Machtgier // Kontrolle //

„Freiheit und der Wunsch nach Expansion im Menschen muss auf jeden Fall von denjenigen massiv unterdrückt werden, die aus ihren eigenen inneren Gefängnissen niemals ausbrechen wollen und können. Denn dann würden sie ihrer Eigenverantwortung bewusst, die unweigerlich mit Freiheit verbunden ist.“ ~ Pantha Mahamati

Macht und Kontrolle waren von jeher das Bestreben derjenigen, die über andere Menschen bestimmen wollen.

Wer selbst integer ist, seine eigene Freiheit lebt, wird niemals auf den Gedanken kommen, über andere Menschen bestimmen zu wollen und ihnen deren (vermeintliche) Macht aufdrücken zu müssen.

Machthungrige Menschen entgehen durch die Kontrolle und Unterdrückung durch verschiedene („Erziehungs“-)Massnahmen ihrer eigenen Ohn-Macht.

Aber nur scheinbar, denn die Ohn-Macht wird genau in ihrem Verhalten deutlich erkennbar.

Macht und Kontrolle entspringen immer einem „kleinen Selbst“ an bestimmten Stellen.

Ob im Berufsleben oder in privaten Zusammenhängen, sog. (selbst ernannte) „Machthaber“ gibt es reichlich. Und diese „hängen“ sich gerne an Menschen, die an sich autonom und freiheitsliebend sind, andere Menschen schon aus diesem Grunde niemals unterdrücken wollen oder meinen zu müssen, dennoch aber Anteile in sich haben, die eine sog. Machtausübung gestatten.

Die Möglichkeiten, sog. Macht auszuüben, sind vielfältig:

– Kontrolle über Arbeitsplätze wird über die mehr oder weniger unterschwellig gemachte Angst vor Verlust eines Arbeitsplatzes ausgeübt, wenn der oder die Angestellten nicht „spuren“

– Kontrolle über Beziehungspartner wird meist über Geld, emotionale Zuwendung oder Entzug, eventuelle gemeinsame Kinder und andere Felder gesteuert. Wobei Geld immer DAS Zugpferd ist, womit die Menschen nun mal am ehesten zu steuern sind. Gerade in Beziehungen, in denen eine finanzielle Abhängigkeit der Ehefrau vom Ehemann besteht, wird der „lange Arm“ sichtbar

– Kontrolle in sog. Freundschaften wird durch emotionale Erpressungen, „Hilfsangebote“, die später vorgerechnet werden, Eifersucht mit allen Auswirkungen, Beeinflussung von (gemeinsamen) Freunden etc. gesteuert

– Kontrolle in Eltern-Kind-Verbindungen wird gern über die Androhung oder Ausführung von (körperlichen) Strafen gesteuert

und so weiter…Felder gibt es genug.

Das vorrangige Bestreben ist immer, sich „stärker“, „wichtiger“, „grösser“ etc. zu fühlen als andere. Deshalb suchen sich machtgierige Menschen auch in ihren Umfeldern immer genau diese passenden „Gegenstücke“ aus:

  • „folgsame“ und berechenbare PartnerInnen
  • eine Position im Beruf, die ihnen Machtausübung „gestattet“
  • zur Not werden andere Menschen dazu instrumentalisiert, Macht auszuüben – was ja auch wiederum eine Machtausübung ist über die Manipulation

Machtausübung ist immer Manipulation anderer, um sich selbst in seinen eigenen Mankos nicht fühlen zu müssen.

Machtausübung hat prinzipiell keine sog. Obergrenze; Gewaltanwendung ist dann das „Mittel der Wahl“, wenn die Unterdrückung und Manipulation durch o.g. „Massnahmen“ nicht mehr „greifen“.

Menschen, die machthungrig sind, benutzen auch gerne die „Fernsteuerung“ durch diverse Verhaltensweisen, um ihre (vermeintliche) Macht zu erhalten und oder auszuweiten:

– Stalking (was dann im Gegenzug natürlich bis hin zu äusserst niedrigschwelligen Provokationen auf andere projiziert wird)

– Provokation in jeglicher Form an sich, um Re-Aktionen des provozierten Menschen zu erzeugen, deren Worte, Inhalte oder Informationen dann selbstverständlich gegen den provozierten Menschen verwendet werden

  • bluffen (fällt ebenfalls in den Bereich der Provokation)
  • Ablenkungsmanöver (dient ebenfalls der Steuerung anderer durch das Lenken auf deren „Fehler“ oder Verhaltensweisen, die im Vorfeld ja schon manipuliert wurden und dem Vermeiden vom Auffliegen eigener Mankos und Manipulation)
  • verdrehen von Tatsachen, bewusstes Einsetzen von Lügen, Diffamierung und Angriffe unter der Gürtellinie in der Öffentlichkeit mit einer möglichst hohen „Streuweite“ durch die Manipulation anderer (wiederum Provokation; wobei hier deutlich wird, daß der machtgierige Mensch hier schon eher Angst hat, daß er mit seiner Manipulation und seinem machtgierigen Verhalten auffliegt. Er/sie handelt ganz nach dem Vorsatz: „Je mehr ich die Daumenschrauben anziehe, umso mehr wird der andere eingeschüchtert, bedroht und wird sich dann wieder ganz so verhalten, wie ich mich selbst fühle: klein und ohnmächtig – Projektion lässt auch hier grüssen 😉
  • „aussitzen“ durch Verzögerungen, Stillschweigen, etc. und dem Versuch, bestimmte Vereinbarungen, Regeln etc. nach eigenem Gusto auszuhebeln und dann über eventuelle Konsequenzen „zu Gericht“ sitzen und in Projektion dem anderen als „Schuld“ zuzuweisen
  • insgesamt dem Gegenüber zu zeigen, „wer der Chef“ ist…den Hahn möglichst weit ab- und/oder zudrehen, egal, auf welcher Ebene
  • etc.

„Machtgier ist die Sexualität des Egoismus; man will haben, was einen befriedigt.“ ~ Sigmund Graff

Ein sehr treffendes und schönes Zitat und trifft meines Erachtens nach genau den Kern dieses Verhaltens.

Meist sind es nämlich genau die sog. niederen Triebe, die machtgierige Menschen in ihrem Verhalten steuern – wobei ich eine sog. gesunde Sexualität, die Wertschätzung, Achtung und Respekt des anderen beinhalten, nicht als „niedere Triebe“ bezeichne.

Es ist eher die Form des sich „bedienen lassens“, einer ausbeutenden Sexualität wie z.B. in der Benutzung von Frauen im horizontalen Gewerbe. Gerade machtgierige Männer haben hier ihr Feld gefunden, in dem sie ihre vermeintliche Macht über ein sehr ungleiches Tauschgeschäft von „Geld gegen Sex, so wie sie ihn haben wollen“ ausüben (wollen).

Machtgierige Menschen vergessen leider in ihrem destruktiven Verhalten, daß sie selbst diejenigen sind, über die Macht ausgeübt wird, indem sie andere über o.g. Verhaltensweisen zu steuern versuchen. Wenn es ihnen gelingt, indem sie Menschen an sich binden und z.B. emotional oder anderweitig abhängig machen, die in ihrer Persönlichkeit entweder durch diverse eigene Themen „schwächer“ sind oder sich in Positionen befinden, die sie einer Machtgier aussetzen, dann ist das u.U. für lange Zeit eine ständige Quelle von Nahrung, die machtgierige Menschen stärkt. Fällt diese Quelle jedoch aus verschiedenen Gründen wie Trennung etc. weg, so wird natürlich auch über die o.g. „Fernsteuerung“ weiter versucht, das Machtgefälle aufrecht zu erhalten, was aber nur dann gelingt, wenn dem manipulierten Menschen nicht klar ist, was da genau gespielt wurde und/oder noch wird.

„Ohne Nachschub ist keine Armee tapfer.“ ~ Friedrich II der Große

Machtgierige Menschen werden also alles ihnen mögliche versuchen, diese Felder und Gefälle aufrecht zu erhalten – was ihnen selbst aber nicht auffällt ist die eigene Abhängigkeit von solchen Feldern und Gefällen. Sie selbst sind so beeinfluss- und manipulierbar, weil sie sich von dieser Zufuhr über ihre diversen Machtspielchen ernähren. Nur das gibt ihnen das so lebenswichtige Gefühl, „wer“ zu sein, denn in ihnen selbst ist nur gähnende Leere, Einsamkeit, Frust und Depression. Je mehr davon vorhanden ist, umso mehr müssen Quellen im Außen gesucht werden, um diese Leere zu kompensieren.

„Du darfst nicht zu oft mit einem Feinde kämpfen, denn sonst lehrst du ihn deine gesamte Kriegskunst.“ ~ Napoleon Bonaparte

Wer sich in solchen Feldern befunden hat und der Machtgier anderer ausgesetzt ist oder war, hat nur zwei Möglichkeiten:

  • drinbleiben und immer wieder zum Spielball derer werden, die ihre eigenen Unwuchten an anderen auszuspielen versuchen, sich von den Auswirkungen ihres destruktiven Verhaltens ernähren
  • rausgehen und in Gänze erkennen, was gespielt wurde oder wird. Das Erkennen gelingt aber nur, wenn wir uns Stück für Stück Anteile in uns selbst ansehen, die eine solche „Machtübernahme“ durch o.g. Verhaltensweisen erlaubt und zugelassen haben. Was uns enorm dabei hilft, ist die Projektion des machtgierigen Menschen in seinem Verhalten auf uns gespiegelt, auseinanderzunehmen und seine Strategien zur Manipulation und Macht-Ausübung zu ent-machten.

 

 

 

 

 

 

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