Krafträuber und Kraftgeber – von Verzettelei, Co-Abhängigkeit und anderen Ausreden ;)

„Wie oft verglimmen die gewaltigsten Kräfte,
weil kein Wind sie anbläst.“ ~ Jeremias Gotthelf

Am Anfang steht eine Idee…

Und dann?

Ideen habe ich selbst immer reichlich…oft kann ich abends nicht einschlafen, weil in meinem Kopf zig Ideen sind ;). Das war schon immer so, und ich habe irgendwann für mich nicht nur herausgefunden, sondern aktzeptiert und vor allem respektiert, daß ich so bin. Wenn ich dieser Fähigkeit einen Namen gebe, dann nennt sich das wohl Scanner.

Barbara Sher hat zu dem Thema wunderbare Bücher geschrieben, und ich schätze sie sehr!

Sie beschreibt sehr genau die Ideenvielfalt eines Scanners, aber auch genauso beschreibt sie die Mankos, die damit verbunden sind. Unter anderem das

  • nicht losgehen und
  • nicht an einer Stelle starten
  • nicht vollenden und sich
  • permanent ablenken lassen

Ich kenne das zu gut, und ich habe mittlerweile für mich rausgefunden, was ich brauche, um ein „guter Scanner“, nämlich ein produktiver zu sein.

Nicht alle Menschen sind sog. Scanner, aber ich glaube, es sind mehr, als diese Menschen es selbst von sich wissen. Die meisten Menschen gehen einen „normalen“ Lebensweg. Auf diesem Weg aber verliert sich die Fähigkeit des Scanners, seine Ideenvielfalt auf konstruktive Weise zu leben.

Vielen fehlt es an Struktur, die lässt sich aber erlernen.

Was aber insbesondere für Scanner gilt, ist das klare Ausmachen von

  • Krafträubern und
  • Kraftgebern

Es gibt Menschen, die sind gefeit gegen Krafträuber. Sie gehen gerade ihren Weg und schauen nicht nach rechts oder links; oft verlieren sie aber auf diesem Weg besonders und ihnen durchaus gegebene Ideenvielfalt oder entwickeln sie gar nicht erst. Die Empathie für andere ist oft so gut wie nicht vorhanden. Der Lebensplan wird stumpf „abgearbeitet“ und wird höchstens durch reichlich Kompensation in ihrer knappen Freizeit aufgewertet.

Dann gibt es das genaue Gegenteil davon: die Menschen, die sich insbesondere durch Krafträuber immer wieder von ihren Ideen, kreativen Lebensentwürfen oder damit verbundenen Aufgaben abhalten lassen.

Gerade sie müssen ganz genau hinschauen:

  • was gibt mir Kraft?
  • was raubt mir Kraft?

Gehe ich also zunächst zu den Kraftgebern, die m.E. nach die Basis für ein umfassend und auf allen Ebenen erfülltes Leben stehen:

  • für ausreichenden Schlaf sorgen!

Ich habe fast drei Jahre an massiven Schlafstörungen gelitten; die Ursache war in meinem häuslichen Umfeld (Beziehung) festzumachen, und die Schlafstörungen hörten erst Monate nach meiner Trennung auf. Wenn ich heute eine Nacht „durchmache“, dann ist das a) eher selten geworden und b) habe ich mal wieder so einen kreativen Schub, daß ich den sofort umsetzen muss.

Wenn wir auf die Dauer nicht ausreichend und möglichst gut schlafen, fehlen uns nicht nur die Stunden an Erholung, sondern auch die Stunden, in denen wir „unterwegs“ sind; aufarbeiten, die „Seele wandern lassen“.

  • gesundes Essen

Für den einen ist das eine fleischlose oder vegane Ernährung (nein, ich werde jetzt nicht auf die Vorzüge und Nachteile einer solchen Ernährung eingehen. Auch werde ich mich hier nicht in einer Debatte über Massentierhaltung etc. ergehen), für den anderen gehört Fleisch (in ausgewogenem Maße) dazu.

Ich habe mich längere Zeit fast fleischlos ernährt, brauche aber zwischendurch meinen Pot au feu. Und auch meine Currywurst mit „Pommes Schranke“ und ein Fiege – schließlich bin ich durch und durch „Pott-Pflanze“ und liebe meine Wahl-Heimat.

Meine 3-5 Portionen Obst schaufel ich mir meist in dreifacher Menge an einem Tag rein, während ich an anderen Tagen gar kein Obst esse ;). Das in den Supermärkten verkaufte Gemüse schmeckt in der Regel nach wenig bis nix, also hole ich mir die Vitamine auf anderem Weg.

Essen war noch nie mein „Reiz-Thema“ – ich esse das, worauf ich Hunger habe. Und wenn ich eine Tafel Schokolade hintereinander esse, ist das auch okay ;).

Wichtig ist, daß unsere Fähigkeit des Geniessens nicht verloren geht! Wer sich adäquat ernährt und ein wenig darauf schaut, wird bei der Ernährung m.E. nach kaum „Fehler“ machen.

Was ich für viel wichtiger halte, ist das regelmässige Zubereiten von Speisen. Menschen, die nur oder meist draußen essen, haben an einer bestimmten Stelle den Zugang zu sich und ihrer Selbst-Fürsorge verloren. Sie „lassen sorgen“ – und das zeigt eindeutig ein Manko im eigenen Innern auf. Hier wird die „Mama“ ersetzt, anstatt sich um sich selbst zu kümmern.

  • ausreichend Bewegung

Als Hundebesitzerin bin ich ca. 2 h am Tag draußen – bei Wind und Wetter und das seit ca. 18 Jahren. Sport in Regelmäßigkeit betreibe ich, wenn ich Lust dazu habe. Aller Zwang oder ein inneres „du musst jetzt aber!“ törnt mich total ab. 10 Jahre Yoga waren für mich in der Zeit total dran, genauso wie mein Leistungssport als Jugendliche seine Berechtigung hatte. Jedes Ding hat seine Zeit – und da ich eh Bewegungs-Naturell bin, werde ich nie zum Couch-Potatoe ;).

Wichtig ist, sich überhaupt ein- bis zweimal am Tag ausgiebig zu bewegen – was auch immer dazu geeignet ist.

  • ein möglichst ausgewogenes Arbeitsumfeld

An der Stelle wird es schon schwieriger. Nicht jeder Mensch hat das Glück, zum einen genau das zu tun, was er oder sie „schon immer werden wollte“, zum anderen kann man(n)/frau sich die Kollegen und Kolleginnen leider nicht aussuchen. Es gibt Teams, die sehr gut zusammenarbeiten und sich gegenseitig unterstützen und fördern, aber es gibt bei weitem mehr Teams, in denen Mobbing, Demotivation und die sog. innere Kündigung an der Tagesordnung sind. Wer in einen solchen Team „gefangen“ ist, wird über kurz oder lang krank werden oder zumindest sehr an Kraft verlieren. Hier wäre es ratsam, sich selbst mit dem Thema Resilienz zu befassen und dann zu schauen, wie genau diese Widerstandskräfte trotz weniger guten Arbeits- und Team-Bedingungen zu stärken sind.

Ein Bereich, den es immer besonders zu stärken gilt, ist der Bereich der

  • Kreativität

Wenn ich meine Fotografie nicht gehabt hätte, mit der ich mich in bestimmten Zeiten sehr intensiv befasst habe, hätte ich gewisse Zeiten in meinem Leben kaum überstanden. Ebenso war mir meine Schreiberei immer ein Anker, ein therapeutisches Tool, mit dem ich mich wieder „an Land bringen“ konnte, als es ca. drei Jahre in meinem Leben reichlich destruktiv ablief.

Was auch immer wir im Bereich der Kreativität tun – Hauptsache, wir tun es!!! Der Mensch IST ja ein kreatives Wesen, und es ist nicht nur wurscht, was wir tun, sondern gibt es auch unzählige Möglichkeiten, etwas zu erschaffen. Wir müssen „nur“ gehen!

Was viele Menschen außer acht lassen ist

  • die Zeit mit sich selbst ohne jegliche Ablenkung von außen

Diese Zeit ist absolut wichtig! Wer sich nur in „Beschäftigung“ ergeht – egal, welche – kommt nicht bei sich an…was viele Menschen auch nicht wollen ;).

Ich habe gerade im letzten Jahr seit meiner Rückkehr aus Frankreich bis aktuell noch nie soviel Zeit mit mir am Stück verbracht – sehr bewusst!

Es gab reichlich aufzuarbeiten, und ich war am Stück komplett erschöpft. Ich geniesse die Ruhe hier, wo ich lebe, bin viel mit mir und „brauche“ nichts, was mich ablenkt. Ich war über zwanzig Jahre mit meinen Kindern zusammen, hatte immer einen sehr großen Freundes- und Bekanntenkreis und war ständig „auf Tour“. Vielleicht liegt es am Älterwerden…wobei ich es eher als Reife-Prozess empfinde ;). Die meisten Aktivitäten im Außen sagen mir schon lange nichts mehr, sie langweilen mich – außer Kunst, Musik und ein paar andere schöne Dinge. Mit mir zu sein, meinen Dingen, die mich interessieren (und davon gibt es reichlich) und die  guten Freunde, die ich habe, ab und an um mich zu haben, ist für mich sehr gehaltvoll. Ich lebe in einer tollen Hausgemeinschaft, und ich bin so nahe an der Natur, wie ich es mir immer gewünscht habe.

Wer immer nur unterwegs ist, sich permanent ablenkt oder ablenken muss, findet den Weg zu sich nicht und will es wahrscheinlich auch nicht. Doch hier genau liegt eine Kraft-Quelle, die immens wichtig ist – auch für unsere Resilienz!

Der grösste Kraftgeber jedoch sind

  • gesunde Beziehungen – Partner, Freunde, Familie

Wer das nicht hat und wirklich lebt, ist eine verlorene Seele…wie ein umher trudelndes Stück Treibholz…immer auf der Suche, aber nie ankommend.

Für mich waren Freunde und Familie immer sehr wichtig, noch vor jeder Partnerschaft. Sie sind mein Zuhause, und der Ort, an dem ich sein kann, wie ich bin und auch genauso geschätzt werde.

Die Freundeskreise haben sich „runterreduziert“, die Familie ist wieder zusammengewachsen, und ich kann von mir aus dazu sagen: in den Wurzeln liegt die eigentliche Kraft. Da ich selbst 17 Jahre keinen Kontakt zu meinem Elternhaus hatte, weiß ich jetzt mit Wieder-Kontakt, wovon ich spreche. Ja, es geht auch ohne Familie, aber es ist anstrengender, weil uns einfach ein Teil unserer Wurzeln fehlt. Für mich war eine Aussöhnung in gewissen Zeiten undenkbar; ich musste erst einmal herausfinden, was genau in meiner Kindheit und Jugend falsch gelaufen ist, um dann meinen weiteren Weg ohne diese Anbindung zu gehen. Heute stehe ich an einem Punkt in meinem Leben, wo diese Anbindung nicht nur wieder gegeben ist, sondern neben meinen Freunden die wichtigste ist.

Partnerschaft…nur in einer wirklich gesunden Partnerschaft können wir aufblühen – sowohl der Mann, als auch die Frau. Nur in einer solchen gesunden Partnerschaft ergänzen wir uns, fördern wir uns zu unserem Besten und entwickeln eine gemeinsame Vision – was auch immer das für eine sein mag. Jede Form „von…“ hat ihre Berechtigung; ich brauche bestimmte Voraussetzungen, um das leben zu können. Faule Kompromisse? Nicht mein Ding, hatte ich lange genug.

Ebenso ist es mit Freundschaften: ich mag die Menschen sehr, die an meiner Seite sind. Mit ihnen ist Weiterentwicklung möglich, mit ihnen sind schöne Erlebnisse möglich, und die sind vielfältig.

Es gibt sicher noch reichlich individuell andere Kraft-Quellen oder Kraftgeber. Ich nenne hier nur die für mich persönlich wichtigsten.

Die Krafträuber – ein weites Feld…vermeintlich, denn so „weit“ ist es nicht.

Der für mich persönlich größte und weitreichendste Krafträuber sind ungesunde Beziehungen.

Freundschaften, die irgendwann im Verrat enden, Partnerschaften, die äußerst destruktiv verlaufen oder beide insgesamt einseitig werden, sind für mich die größten Krafträuber.

Wer solche „Partnerschaften“ und/oder „Freundschaften“ hinter sich hat – wird wohl fast jeder – der weiß, was das heißt. Vor allem Beziehungsmenschen sind nach destruktiven Beziehungen oder solchen Freundschaften erstmal ausgenockt.

Nach solchen Erfahrungen heißt es vor allem: Rückzug, Rekonvaleszenz und danach sehr gut hinschauen, wem kann ich noch vertrauen und wem nicht?

Ich habe – gerade in Zeiten von Schwäche durch ein destruktives Umfeld – Menschen vertraut, denen ich besser nicht vertraut hätte. Ein Deckel, der nicht ohne war, aber lehrreicher als alles andere zuvor, und das auf allen Ebenen. Ich weiß heute, wozu Menschen fähig sind, und das hat mir sehr die Augen geöffnet in vielerlei Hinsicht.

Co-Abhängigkeit – einer der Krafträuber schlechthin!

„Wir finden immer eine Möglichkeit, etwas Unsinniges zu tun, um ja nicht tun zu müssen, was wir eigentlich tun müssten.“ ~ Melody Beattie

Co-Abhängige sind im Grunde fürchterlich. Sie dengeln an anderen – nämlich wie-auch-immer-„Süchtigen“ – herum, um entweder ja nicht bei sich selbst zu schauen und dort ihre süchtigen Anteile zu heilen (was auch immer diese sind), sondern sie meinen auch noch, ihr fein verpacktes „Helfer-Syndrom“ – nämlich Kontrolle, Macht und ihrem sehn-süchtigen Anerkennungsstreben – über Süchtige und damit Schwächere abwickeln zu können.

Wer einem Süchtigen „helfen“ will, hat selbst meist noch grössere Probleme.

Ich „durfte“ über zwei Jahre in einer von mir initiierten Selbsthilfe-Gruppe reichlich Süchtige beobachten. Sucht ist schlimm. Was aber noch viel schlimmer ist, sind Co-Abhängige…Familienmitglieder, sog. Freunde etc. Da wird „geholfen“ und gezerrt…im Grunde ging es immer nur um die Co-Abhängigen selbst, nie um den oder die Süchtige. Das Streben des Co`s nach Anerkennung, Lob für seine/ihre „Hilfe“, das Gesehenwerdenwollen diesbzgl. und die ständigen Dramen und Inszenierungen um den Süchtigen sind wirklich bühnenreif.

Heute ist mir klar, daß jeder Co-Abhängige eine große Portion Narzissmus in sich trägt: die eigenen Probleme nicht anpacken, aber einen Süchtigen (oder eine Süchtige) „heilen“ wollen oder zumindest „helfen“…wie auch immer. Und es ist der total selbstbezogene Bullshit!

Wer trinkt oder andere Drogen zu sich nimmt, tut das nicht umsonst. Einen Süchtigen von seinem Stoff wegbringen zu wollen, ist eine never-ending-story. Wer trinken will, trinkt weiter – zur Not bis zum Alkohol-Abusus. Ein „Drogist“ (oder eine „Drogistin“) muss den Absprung selbst schaffen! Wenn dieser Mensch nicht von selbst und aus eigener Kraft den Weg in den Entzug mit allen Konsequenzen schafft, dann ist es VERMESSEN, diesen Menschen mit aller Macht und „Hilfe“, „Unterstützung“ davon wegbringen oder gar „retten“ zu wollen. Es ist lediglich selbst-SÜCHTIG, sonst nichts!

Wer einen solchen Menschen „retten“ will, der tut das Notwendige und einzig Richtige:

  • er ist im Notfall höchstens derjenige, der den RTW anruft oder dafür sorgt, daß er oder sie in die Ausnüchterung kommt, bevor Selbst- oder Fremdgefährdung in Verzug ist

Menschen, die sich also in der Retter-Rolle sehen und das auch am laufenden Band propagieren müssen, haben sich nicht nur den grössten Krafträuber an Land gezogen (warum wohl?), sondern vermeiden jegliche Verantwortung für sich selbst an bestimmten Stellen.

Verzettelei

Gerne genommen von o.g. Scannern, aber auch von Menschen, die NICHT auf den Punkt ihrer eigenen Selbstständigkeit (und damit meine ich nicht zwingend die berufliche!) kommen, sondern immer und immer wieder ausweichen, kompensieren, vernachlässigen, wegrennen…vor sich selbst und ihrer Kraft.

Ich kenne das Verzetteln ebenso, wie ich auch alles andere hier kenne – sonst bräuchte ich nicht darüber schreiben, denn es wäre ja vor mir selbst nicht glaubwürdig.

Verzetteln mit all seinen Erscheinungsformen ist ebenfalls ein sehr großer Krafträuber! Es ist für mich die „leichtere“ Form der Co-Abhängigkeit, denn auch sie läßt uns auf der Stelle treten und unsere eigenen Baustellen ins Außen verlagern. Auch mit ihr kommen wir immer wieder an dieselben Punkte, ohne auch nur einen Schritt weiterzukommen.

Am Verzetteln scheitern ganze Existenzen, daran stirbt ganz viel Kreativität, Power und Ideen-Vielfalt. Am Verzetteln hängt sich der-/diejenige auf, der/die sich weigert, in die eigene Kraft zu kommen. die Gründe sind vielfältig. Was genau DER individuelle Grund ist, läßt sich so nicht ausmachen, dafür könnte in der Familiengeschichte mit einer Aufstellung geschaut werden.

Einer der Hauptgründe ist für mich aber immer die Verweigerung der

  • Eigenverantwortung

Es gibt reichlich genug Menschen, die das Thema der Eigenverantwortung eher nicht so mögen. Ich glaube auch – und das bestätigen meine Recherchen immer wieder – daß gerade in der deutschen Geschichte und in Zusammenhang mit den Weltkriegen – insbesondere jedoch der WK II – den Deutschen nicht nur ein gewisser und positiver Stolz genommen wurde, sondern damit auch gleich noch das „Gen der Eigenverantwortung“.

Das Phänomen gibt es sicher in anderen Ländern auch. Hier ist es für mich aber seit Jahren sehr auffällig. Die Politiker sollen`s richten, der Papa, die Mama (die eh und immer für alles verantwortlich sind bis ans Lebensende), die „Gesellschaft“, die Therapeuten etc. – die Liste derjenigen, die uns ans Händchen nehmen sollen, ist endlos.

Wer sich „ans Händchen“ nehmen lässt oder „beschützt“ werden will – in welcher Konstellation auch immer – bleibt ein Kleinkind. Bedürftig, nicht erwachsen, narzisstisch verletzt und ein Nimmersatt auf allen Ebenen. Oft gut getarnt und/oder kompensiert, aber dennoch erkennbar.

Und dabei ist die Verweigerung, die Verantwortung für sich selbst zu übernehmen, ein mächtiger Energieräuber!

Toxische Beziehungen/Freundschaften

Sie sind perse Krafträuber. Befinden sich Beziehungen, Freundschaften etc. nicht auf Augenhöhe und vermissen sie an Reife dem Alter entsprechend, wird einer von beiden der „Nutzniesser“ sein, der andere seiner/ihrer Kraft beraubt. Die Waage ist nicht ausgeglichen, die eine Schale wird massiv absinken. Toxische Beziehungen und Freundschaften sind alle diejenigen Verbindungen, die ein gemeinsames Wachstum verhindern – im „günstigsten“ Fall. Im schlimmsten Fall enden solche ungleichen Verbindungen mit Destruktivität auf allen Ebenen.

Wir finden sehr schnell heraus, was uns in Verbindungen mit anderen Menschen gut tut. Ebenso ist sehr schnell klar, was der „gemeinsame Nenner“ ist. Das kann ein gemeinsames Hobby, aber auch ein gemeinsames Feindbild sein. Es kann die gemeinsame Liebe zu Tieren oder zum Umweltschutz oder der Musik sein, wie eine Affäre, die nur auf Sex basiert.

Das geht alles solange (und irgendwie) gut, solange nicht einer ausschert oder spürt: hier stimmt was nicht. Und ab dem Moment und einem weiteren Verbleib wird daraus ein Krafträuber, wenn wir nicht diese Verbindung auflösen.

Andere Krafträuber

gibt es noch reichlich. Besonders manipulative Menschen sind sehr große Krafträuber, wenn wir uns manipulieren lassen.

Da ich selbst einige Jahre massiver Manipulation ausgesetzt war, kann ich behaupten, daß ich auf seelischer, aber zuletzt auch auf körperlicher Ebene immer dünner wurde. Bestimmte Formen von Manipulation – gerade narzisstische Manipulation – ist so ekelhaft, daß einem schon da auf allen Ebenen „der Appetit“ vergeht. Wer diese erkennt, ist noch lange nicht „raus“, aber wenn, dann ist die Aufarbeitung dieser Manipulationen aufwendig. Lohnt sich aber in jedem Fall, denn dahinter zu blicken, wie perfide gerade diese Form von Manipulation funktioniert, ist schon auf eine Art spannend, wenn auch fernab von jeglichem gesunden Menschenverstand. Durch ihre Art der im Grunde Menschenverachtung (heisst: Selbstverachtung in Projektion) ist sie höchst toxisch und macht sie damit zu einem großen Krafträuber – und zwar für beide Seiten! Nur ist es dem-/derjenigen, der oder die manipuliert, zumindest lange nicht klar, wenn es überhaupt klar wird, daß auch er/sie nur bedingt davon zehren kann, andere Menschen zu manipulieren. Es müssen ja immer wieder neue Opfer gefunden werden; auf die Dauer ziemlich anstrengend und vor allem die Un-Freiheit schlechthin. Auch das ist eine Form von Abhängigkeit – wenn auch nicht stoffgebunden.

Projektion

Auf diese möchte ich hier nochmal besonders hinweisen. Wir alle sind täglichen Projektionen ausgesetzt, und nur wer einen wachen Geist hat, erkennt diese und nimmt sie daher nicht persönlich.

Projektionen sind – in destruktiver Form – ein totaler Krafträuber, wenn wir uns von ihnen durch das „persönlich nehmen“ beeinflussen und beirren lassen. Ich kenne auch das über einen längeren Zeitraum und kann sagen: es ist ebenfalls höchst toxisch oder kann sich enorm toxisch auswirken, wenn wir diese Projektionen nicht als solche erkennen.

Projektionen, sowie Lügen und Verrat sind gern genommene und bei manchen Menschen und Gegebenheiten durchaus wirksame Werkzeuge von Narzissten, Soziopathen und Psychopathen, um ihr Opfer schachmatt zu setzen oder es zumindest zu versuchen. Die wirksamste Medizin: nicht beeindrucken lassen. Toxische Menschen haben sehr viel zu verbergen und agieren genau aus diesen Gründen so, um ihre Ablenkungsmanöver – nämlich von sich weg – zu fahren.

Andere Ausreden

andere Krafträuber.

Wir kennen sie alle…ich muss sie hier nicht aufzählen ;).

Wenn manch einer so viel Kraft und Kreativität in sein Vorankommen legen würde, wie in seine Ausreden…dann wäre die Welt schon längst ein besserer Ort. Nämlich ein Ort der Kraftgeber und -geberinnen.

Es wäre ein Ort der höchstmöglichen Motivation – für sich selbst und andere.

Es wäre eine tägliche Quelle von „GO!“ – und damit entgegen aller destruktiven Verhaltensweisen jener, die in ihren Kindheits-Schemata hängenbleiben.

Ich werde oft gefragt:

  • Und was kann ich denn daran tun?

Meine Antwort ist immer dieselbe:

  • „Schau´ zuerst bei dir, was es da zu tun gibt, und dann geh´.“

Und zum guten Schluss:
„Stelle dich auf dich selbst. Ahme niemals nach. In deine
eigenen Gaben kannst du in jedem Augenblick die
gesammelte Kraft deiner ganzen Lebensarbeit legen,
aber von dem angenommenen Talent eines andern
hast du immer improvisierten und halben Besitz.“ ~ Ralph Waldo Emerson

 

 

 

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