Gedanken zu den Krawallen in Hamburg

Die Krawalle in HH anläßlich des G20-Gipfels hat alle Menschen in Aufruhr versetzt. Die sozialen Netzwerke waren voll von Artikeln, Fotos, Film-Material, Stellungnahmen und Kommentaren.

Die Ereignisse in Hamburg stehen für mich stellvertretend für folgendes:

  • die angespannte politische Lage in der Welt an sich
  • das Ringen um Demokratie, Freiheit und Unterdrückung, Gewalt, Verantwortungslosigkeit
  • die eigenen persönlichen Unwuchten, die mehr und mehr sichtbar werden

Ich habe mich sehr intensiv und über einen längeren Zeitraum mit den politischen Ereignissen an gewissen Brennpunkten befasst. Das war wichtig und für mich zu diesem Zeitpunkt auch richtig. Was aber in mir selbst und meinem Umfeld tobte, waren selbst kriegsähnliche Zustände.

Was also lag näher, als für den häuslichen Krieg „Erklärungen“ im Außen zu suchen?

Das, was jetzt in Hamburg passiert ist, dürfte m.E. nach ebenso eine Spiegelung der eigenen inneren Kriege im Innern vieler Menschen sein, die ins Außen verlagert werden.

Die Mars-Pluto-Konjunktion hat auf jeden Fall diese destruktive und kriegerische Energie begünstigt.

Mars als Initiator, aber auch Kriegs-Gott in Zusammenarbeit mit Pluto, der die Schattenseiten ans Licht bringt, war es eine zündende Energie, eine gewalttätige, die sich Bahn gebrochen hat.

Wir können nun – je nach Sichtweise und Positionierung im Leben – alle möglichen Zuständigen, Randalierer, Gewaltbereiten und sonstigen Beteiligten verantwortlich machen.

Die einen sagen:

  • die Polizei hat ihr Bestes getan.

Andere Stimmen sagen:

  • die Gewaltbereitschaft der Polizei war von vornherein Provokation

Hamburgs Bürgermeister hat es richtig gemacht – Hamburgs Bürgermeister hat es schlichtweg verrissen.

Die einen sagen, die Krawalle in HH waren inszeniert und finanziert.

Die anderen sagen, die Krawalle in HH waren vorhersehbar.

Wiederum andere sagen, die Krawalle rühren von gewissen Blocks her und haben weder mit Inszenierung noch mit Vorhersehbarkeit zu tun.

Hätten die Krawalle verhindert werden können? Hätten sie überhaupt stattfinden „dürfen“? Wer ist verantwortlich zu machen? Ist überhaupt nur einer Partei eine Verantwortung zuzuweisen?

Ich habe gestern über 2 Stunden lang nur Artikel und vor allem die Kommentarspalten gelesen. Und auffällig war…wie schon lange…die Kommentare sind zum grössten Teil einseitig:

  • voller Wut und Hass gegen die Randalierer mit entsprechenden und z.T. unterirdischen Kommentaren
  • im Gegensatz dazu gab es für mein Empfinden verhältnismäßig wenig kluge Köpfe, die sich wirklich konstruktive Gedanken gemacht und diese auch geäußert haben…leider sind diese oft in dem Strudel aus Shitstorms untergegangen

Manchen Menschen ist es kaum möglich, all das so unemotional wie möglich zu lesen und bei sich zu bleiben. Wir sollen ja auch gar nicht bei uns bleiben! Die Energie folgt der Aufmerksamkeit – was also liegt näher, als Wut und Angst zu erzeugen, die – unreflektiert – direkt auf unsere eigene Wut und unsere Ängste abzielen.

Und wieder mal:

  • Projektion

Projektion ist das allerbeste Mittel, andere zu

  • manipulieren
  • in Schach und unter Kontrolle zu halten
  • „Regeln“ und „Gesetze“ durchzudrücken
  • Macht zu demonstrieren (welch armselige „Macht“, die Unterdrückung braucht!)
  • Menschen zu gängeln, aufzuwiegeln, in Wut und Angst zu versetzen und…
  • nach einer Institution rufen zu lassen, die uns beschützt…nach einem „starken Mann“?????

Das hatten wir doch alles schon mal. Und wir alle wissen doch auch, wohin das geführt hat. Wohin es gerade die Deutschen geführt hat.

Der Angriff auf unsere – noch vorhandene – Demokratie ist ein Tritt in die deutschen Eier. Beabsichtigt?

Das ist aber nur eine Seite, bzw. nur eine Frage, die wir uns stellen können, wenn wir auf Hamburg blicken.

Die andere Seite ist: bei uns selbst schauen.

Wo sind wir in dieser Zeit-Qualität dringendst aufgerufen, uns an unsere eigenen „Eier“ zu packen, unsere eigenen Unwuchten zu bereinigen, anstatt sie auf andere abzuwälzen in Form von Projektion?

Wo sind wir noch immer in Hass und Wut, Neid und Macht-Gier gefangen?

Und an welchen Stellen lassen wir uns einfangen von den Berichten in den Medien? Wo schocken von Bildern? Auch von denen, die eindeutig gefaked sind, um Stimmungsmache zu erzeugen und damit wieder in unsere „Eier“ packen zu lassen?

Ich habe diese Phase selbst durch, und ja, ich habe mich beeinflussen lassen. Und nochmal: ja, das war die Verlagerung meines häuslichen Krieges.

Wer Wut, Hass, Angst und Neid in sich trägt, der ist absolut unfrei und macht sich zum Spielball all derer Energien, die genau diese Unfreiheit weiter forcieren und vorantreiben wollen.

Wut resoniert auf Wut. Hass resoniert auf Hass. Angst resoniert auf Angst. Neid resoniert auf Neid.

Kontrolle, Unterdrückung resoniert auf Angst und Unsicherheit – und auch das oder gerade das ist Projektion.

Wir stehen – wieder mal – an einem wichtigen Punkt:

  • wollen wir diese Energien weiterhin unterstützen oder
  • wollen wir ihnen etwas entgegensetzen?

Für mich ist die einzige und dauerhafte Lösung, diese Themen im Außen in sich selbst anzuschauen. Wer darauf in bestimmter Weise heftig reagiert, hat de facto ein Thema mit sich selbst an der Stelle – und das meine ich nicht wertend.

Diese Art des Umgangs würde solchen Krawallen wie in Hamburg in gewisser Form die Nahrung entziehen. So aber dreht sich die Spirale weiter und weiter, und die nächsten Ausschreitungen sind vorprogrammiert, die nächsten Entzweiungen, die nächsten „Lager-Bildungen“…divide et impera hat schon immer funktioniert, wenn Menschen nicht wach sind mit sich selbst und sich hineinziehen lassen in diese perfiden Spiele um Macht, Kontrolle und Unterdrückung oder sie selbst betreiben.

Wieder eine Form von Narzissmus, denn dieser lebt genau von diesen Prinzipien, von diesen destruktiven Energien.

„Bleibe bei dir und das möglichst oft. Kämpfe, wenn es nicht anders geht, und das möglichst selten. Nur so bleibst du in deiner Energie.“ ~ Pantha Mahamati

 

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