschiedliche Auswirkungen haben. Von Krebs oder anderen organischen Krankheiten bis hin zu Orgasmus-Schwierigkeiten (Vertrauensbrüche und Erniedrigungen) und Angst-Störungen in der Sexualität kann einer Frau in einer solchen Verbindung alles als „Erinnerung“ im System verbleiben.

Die Verletzungen brauchen vor allem die Zeit der Heilung und werden durch Behutsamkeit und liebevollem Umgang mit sich selbst, aber auch durch Wärme-Anwendungen, sanften Tantra-Massagen etc. in der Heilung unterstützt.

Staphisagria kann ein homöopathisches Mittel der Wahl sein. Es wird besonders bei Frauen eingesetzt, die missbräuchlichem Sex und der damit verbundenen Demütigung ausgesetzt waren.

Das Nachfolge-Mittel kann Natrium Chloratum sein, um die seelischen und körperlichen Verhärtungen aufzulösen.

Diese beiden Mittel sind lediglich Empfehlungen; um eine persönliche homöopathische Behandlung im Anschluss an eine solche Beziehung anzugehen, sollte eine erfahrene Heilpraktikerin konsultiert werden, die eine umfängliche Anamnese erstellt.

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Narzisstische Manipulation und das „Gegengift“

„Wenn wir lange genug geträumt haben von etwas, das nie so sein wird, wie wir es gerne hätten, dann setzt die einzig wirksame Medizin gegen Manipulation ein:

  • die Ent-Täuschung.“ – Mahamati

Narzisstisch und/oder psychpathisch gestörte Menschen setzen vor allem ein „Gift“ ein, daß sie gegen Menschen benutzen, mit denen sie zu tun haben:

  • Manipulation

Die Formen von Manipulation sind „erlernbar“, es gibt reichlich Literatur dazu, und es lohnt sich auch, diese zu lesen. Allerdings musste ich an einigen Stellen der sog. negativen Manipulationstechniken aufpassen, daß ich mich nicht directamente über die Buchseiten übergebe.

Es gibt für mich die „gute Manipulation“ und die „schlechte“. Die sog. gute Manipulation setzt ihren Fokus vor allem auf:

  • Förderung unserer Mitmenschen in ihren Stärken
  • Verständnis für ihre Schwächen
  • sie lobt
  • sie bestärkt
  • sie will stets das Gute
  • sie nährt
  • sie liebt
  • sie ist ehrlich und aufrichtig
  • sie ist transparent
  • sie ist berechenbar
  • sie erzeugt ein ruhiges und wohlwollendes Umfeld

Die sog. schlechte Manipulation – insbesondere, wie sie narzisstisch und psychopathisch gestörte Menschen in ihrem Umfeld benutzen, hat folgende Ziele:

  • Abwertung der Fähigkeiten des Gegenübers (was ja für den Narzissten und Psychopathen kein Gegenüber ist, da dieses immer „unten gehalten“ werden muss, um die eigene Position zu stärken
  • permanente Kontrolle über das Gegenüber
  • Ausschaltung der „Konkurrenz“ – eingebildet oder echt
  • das mehr oder weniger gehässige Herausstellen der Mankos, Schwächen
  • das bewusste Zeigen von Dominanz (an Hunden kann man das hervorragend gut beobachten: sie scharren z.B. mit den Läufen, um ihren Kotabsatz zu „vergraben“) in der Körpersprache
  • sie schwächt, wo es auch immer etwas zu schwächen gibt
  • sie sucht sie und will die „Fehler“ des Gegenübers sichtbar machen, prangert sie an, vor allem aber, um von eigenen Mankos abzulenken- zur Not auch mit entsprechender Lautstärke in der Stimme und auch gerne vor anderen. Ablenkungsmanöver ist eine der „Spezialitäten“ von Narzissten und Psychopathen
  • sie isoliert und „friert ein“
  • sie hasst (sich selbst)
  • sie dementiert (die eigenen Mankos)
  • sie lügt, verschweigt, verdreht und hat überhaupt kein Problem damit, diese manipulierten „Tatsachen“ auch zu streuen
  • sie ist intransparent
  • sie ist unberechenbar
  • sie erzeugt eine ständige und beabsichtigte Unruhe

Im Umfeld eines positiven motivierenden und ebenso positiv manipulierenden Menschen fühlen wir uns wohl. Wir fühlen uns vertraut, aufgehoben. Wir sind in unserer Mitte und in der Ruhe.

Aber!!!!

Narzissten und Psychopathen benutzen diese zunächst positive Verstärkung (Love bombing), um unser Vertrauen zu gewinnen!!! Dieses Verhalten dauert in einer Zeitspanne „von…bis“ an. Wenn sich der narzisstische oder psychopathische Mensch seines Gegenübers „sicher“ fühlt, geht die Spirale der Abwertung los.

Ich selbst habe – bei Männern und Frauen – unterschiedliche Zeitspannen erlebt. Bei dem einen NPS-ler hat es länger gedauert, bis er diese Form der negativen Manipulation angewendet hat, bei dem anderen ging es bereits nach sehr kurzer Zeit los. Männer agieren da anders als Frauen, auch diese Erfahrung durfte ich insbesondere in diesem Jahr machen.

Die Boshaftigkeit und die bewusste Abwertung ist allen gleich. Wann sie einsetzt, ist schlussendlich und im nachhinein auch egal. Sie findet statt – Punkt.

Bei narzisstisch gestörten Frauen können die gleichen Verhaltensweisen einer direkten Boshaftigkeit und Wut direkt auftreten, es gibt aber auch solche, die mit Jammerei, ständigen Selbstmord-Drohungen oder ähnlichem destruktivem Verhalten auffahren.

Allen gleich ist schlussendlich immer die Formel: ich bin das Opfer, die anderen (wer auch immer) sind…“böse“, „schuld“, „psycho“, „armselig“ etc. – Projektion in Reihe

Die hauptsächliche Vokabel aber heisst:

  • Du bist schuld!!!

Narzissten und Psychopathen finden IMMER und reichlich Gründe, an denen ihr Umfeld „schuldig“ ist.

Und hier setzt die Perfidität dieser Manipulation erst richtig ein:

  • wir alle haben unsere Themen von Schuld
  • wir sprechen mit unserem Gegenüber über unsere intimen Themen, auch darüber
  • wir gehen davon aus, daß der Partner, die Freundin, Bekannte etc. das nicht gegen uns benutzen, aber…Fehlanzeige!!! Denn das ist genau die Schwachstelle, in die sie (unter anderem) reingehen wie mit einem scharfen Messer

D.h., alles, was für uns und in unserem Leben mit der Schuld-Thematik besetzt ist, wird hervorgeholt durch Manipulation des Narzissten oder Psychopathen (weiblich oder männlich).

Natürlich hat auch der Narzisst, der Psychopath seine Themen, die mit Schuld zusammenhängen. Nur wollen diese sich die

  • auf keinen Fall ansehen
  • schon gar nicht hinspüren
  • und schon überhaupt nicht in einer Therapie bearbeiten – schliesslich haben die anderen ein Problem und nicht sie selbst, was auch mit Nachdruck „veröffentlicht“ wird

Es ist also sehr viel einfacher, die Schuld-Thematik (die meist der Mutter gilt, weil diese sich ihrer Meinung nach nicht genug gekümmert hat oder schlichtweg nicht kümmern konnte aus verschiedenen Beweggründen) auf ein Gegenüber abzuwälzen und sich dort die Auswirkung dessen anzusehen, was sie selbst in einer wirklichen Gegenüberstellung niemals meinen aushalten zu können.

Ein sehr schöner Satz dazu ist: „Ich habe keine Probleme mit meiner Mutter. DU bist das Problem!“

Narzissten und Psychopathen erzeugen also bei und vor allem IN ihrem Gegenüber ein ständiges Grundrauschen von

  • Schuld
  • Scham
  • Ohnmacht
  • Verurteilung
  • Abwertung

Die Manipulationstechniken, die diese dazu benutzen, wirken wie Kleister im Gehirn des Gegenübers; sie sind wie eine ständige Nebelmaschine, die uns zwar im Grunde noch sehen lässt, was da vor sich geht, aber nicht mehr klar sehen. Geschweige denn denken oder gar handeln.

Diese ständige Infiltration mit den projizierenden Inhalten (der Narzisst und Psychopath projiziert grundsätzlich!) fühlt sich irgendwann für das Gegenüber wie ein Kleid an, was eigentlich nicht passt, aber passend gemacht wird.

Wer kennt das nicht?

Wir gehen los und wollen uns ein Kleidungsstück kaufen. Wir landen in einem entsprechenden Geschäft und die Verkäuferin hat zwar keinen Blick dafür, was uns steht, aber sie will uns ihren (schlechten) Geschmack aufdrücken. Sie belatschert uns, wie „toll“ wir doch in diesem Kleidungsstück aussehen, wie gut es uns steht, wie sehr die Farbe unseren Typ unterstreicht.

Wir wollen dieses Kleidungsstück „eigentlich“ nicht, wir mögen den Schnitt „eigentlich“ nicht, wir finden die Farbe „eigentlich“ doof, wir fühlen uns „eigentlich“ darin sehr unwohl. Aber was machen wir am Schluss? Richtig, wir kaufen den Fummel, packen ihn verärgert in den Schrank (oder gleich in die nächste Altkleider-Tonne) und fühlen uns dann obendrein noch schuldig! Denn wir blöd konnten wir „eigentlich“ sein, uns diesen Mist aufquatschen zu lassen?

Fazit dieser Nummer:

  • wir sind blöd
  • wir konnten uns nicht abgrenzen und für unsere Meinung einstehen
  • wir fühlen uns schuldig anstatt der Verkäuferin ganz klar zu sagen, daß wir dieses Teil nicht wollen und peng

So funktioniert Manipulation. Hier in dem Falle ja noch recht harmlos. Im Falle einer narzisstischen oder psychopathischen Manipulation erleben die Partner oder Partnerinnen, Angehörige etc. die Situation mit dem Kleidungsstück in Übertragung noch viel, viel schlimmer und in Dauerschleife. Vergiftung und Verkleisterung unserer Hirne, unseres Selbst.. Und genau das ist das Ziel des Narzissten oder Psychopathen (wiederum unabhängig vom Geschlecht):

  • sie übertragen ihre eigene Verkleisterung und Vergiftung in Dauerschleife auf andere—>Projektion

Was also ist das probate Gegengift?

Klärung im eigenen Inneren! Schauen, wo hat was angefangen, seltsam oder „komisch“ zu werden? Wo entstanden die Diskrepanzen im Umgang miteinander genau und wann und vor allem:

 

  • wo genau ist Deine Illusion zerbrochen im Zusammensein mit diesem Menschen?
  • wo genau bist Du immer wieder eingebrochen oder brichst immer noch wieder ein?
  • wo genau liegt Dein eigener „verträumter Schwachpunkt“ von Mitleid, Mitgefühl, Schuld, Scham und Ohnmacht, die Dich in einer solchen Beziehung trotz quälender Umstände weiterhin halten?
  • wo genau setzen die Frauen wieder in ihrem neuen Leben an, wenn sie eine solche Beziehung endlich verlassen konnten?
  • was genau gilt es im Leben und im Da-Sein jeder dieser Frauen (oder auch Männer) wieder hervorzuholen? Welchen Schatz glaubst DU, kannst Du unter dieser Manipulation von außen wieder zurück zu Dir holen oder überhaupt erst einmal entdecken?

Um an diese Punkte zu kommen, um die Seifenblase von „hätte, wäre, könnte, würde“ zum platzen zu bringen, brauchen scheinbar alle Frauen, die mit solchen Männern – oder umgekehrt –  zu tun haben oder hatten, genau DIESE!

Aleister Crowley beschreibt in seinem entsprechenden Tarot eine Karte dazu sehr genau. In meiner Jahreslegung für 2016 steht der Monat Dezember unter der Karte der 10 Kelche – der sog. Sattheit. In der Deutung dazu gibt es einen für mich sehr wesentlichen Satz, der sicher nicht nur für mich gilt, aber für mich persönlich unglaublich wichtig ist:

  • das Erwachen aus dem Dornröschen-Schlaf

Wenn wir als Partnerinnen dieses Erwachen zulassen, wenn wir die Desillusionierung zulassen – unabhängig vom Alter! – wenn wir zulassen, daß das, was unsere tiefsten Herzenswünsche waren und sind, entweder revidiert werden dürfen oder schlichtweg an die „falsche Adresse“ gebracht wurden, dann tut das erst einmal weh.

Aber es ist wie ein Geburtsschmerz…jede Wehe bringt uns an unsere eigene innere Wahrheit. Sie bringt uns zu unserem eigenen inneren Wesenskern zurück und damit zurück in unserer Stärke, in unseren Mut, in unsere Liebe zu uns selbst.

Für mich ist die sog. Selbstliebe keines dieser Mantren, die uns tagtäglich in den sozialen Netzwerken präsentiert werden. Denn so ist es meines Erachtens nach nicht umsetzbar. Weil nämlich der ganz wichtige Schritt vorher fehlt:

  • die klare Sicht und der Realitäts-Check dessen, was wir immer noch zu entschuldigen suchen – nämlich das Verhalten von Menschen, die uns solange manipulieren, bis wir uns von diesem Gift befreien

Die Befreiung heißt Klarheit und Bewusstwerdung unserer eigenen Themen.

Ich möchte an dieser Stelle anmerken, daß ja so einige „Speaker“ und „selbsternannte, vor allem männliche Gurus“ sich für besonders toll halten, wenn sie ihre per Video auf uns losgelassenen Botschaften zum Thema „Selbstliebe“ in einer bestimmten Form herniederprasseln lassen…und gerade Frauen neigen dazu, sich auch noch „selbsterkennend“ vor diesen – ja, auch Narzissten und zwar in Reinstform – demütig nieder zu knien.

Da wird der gleiche Bullshit von Manipulation nur wiederholt – wenn auch in anderer Verpackung und wieder drin im Gehirn-Kleister!

Gehe also los…habe DEIN Kleid im Kopf, male es Dir aus und gehe in das Geschäft Deines Vertrauens. Vor allem aber vertraue DIR selbst, daß Du genau weißt, was Dir steht oder nicht. Und dann nimm´dieses Kleid, trage es stolz nach Hause und zieh´es an, so oft es nur geht.

Selbst-Bewusstsein auf allen Ebenen ist das Gegengift für alle Formen der Manipulation.

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Warum der narzisstische Mensch nicht lieben kann

„Liebe ist nicht das was man erwartet zu bekommen, sondern das was man bereit ist zu geben.“ ~ Katherine Hepburn

Fragt man einen narzisstischen Menschen, ob er liebt, lieben kann, wird er antworten: „Aber natürlich kann ich das!!!“

Und dann erleben wir diesen Menschen; in Beziehungen, in Freundschaften, im Beruf und fragen uns – berechtigterweise – was denn dieses narzisstische Verhalten mit Liebe zu tun hat?

Täglich lese ich von Menschen, die sich fast schon verzweifelt um die dauernde Frage in ihrem Kopf „Hat er/sie mich denn nie geliebt?“ bewegen. Es werden Erklärungen gesucht, aber keine gefunden. Es werden fast schon „Ausreden“ konstruiert, um sich selbst nicht dem Schmerz stellen zu müssen: nein, sie haben nicht.

Denn sie können es nicht! Narzisstische Menschen haben sich zu einem sehr frühen Zeitpunkt in ihrer Kindheit komplett von ihrem Gefühl abgeschnitten und haben es durch destruktive Verhaltensweisen ersetzt.

Sie haben ihr eigenes inneres Kind in die Ecke, in einen Eisschrank geschoben, es eingefroren. Da, wo liebende Menschen wärmen, halten und fürsorglich sein können, liebevoll, „ersetzen“ sie die Liebe durch Eiseskälte, die sie an die Menschen abgeben, mit denen sie zu tun haben.

Gefühle sind „gefährlich“, also müssen sie weg. Und jeder Mensch in ihrem Umfeld, der daran irgendwann verzweifelt mit allen möglichen emotionalen Reaktionen muss auch „weg“.

Sie kümmern sich nicht um ihr inneres Kind, aber dessen Bedürftigkeit ist in jeder ihrer Handlungen zu spüren. Vor allem aber die Wut bis hin zum unglaublichen Zorn, die Abwertung derer, die in ihrem Umfeld sind, die das abbekommen, was sie selbst nicht bekommen haben:

  • Zuwendung
  • Wärme
  • Liebe.

Der narzisstische Mensch verbannt sein inneres Kind, dessen Schmerz über das Nicht-Erhaltene nicht aushaltbar zu sein scheint und ersetzt es durch ein z.T. beachtliches Reservoir an Masken.

Masken, Verhaltensweisen, für die narzisstische Menschen meinen, „aufrichtig geliebt“ zu werden. Doch wie lässt sich denn ein Mensch lieben, dessen Masken wir lediglich sehen und erleben?

Der uns dauernd „mitteilen“ muss, wie er uns aus seinem eigenen Eisschrank heraus sieht?

Der narzisstische Mensch in seiner Abspaltung wird über die Jahre seiner Entwicklung also Verhaltensweisen entwickeln, von denen er meint oder sie auch mit „Erfolg“ umsetzt, die ihm diese vermeintliche Liebe, die er als Kind schmerzlich vermisste (und das bis heute!) geben kann.

Diese Verhaltensweisen sind – unabhängig vom Geschlecht – immer gleich (die anschließende Reihenfolge ist dabei unerheblich):

  • sie tragen ihre Bedürftigkeit durch jammern und klagen nach außen; Menschen in ihrem Umfeld werden emotional erpresst durch z.B. Androhungen von Suizid etc.
  • sie tragen eine „Grund-Wut“ in sich und explodieren relativ schnell, wenn ihnen nicht das gegeben wird, was sie vom (unbewussten) Standpunkt ihres verlassenen inneren Kindes haben wollen
  • sie lassen ihr nahestehendes Umfeld gerne vor ihre eingefrorenen emotionalen „Pumpen“ laufen. Die Bedürftigkeit des Partners z.B. wird also partout nicht oder nur sehr ungern oder mit deutlich gezeigtem Widerwillen oder mit entsprechenden Kommentaren der Abwertung oder bedürftigen Person „quittiert“. Was also das verlassene innere Kind des narzisstischen Menschen nicht haben durfte, soll auch der andere nicht bekommen
  • sie tun oft so ziemlich das Gegenteil von dem, was der Partner, Familienangehörige etc. sich vom narzisstischen Menschen wünscht; „Du hast Bedürfnisse an mich gerichtet? Ich gebe sie Dir nicht!!!“
  • bei Geburtstagen, Jahrestagen etc. wird sich keine Mühe gemacht, dem anderen eine Freude zu machen, ihm oder ihr zu zeigen, daß man an ihn denkt und diesen Tag mit ihm feiert. Auch hier: bewusste Abwertung, da der narzisstische Mensch selbst nichts dergleichen bekam und nun auch nicht haben soll.
  • sie halten Partner, Familienangehörige vor allem in emotionalen Belangen „kurz“. Da sie genau wissen, was der Partner oder Familienangehörige braucht, worin er u.U. selbst im Mangel ist (und wir alle haben unsere Mängel! Das ist weder verwerflich noch „unmoralisch“, sondern menschlich), wird er genau diesen Mangel nochmal und nochmal und nochmal reaktivieren und uns damit mindestens genauso verletzen, wie sein inneres Kind verletzt wurde: „Was ich nicht bekam oder bekomme, steht auch dir nicht zu!“ – Damit schwingen sie sich zusätzlich noch zum sog. Eltern-Ich auf, das richtet, für uns entscheidet und uns Zuwendung einteilt, verwehrt etc. Viele narzisstische Menschen handeln m.E. nach aus der Warte des sog. Eltern-Ichs aus der Erfahrung heraus, was sie selbst von ihren damaligen Bezugspersonen erfahren oder erleben konnten. So erzeugen sie in Dauerschleife eine Reproduktion ihres eigenen tiefen Mangels als Kind, den sie dann im Außen und mit emotionalem Abstand (weil eigene Gefühle eingefroren oder abgeschnitten wurden) fast schon angeekelt betrachten und natürlich niedermachen müssen. Sie sehen in der Projektion ihren eigenen Schmerz als Kind und er bedroht sie. Also „weg damit!“
  • sie können keine wirkliche und kindlich-unschuldige Freude empfinden – das ist meist an ihren Augen zu sehen. Überhaupt weisen die Augen eines narzisstischen Menschen eines auf: den fehlenden Glanz. Der Blick ist emotional nach innen gewendet und damit abgeschottet. Der Blick ins Außen gerichtet hat immer eine Form von Kälte und Gier, Machtstreben und Kontroll-Bedürfnis und z.T. auch Verschlagenheit. Da ich selbst mit einigen narzisstischen Menschen zu tun hatte, von Kindheit an darauf „eingestimmt“ wurde durch das Verhalten insbesondere meiner Mutter, war ich einerseits „blind“ dafür, andererseits wird mit zunehmender innerer Klarheit über die narzisstischen Verhaltensweisen im Rückblick immer deutlicher, welche körperlichen Merkmale einen narzisstischen Menschen ausmachen. Ich fotografiere gerne Menschen, und immer ist mein Blick auf ihre Augen ausgerichtet. Ich habe mir in den letzten Wochen hunderte von Fotos angesehen, auch uralte von meiner Mutter…ihr Blick ist nie warm und von Herzenswärme geprägt und weist die o.g. Merkmale auf.
  • sie sind emotional im Grunde nicht erreichbar, weil genau das für sie mit der Angst verbunden ist, enttarnt zu werden. Sehr emotionale Menschen, wie ich es bin, berühren diese Menschen an ihren empfindlichsten Stellen; sie reaktivieren ständig die Abschottung des narzisstischen Menschen, was sie enorm wütend und verletzend macht. Sie fühlen sich bedroht und schlagen um sich. Ich habe das imi Zusammenhang mit narzisstisch gestörten Menschen lange nicht verstanden und immer weiter versucht, irgendwie auf emotionale Art und Weise an diese Menschen heranzukommen. All meine Versuche wurden entweder mit Sachlichkeit, Rationalität, Ablenkungsmanövern oder Abwertung quittiert. Wurde ich dann in meiner Verzweiflung, ständig vor hochgezogenen Zugbrücken zu stehen und anzuklopfen, irgendwann wütend und verzweifelt ob dieser Kälte, wurde zum Gegenschlag ausgeholt. Heute würde ich nicht ein einziges Mal mehr versuchen, so einen Menschen dort „abzuholen, wo er sich befindet“. Ich konnte das damals einfach nicht verstehen, weil ich nicht so bin. Ebenso wenig war es mir mit den narzisstischen Frauen in meinem Leben möglich, sie auf der Ebene abzuholen. Da verstand ich später besser, warum das so ist, aber vordergründig waren die Wutausbrüche und die Abwertungen meiner Person. Wenn ich heute mit einem Menschen zu tun habe, der emotional nicht erreichbar ist und dazu diverse andere Merkmale aufweist, wo abzusehen ist, daß es narzisstische Verhaltensweisen sind, gehe ich direkt auf Abstand und lasse den Menschen da, wo er ist: in seinem Eisschrank und gehe meiner Wege. Ich erfahre zum Glück meistens im Umgang mit anderen Menschen, daß es so ganz anders sein kann im Umgang. Dieser ist herzlich, wird eben von Herzenswärme und Zuwendung getragen und „pro Miteinander und Wir“.
  • sie sind nicht bereit, sich mit ihrer Geschichte auseinanderzusetzen; Narzisstische Menschen sind so dermaßen von ihrem inneren Kind, ihrem inneren Kern entfernt (ich behaupte mal, daß die meisten dieser Menschen nämlich sehr „fühlig“ und sensibel sind – und leider habe ich oft nur das gesehen und nicht das, war mir dann begegnete), daß sie sich wie ein weidwundes Tier weigern, ihrem aufgeblasenen und falschen Ego mit allen dazugehörigen Verhaltensweisen den Todesstoß zu versetzen oder versetzen zu lassen. Sie kapitulieren niemals, weil das für sie wirklich einem Tod gleichkommt. Die vielleicht noch größere Angst ist, danach „nackt“ dazustehen und dafür ganz sicher nicht geliebt zu werden. Denn das kennen sie: keine Liebe für ihr Selbst, wie es gedacht und gemacht war oder aber die emotionale Verwahrlosung, wo sie niemand gesehen und geleitet hat. Die vermeintlichen Vorbilder schufen oder suchten sie sich selbst, und wie kann ein ungeliebtes Kind ein konstruktives Vorbild von einem negativen unterscheiden? Es wird dahin gehen, wo es dafür am meisten Anerkennung bekommt, was es darstellt. Und dieses Muster wird fortgesetzt, oft bis zu ihrem Tod nicht geändert, sondern im Laufe ihres Lebens noch „nachgeschliffen“. Bis von ihrem eigentlichen und sehr wohl liebenswerten kindlichen Selbst nichts mehr übrig ist.

Wenn wir mit einem narzisstischen Menschen – egal, in welchem Zusammenhang – zu tun haben, gilt es, sich diese Verhaltensweisen klar zu machen, selbst sachlich und rational zu ergründen, wen wir uns da als Gegenüber „herangezogen“ haben. Das ist sicher im emotionalen Kontext oft nicht möglich und auch verständlich. Es braucht Zeit und emotionalen Abstand, um sich damit auseinanderzusetzen und im Rückblick zu schauen: was ging da eigentlich vor sich?

  • das Erwachen aus dem Dornröschen-Schlaf

ist das Wichtigste dabei – für mich auf jeden Fall! Sich selbst klarzumachen, welche Rollenspiele in einer solchen Verbindung gelaufen sind – wiederum egal, in welchem Kontext – erleichtert die Aufarbeitung und die lebensnotwendige Abnabelung (denn es ist ja im Grunde immer eine Mutter-Eltern-Kind-Beziehung!) von diesen Menschen.

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Der einzige Weg, mit Narzissmus umzugehen ist gehen lassen

„Wenn Du willst, daß sich etwas ändert, dann musst Du Dich ändern.“

Ich habe in den letzten Monaten unzählige Berichte über vor allem Frauen gelesen oder Gespräche mit Frauen geführt, die mit Narzissten eine mehr oder weniger lange Wegstrecke gegangen sind; immer waren und sind diese Erfahrungen vor allem von Leid geprägt – viel Leid für alle Beteiligten.

Am schlimmsten finde ich es jedoch, wenn Kinder involviert sind – auch vor ihnen und gerade vor ihnen macht der Narzissmus eines Elternteils keinen Halt. Sie können sich am wenigsten wehren, sie können es überhaupt nicht verstehen, sondern sind diesen Verhaltensweisen ungeschützt und ungefiltert ausgesetzt.

Oft sind Frauen schon lange Jahre von diesen Männern getrennt, und selbst, wenn sie keine Kinder mit ihnen haben, werden sie noch immer massiv von den ehemaligen Beziehungen stark getriggert. Sie können kein Vertrauen mehr aufbauen, geschweige denn, sich auf eine neue Beziehung einlassen.

Verständlicherweise!

Nur für mich selbst ist das keineswegs eine Option, mein eigenes Leben nach einer solchen Beziehung so fortzusetzen – im Gegenteil! Mein Leben gehört mir und zwar zu 100 Prozent. Diese Schleife des Weges war oder ist scheinbar nötig – sie dient aber vor allem dazu, sich (nochmal) darüber klar zu werden, wo wir unser Leben für eine solche „Baustelle“ aufgegeben haben.

Narzissmus ist eine Krankheit und zwar eine so gut wie unheilbare. Dessen muss man sich einfach klar werden und auch sein.

Aber die Betroffenen erwarten von einem narzisstisch gestörten Menschen „normale“ Verhaltensweisen. Nur ist das in etwa so, als ob ich von einem querschnittsgelähmten Menschen erwarte, daß er sich aus seinem Rollstuhl erhebt und wieder anfängt ohne Hilfen zu laufen.

Narzisstisch gestörte Menschen sind in ihrer Krankheit gefangen und reißen alle mit sich, die mit ihnen im näheren Umfeld zu tun haben. Sie verursachen Störfelder in unserem Leben und in unserer Seele, in unserem Körper. Die z.T. schweren Folgen auf körperlicher und seelischer Ebene werden erst jetzt hier in Deutschland langsam anerkannt, aber noch längst ist nicht eine wirklich für die Opfer zufriedenstellende Arbeit an der Stelle geleistet, wo emotionaler Missbrauch durch die Krankheit Narzissmus in der Tiefe und mit allen Auswirkungen gesehen wird.

Viele Frauen landen in ihrer Geschichte mit narzisstischen Partnern in Kliniken, z.T. in Frauenhäusern. Sie gingen stark und hoffnungsvoll in solche Beziehungen, bekamen z.T. Kinder mit diesen Männern und fanden sich am Ende immer und nicht nur vor einem Scherbenhaufen ihrer Beziehung wieder; manche gleichen einem Trümmerfeld wie nach einem Bombenangriff, wo der Aufbau erst einmal schier unmöglich scheint.

Sie sind ihrer Hoffnungen und Träume beraubt, ihres Vertrauens. Sie haben sich körperlich benutzen bis misshandeln lassen, sich wurden dauerhafter emotionaler Erpressung ausgesetzt und durchweg abgewertet, beschimpft, belogen und verantwortlich für das gemacht, was der narzisstische Partner in sich als z.T. schwere Ressentiments trägt und sich durchweg weigert, diese in eine wirklich fundierte Therapie zu bringen.

Sie zerstören Familien und die Kinder gleich mit, die dann schlimmstenfalls in Folge selbst an psychischen Störungen leiden oder gar die gleiche narzisstische Störung entwickeln.

Gerade bei den Töchtern narzisstischer Väter – und das fällt mir immer wieder in den Berichten auf – entstehen Störungen, die sich später durch gewisse, z.T. auch selbstzerstörerische Verhaltensweisen in ihren eigenen Beziehungen zeigen. Sie entwickeln z.T. einen Hang zu wesentlich älteren Partnern, immer auf der Suche nach ihrem – ja meist körperlich, vor allem aber emotional nicht präsenten – Vater oder flüchten sich in Drogen, z.T. sogar in die Prostitution. Hier schließt sich der absolut destruktive Kreis: der narzisstische Vater, der seine Frauen natürlich auch in der Sexualität abwerten muss, der einen Hang zu Prostituierten hat, findet seine eigene Tochter u.U. hinterher selbst in der Prostitution wieder.

Das und viele „Begleiterscheinungen“ mehr in allen möglichen Formen sind die Tatsachen. Daran lässt sich nichts beschönigen oder wegatmen. Narzissmus ist durchweg destruktiv. Jeder Frau, aber auch jeder Mann, der damit in einer Beziehung zu tun hatte, weiß, WIE destruktiv und immer zerstörerisch diese Beziehungen sind durch die Prägung ihrer Partner oder Partnerinnen.

Narzissmus hat immer eine Ausprägung von Sadismus – bei dem einen narzisstisch gestörten Menschen mehr, bei einem anderen weniger. Die Grundform des sadistisch motivierten Verhaltens liegt aber immer zugrunde.

Christiane Beerlandt, eine flämische Autorin hat u.a. das Buch „Der Schlüssel zur Selbstbefreiung“ geschrieben und hat darin die tieferen Botschaften von 1100 Krankheiten aufgeführt.

So schreibt sie u.a. zum Sadismus:

„Die tiefste Ursache hierfür ist ein Gefühl tiefer Ohnmacht: Du fühlst dich klein und schwach. Der kleine Mensch spürt, wie er wächst, wenn er dem/der anderen einmal ordentlich die Leviten lesen kann! Du hast zwei Gesichter: du empfindest einen Zwiespalt in Dir. Du willst im Grunde nicht so gesehen werden, wie Du Dich innerlich fühlst: wie ein armes, sensibles und verletzbares Opfer. Du hast Angst davor, im Grunde auch nicht wirklich mehr wert zu sein als dieser arme Stümper. Deshalb ist es für Dich ein Muss, Dir eine Maske aufzusetzen, beziehungsweise um diesen sensiblen Kern herum eine zweite Persönlichkeit aufzubauen…“

„Möglicherweise bist Du in Deinem Leben…bereits sehr früh mit Machtstrukturen Deiner Eltern/Erzieher, der Institution Schule, anderer Kinder, die Dich ärgerten usw. konfrontiert worden…durch das sadistische Auftreten fühlst Du Dich in die Welt der Machtsysteme aufgenommen, wo Erzieher ihre Kinder im autoritären Sinne im Griff haben, anstatt sie ihrer eigenen Art entsprechend zu respektieren; aber nun bist Du einer dieser mächtigen Anführer, jetzt bist Du der Vertreter, der „Big Chief“ anstatt der Stümper, der Du früher warst…“

Christiane Beerlandt beschreibt im weiteren Verlauf des Textes die Projektion des eigenen Selbsthasses auf das naheliegende Umfeld, damit sich der sadistische Mensch „groß und mächtig“ fühlen kann, indem er die Folgen seiner im Grunde Selbstbestrafung an der Be- und Abstrafung anderer Menschen (vor allem von ihm abhängiger, finanziell oder emotional) genießen kann. Diese Menschen lassen sich durch ihre – wie auch immer gearteten – Triebe leben und leben damit im selbst erbauten Gefängnis.

Sie schätzen sich nicht wert, ihr Innerstes nicht (auch wenn sie das immer und immer wieder behaupten), sondern sie hassen ihr Selbst und hassen dafür andere – was im sadistischen Verhalten eines JEDEN narzisstisch gestörten Menschen unabhängig ob männlich oder weiblich in Dauerschleife zum tragen kommt.

Nun stellt sich natürlich die Frage: ob der Sadist, bzw. narzisstisch gestörte Mensch (und für mein Empfinden trägt jeder Narzisst den Sadismus in sich) nicht auch zwangsläufig den Gegenpart, also den masochistischen Partner – braucht, um überhaupt so agieren zu können.

Die Frage ist sicher berechtigt. Dennoch empfinde ich lange nicht jede Frau (oder auch jeden Mann), der eine narzisstisch geprägte Partnerschaft hinter sich gelassen hat oder noch leidvoll darin steckt, als masochistische Persönlichkeit! Die mag es sicher geben, und dann „funktioniert“ das Gesamtgefüge sicher besonders gut, aber es ist nach meinen Erfahrungen insgesamt nicht die Regel.

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Dem Leiden ein Ende setzen

Das geht nur und ausschließlich über eine Trennung mit allen möglichen Konsequenzen. Kein Kontakt, keine nochmaligen Treffen. Keine Hintertürchen offenlassen oder selbst offenhalten. Den eigenen Schmerz und die Fassunglosigkeit annehmen in sich selbst und nicht dauerhaft in Gedankenschleifen des „warum, wieso, weshalb“ verharren. Die Kinder, insofern vorhanden, weitestgehend schützen, das Umgangsrecht mit entsprechender Härte durchfechten. Keine Kompromisse, kein Gebastel. Hier stellt sich natürlich oft die Hürde eines wirklich guten Rechtsbeistandes in den Weg und ich wünsche all den betroffenen Frauen, daß sie einen wirklich guten Beistand und gute Richter finden!!!

Sich immer und immer wieder klar machen, daß der narzisstisch gestörte Partner oder die Partnerin:

  • sich nicht um die Kinder wirklich liebevoll kümmern wird; auch die Kinder sind letztlich immer Werkzeuge um der Kindesmutter weiterhin die gewohnten Verhaltensweisen „angedeihen“ zu lassen. Er liebt seine Kinder genauso wenig wie er seine Partnerinnen liebt. Er liebt sich selbst nicht, im Gegenteil.
  • keinerlei Verantwortung für seine Verhaltensweisen übernehmen wird; er wird seinen Verpflichtungen als Elternteil nicht nachkommen, sondern sich „vom Acker“ (sog. Gründe gibt es ja immer reichlich) machen und dann der Kindesmutter die Schuld zuschieben, daß er den Umgang nicht in Regelmässigkeit und in Angemessenheit pflegt
  • die Schuld an Verhaltensweisen oder (psychosomatischen) Krankheiten der Kinder selbstverständlich der Mutter geben – das ist Fakt und damit sollte die Kindesmutter auch „arbeiten“. Die Projektion fällt hier auf besonders fruchtbaren Boden, denn als Mutter der gemeinsamen Kinder ist diese nochmal besonders angreifbar, wenn sie sich und ihre Kinder nicht massivst schützt und sich abgrenzt
  • einsehen, daß der narzisstisch gestörte Partner oder die Partnerin sich niemals ändern wird und die Menschen, mit denen er zu tun hat, grundsätzlich egal sind – es sei denn, sie nutzen ihm für seine/ihre Belange
  • er sich nach außen immer als der „verlassene Vater“, die „verlassene Mutter“ hinstellen wird oder aber sich als der doch so „besorgte und tolle Vater“ oder im Gegenstück Mutter darstellen wird
  • daß nicht nur die Kindesmutter, sondern natürlich auch die Kinder „schuldig“ sind am Nicht-Kontakt
  • etc.

Das Leiden wird nur durch absolute Klarheit und völlige Desillusionierung über die Krankheit Narzissmus und ihre Folgen auf allen Ebenen im eigenen Inneren beendet!

Diese Klarheit ist nicht dadurch zu erreichen, wenn wir unsere eigenen Wünsche und Hoffnungen von „wäre, könnte, würde, hätte“ auf den narzisstisch gestörten Menschen übertragen, sondern nur dadurch, indem wir direkt und ohne „Beschönigungsformeln“ auf diesen Menschen schauen. Ihn vor allem an einem Punkt immer und immer wieder „abholen“.

  • in seinem Verhalten und das in Gänze

Die Deutlichkeit über das, was sich uns zeigt oder gezeigt hat, ist das Einzige, was wirklich „wahr“ ist und damit brauchbar um für uns selbst wieder ein Leben in Ruhe und Frieden – ob mit Kindern oder ohne – zu führen. Ein Leben, das nicht permanent diesen destruktiven Verhaltensweisen ausgesetzt und mit ihnen zugemüllt und vergiftet wird.

Klarheit und Bewusstsein entsteht nur durch Klarheit und Bewusstsein.

Den einzigen Menschen, den wir ändern können, sind wir selbst. Der narzisstisch gestörte Mensch wird es ganz sicher nicht tun.

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Die instrumentalisierten Gehilfen – Flying monkeys

„Wie Lasalle sagte, ist und bleibt die revolutionärste Tat, immer das `laut zu sagen´, was ist.“ ~ Rosa Luxemburg

Die sog. Flying Monkeys sind die instrumentalisierten Gehilfen eines narzisstisch gestörten/geprägten Menschen. Es gibt dazu reichlich Informationen im Netz, allerdings meist in englischer Sprache.

Es sind diejenigen

  • Freunde
  • Kollegen
  • Familienmitglieder
  • etc.

die mit bestimmten und unwahren Aussagen „gefüttert“ werden, um dem narzisstisch gestörten/geprägten Menschen „zur Seite zu stehen“, da dieser IMMER das Opfer ist.

Das Geschlecht spielt beim narzisstisch gestörten/geprägten Menschen keinerlei Rolle. Wichtig ist, daß diese immer im Opfer-Status sind, Unwahrheiten über den Partner, die Partnerin, Freunden etc. in die Welt setzen, um von ihren eigenen Anteilen abzulenken und nicht zu dem stehen, was sie in einer Beziehung oder Freundschaft an Destruktivität verursacht haben.

Der Partner, die Partnerin ist grundsätzlich schuld, und die Manipulation ist oft weitreichend, zumindest bei den sog. Flying Monkeys, die sich auf die Seite der narzisstischen Person stellen. Sie glauben natürlich nur der einen Seite, kennen oftmals die Partnerin oder den Partner (ehemals oder noch im Beziehungsstatus befindlich) nicht, „erlauben“ sich aber persé ein ebenso abwertendes Urteil über den Partner oder die Partnerin. So ist der Verursacher, die Verursacherin „fein“ raus und überlässt dann oft den Flying Monkeys die „Drecksarbeit“. Es gibt aber durchaus auch „selbst ernannte“ Flying Monkeys, die sich an den Zug durch die Gemeinde mit Lügen einfach dranhängen, weil sie selbst dem Betroffenen, der Betroffenen schaden wollen. Nichts ist also einfacher, als „gemeinsame Sache“ zu machen.

Ich habe mich oft gefragt, was denn die sog. Flying Monkeys für Menschentypen sind.

Oftmals werden gerne Frauen genommen. Sie sind meist leichter zu beeinflussen als Männer durch ihre persönliche Disposition. Wenn sie selbst keine Kinder haben, stellen sie sich oft gerne wie eine „Löwenmutter“ vor das „arme Opfer“. Wenn sie Kinder haben, wird die Mutter-Rolle gern benutzt, denn jede Mutter würde ihr Kind oder ihre Kinder verteidigen.

Oder sie haben selbst einen Teil in ihrer Persönlichkeit oder Geschichte, der nicht „sauber“ ist, und es lässt sich dann doch lieber auf den Zug aufspringen, in dem ein anderer Mensch als „böse“ dargestellt wird, als bei sich selbst zu schauen, ob sich da nicht auch noch die eine oder andere Thematik im „unreinen“ befindet.

Frauen „retten“ nun mal gerne…ob Tiere, Kinder oder auch „arme Männer“, die von ihren Ex-Partnerinnen „böse“ behandelt wurden. Sie hinterfragen nicht die komplette Situation, sondern folgen ihrem „Retterinnen-Impuls“ – blind. Und genau das ist das, was narzisstisch gestörte oder geprägte Menschen genau wissen und für sich nutzen. Jammer-Tiraden sind immer „nützlich“ bei gewissen Menschentypen, um direkt den Impuls in ihnen selbst anzusteuern, dem armen Menschen helfen zu wollen. Ich habe diverse Begebenheiten erlebt, wo genau dieses Verhalten angewendet wurde, das Spiel „die Macht des Opfers“ gespielt wurde, um Zuspruch zu bekommen, Trost, Unterstützung.

Wenn man sich diesen Kreis dann von oben anschaut – ich nehme gern die Vogel-Perspektive ein – dann ergibt sich immer dasselbe Bild:

  • der arme kleine Junge oder das arme kleine Mädchen, das „beschützt“ werden will vor den „bösen Mächten“ im Außen

Da diese Personen selbst im Vorfeld einiges an sehr destruktiven Verhaltensweisen gezeigt haben, dafür aber keinerlei Verantwortung tragen, brauchen sie die sog. Flying Monkeys, die sich dazu instrumentalisieren lassen, für das „arme Opfer“ in die Bresche zu springen.

Ich habe es in meinem Leben immer und wenn irgendwie möglich so gehalten, daß ich mir BEIDE Seiten anhöre. Manchmal gelingt das erst später, und viele Dinge, die vorher „bejammert“ oder beklagt wurden, stellten sich völlig anders heraus. Die Frage ist: wem glaubt man? Der einen oder der anderen Seite?

Da ich narzisstisches Verhalten von mehreren Menschen über lange Jahre in meinem (ehemaligen) Umfeld kennenlernen durfte, zieht sich das Opfer-Verhalten, die Übertragung der kompletten Schuld auf das (ehemalige) Gegenüber (egal in welcher Konstellation) und die „Aquise“ von Flying Monkeys durch alle diese Geschichten. Der oder die „Böse“ sind immer die „anderen“ – natürlich nicht hinterfragt, sondern einfach pauschal übernommen.

Gern wird auch Kontakt zu ehemaligen Freunden oder Bekannten des Betroffenen, der Betroffenen aufgenommen, um diese dann dort weiter und fortgesetzt schlecht zu machen.

Menschen, die zum sog. Flying Monkey „taugen“, sind z.T. aber auch einfach warmherzige Menschen, „fühlige“ Menschen, die sich immer und gern gegen das „Böse“ stellen – was auch immer das für sie persönlich sein mag. Und dabei vergessen sie oft, daß das sog. „Böse“ in jedem Menschen ist; es gibt niemanden auf der Welt, der nur „lieb“ und beschützenswert ist.

Flying Monkeys unterstützen also diese Verhaltensweisen noch dadurch, in dem sie NICHT hinterfragen, bzw. die andere Seite hören (was sie auch oft gar nicht wollen, denn dann müssten sie unter Umständen ihr eigenes Leben, ihr eigenes Verhalten an einigen Stellen oder ihre eigenen Weltbilder hinterfragen) und sich zum „Anwalt“ des „armen Opfers“ machen.

Wie war das noch? „Ich sag`s meinem Anwalt heißt im Grunde: ich sag`s meiner Mama.“

Böse Mama, gute Mama – das ist das eigentliche Spiel, das hier gespielt wird. Und da gerade Frauen doch immer gern die „gute Mama“ sein wollen, springen sie dann auch gern (auch aus ihrer eigenen Geschichte heraus) auf den Zug auf, worauf in großen Lettern „GUTE MAMA“ steht.

Diese Züge führen immer in die Endstation, in die Sackgasse. Am Schluss sitzen dann die Flying Monkeys mit ihren „beschützenswerten“ Opfern zusammen im Abteil und dürfen sich dann gern fragen, ob dieser Weg des „einseitigen Glaubens“ und des einseitigen Handelns für eine „gute Sache“ wirklich so gut war.