Jammern, meckern und beschweren – des Deutschen liebste „Lieder“

„Was wäre der Mensch ohne seine Klagelieder? Ein gereiftes Mitglied der Gesellschaft, ein guter Familienmensch, ein liebevoller Partner und ein motivierter Mensch in der Arbeitswelt.“ ~ Mahamati

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„Die Maske des Missmutes zerstört jedes noch so schöne Gesicht.“ ~ Mahamati

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Es gibt Zeiten, Ereignisse, da ist jammern, klagen und sich beschweren dran – temporär geben diese „Klage-Lieder“ eine gewisse Form von Erleichterung über das Gefühl von Ungerechtigkeit im allgemeinen Sinn. Es kann ein wenig befreien, und…wenn man Glück hat, bekommt man dafür auch das, worum es eigentlich geht:

  • Zuwendung

Aber es gibt Menschen, denen „täglich Brot“ das Jammern, Meckern und Beschweren ist – schließlich ist ja die Welt schlecht, die Männer schlecht, die Frauen schlecht, die eigene Familie, der Arbeitgeber, die Kunden, die Freunde…und an sich ist die ganze Welt gegen uns…sie ist halt ungerecht.

Jammern, meckern und beschweren will aber vor allem neben der Zuwendung eines:

  • die Verantwortung für eigene Anteile am Zufrieden- und Glücklichsein abgeben; jemand anderes (wer auch immer) soll das gefälligst tun!

Die ewigen (und so unglaublich un-anziehenden!) Jammerer, Meckerer und Beschwerer sind deutlich zu erkennen – am besten in den sozialen Netzwerken. Gründe gibt es immer!

Die Politiker sind „schuld“, die Dienstleister (welcher auch immer), das Wetter (muss eh für alles und nichts herhalten), die Deutsche Bahn (Standard-Klagemauer für Monopol-Meckerer und mir ja die „allerliebsten“ 😉 ).

Die Politiker wählen wir selbst – oder auch nicht.

Die Dienstleister haben u.U. so beschissene Arbeitsbedingungen (man tut gut daran, sich mal mit Paket-Fahrern zu unterhalten!), daß sie selbst auf dem Zahnfleisch gehen, sehr schlecht eingearbeitet werden und zusehen müssen, wie sie mit einem sehr knappen Verdienst u.U. eine ganze Familie ernähren müssen. Wie wäre es damit, sich die so gerne (und z.T. aus Bequemlichkeit) aus dem Netz bestellten Waren einfach beim örtlichen Anbieter zu besorgen?

Das Wetter…nun…Wetter ist halt. Auch ich bin ein wärmeliebender Mensch, aber ich lebe nun mal hier, und ja, hier ist es leider lange im Jahr eher kalt.

Die Bahn…oh, die Bahn und ihre Kommentarspalten :))). Da werden IMMER und in JEDEM Fall pünktliche Abfahrts- und Ankunftszeiten erwartet – ganz egal, ob es Gleis- oder Oberleitungsschäden, Vandalismus gibt oder sich mal wieder ein armer Tropf in seinem Lebensüberdruss auf die Gleise gelegt oder vor eine Lok geworfen hat – schlimm genug! Nein, es muss gemeckert werden…die Bahn als ultimative Klagemauer der Deutschen ;).

Wie wäre es mit einkalkulierten Ausfallzeiten? Oder mit einem anderen Transportmittel?

Es soll ja Leute geben, die ganze Tagebücher über ihre Erlebnisse mit der Deutschen Bahn schreiben…haben die nichts anderes zu tun??? :))) Scheinbar nicht, denn: auch hier zeigt sich der eher in den Kinderschuhen hängengebliebene Deutsche, der aber perse auf sein Recht der verdammt nochmaligen Pünktlichkeit pocht (selber aber wahrscheinlich gerne mal zu spät kommt oder Termine verzieht).

Verständnis kann helfen. Rücksichtnahme kann helfen. Den Stock aus dem Hintern der permanenten Erwartungshaltung ziehen, kann helfen.

ERWACHSEN werden hilft immer!

Die deutsche Kultur des Jammerns, Meckerns und Beschwerens scheint eine längere Geschichte zu haben.

Für mich hängt vieles mit der Entwicklung nach dem WK II zusammen – der Deutsche als ewiges „Opfer“, der immer ein Händchen braucht oder eine Klagemauer.

Statt machen jammern, statt seinen eigenen Hintern in Bewegung zu setzen, Erwartungen an andere stellen. Statt vernünftig zu argumentieren ein tägliches Beschwerdemanagement pflegen.

Jammern, meckern und beschweren möchte KEINE wirkliche Veränderung – es soll im Grunde alles so bleiben wie es ist, damit genau diese unsäglichen Verhaltensweisen beibehalten werden können. Damit die Zuwendung endlich kommt, die man als Kind so vermisst hat. Damit dem uralten Zorn aus Kindertagen endlich eine Adresse zugeordnet werden kann.

Damit man endlich einen „Schuldigen“ hat.

Damit man seinen Missmut über sich selbst auf andere projizieren kann!

Damit man selbst nicht in die Eigenverantwortung gehen muss und ewig in den Kinderschuhen steckenbleiben kann…Peter Pan (m/w) läßt grüßen!

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Wer sich gegen Dauer-Jammerer, Meckerer und Beschwerer wehrt oder ihnen ganz klar den Nährboden entzieht, wird gemieden bis geschimpft.

Wer ganz klar Stellung zu solchen kindischen Verhaltensweisen bezieht, ist „böse“ und bekommt all das ab, was das zornige, unzufriedene und bockige Kleinkind seit Jahrzehnten mit sich herumschleppt. Man braucht sich nur diverse Kommentarspalten entweder durchzulesen (egal, in welchem Bereich) oder selbst einen entsprechenden Kommentar zu setzen – es hagelt :)))

Das Erwachsensein, was mit Eigenverantwortung einhergeht und Jammern, Meckern und Beschweren keinen Raum mehr gibt, ist mit Anforderungen verbunden, mit Anstrengung manchmal und dem ganz klaren Beziehen einer Position. Und das standing haben nicht sehr viele Menschen. Lieber jaulen, als sich gerade machen. Nicht gehen, sondern die Schmusedecke über den Kopf ziehen und nach der Mama schreien. Nichts von sich aus zum positiven verändern, sondern lieber in der Destruktivität hängenbleiben…damit man sich weiterhin an der Klagemauer festkrallen und aufheulen kann.

Ach ja…ich freue mich immer über einen netten Plausch mit dem hiesigen Paket-Boten oder den Dienstleistern in der Service-Line…es gibt da sehr nette Menschen, die auch nur ihre Arbeit tun.

Und was die Bahn betrifft…ich fahre lieber mit dem Auto…damit ich mich über vor allem weibliche Schnecken im Strassenverkehr aufregen kann ;). Danach bin ich dann wach genug für mein Tagewerk :)).

Und während ich dem Ende dieses Artikels zugehe, schimpft draußen lautstark ein Nachbar darüber, daß jemand SEINEN Parkplatz weggenommen hat (auf einer öffentlichen Strasse! :)))

 

 

 

 

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