Dein Bild von Dir – Portrait-Workshop

„Das Wesen des Menschen bei der Aufnahme sichtbar zu machen, ist die höchste Kunst der Fotografie.“  ~ Friedrich Dürrenmatt

Im Laufe meiner eigenen fotografischen Laufbahn – insbesondere in den letzten Jahren – hat sich die Portrait-Fotografie zu meinem ganz besonderen Feld entwickelt.

Menschen und Gesichter fand ich schon immer faszinierend, das Ablichten eines Gesichts jedoch ist nicht einfach „draufhalten“.

Jedes Gesicht ist anders, jede Form, jede Linie. Und das erfordert ein genaues Hinsehen, vor allem aber hineinfühlen.

www.abstracta-cultura.de // Heike Zanini

 

„Es gibt nur eine Regel in der Fotografie : Entwickle niemals einen Film in Hünchensuppe.“ ~ Freeman Patterson

Es gibt sog. Regeln, wie Portraits gemacht werden können oder „sollten“. Es ist gut und nötig, diese Regeln zu beherrschen. Nur dann können/dürfen sie gebrochen werden. Ich gehe sogar soweit zu sagen: sie müssen gebrochen werden, damit sich andere Blickwinkel und Ansichten ergeben und gezeigt werden.

Ich kenne genug Fotografen und Fotografinnen, die sich allerdings nur an diese Regeln halten – was das eigene Sichtfeld jedoch enorm einschränkt.

Aus dieser „Sicherheit“ des fotografischen Regelwerks auszutreten, sich zu trauen, Portraits anders zu machen, sie ruhig radikal zu bearbeiten, was z.B. Kontrast und Schnitt betrifft, macht den eigenen Fokus weiter und damit auch die Sicht auf andere und sich selbst.

www.abstracta-cultura.de // Heike Zanini
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In diesem zweitägigen Workshop werden wir uns mit verschiedenen Gesichtern beschäftigen und das zunächst nur über das reine Betrachten:

  • was siehst Du vor Dir im Gesicht des anderen?
  • was siehst Du in Deinem eigenen Spiegelbild?
  • was meinst Du, zeigen zu können, was möchtest Du eher verbergen?
  • hälst Du Dich oder andere (vielleicht eher) für „fotogen“?
  • wenn Du Dich nicht für fotogen hälst, warum nicht?
  • kennst Du Dein Gesicht, Deine Ausstrahlung in Gänze oder siehst Du sie vielleicht gar nicht?
  • was magst Du an Dir? Besonders oder überhaupt nicht und warum?

Hier geht es nicht um Bewertungen oder (Selbst-) Kritik, sondern nur um das reine Betrachten!

Im Laufe des weiteren Tages beginnen wir mit dem Ablichten des Gegenübers in verschiedenen Positionen – geschminkt und ungeschminkt!

Wir nehmen in uns wahr, was wir im Gegenüber wahrnehmen – zunächst ohne, dann mit dem Blick durch den Sucher der Kamera.

Wir steigern die Wahrnehmung durch verschiedene Aufnahmen, um die Positionen herauszufinden, die ein Portrait sog. vorteilhaft in der Ablichtung transportieren.

Diese Wahrnehmung wird über das Selbst-Portrait und das Portrait des Gegenübers verfeinert.

Die Aufnahmen werden – bei halbwegs gutem Wetter – draußen, aber auch drinnen stattfinden. Wir werden ausschließlich mit dem sog. available light arbeiten, d.h. ohne Blitz!

Im nächsten Teil geht es um die Bearbeitung der Aufnahmen:

  • willst Du überhaupt ein Bild bearbeiten?
  • möchtest Du lieber eine Schwarz-Weiß-Entwicklung oder eine farbige?

Wir werden uns Kontraste, Schnitte, Retuschen ansehen – was ist möglich und sinnvoll, was eher nicht?

Ich bin selbst eine große Freundin von z.T. harten Kontrasten und keiner Retusche bis auf minimale Korrekturen. Die Bearbeitung findet über Lightroom statt.

Du solltest für diesen Tag mitbringen:

  • eine DLSR-Kamera
  • ein Portrait-Objektiv (möglichst 50er, aber auch 85er Festbrennweite)
  • einen Laptop mit Lightroom als Bearbeitungsprogramm (gibt es auch als Test-Version)
  • insofern vorhanden, ein Stativ
  • bequeme Kleidung, aber auch etwas, was Du gerne auf Deinem Bild sehen möchtest
  • Make-Up, bestimmten Schmuck, Halstücher etc.

Vor allem aber bring´bitte Deine Freude, Deine Lebendigkeit, Deinen Spaß an der Thematik mit :).

„Ich mag keine Landschaften. Nur Menschen und Plastikblumen.“ ~ Elliot Erwitt