Manipulation II

„Alle Strategien des dependenten Mannes sind Versuche, andere dahingehend zu manipulieren, für ihn zu sorgen und sich um seine Bedürfnisse zu kümmern.“ ~ Robert Moore & Douglas Gillette

Ich ersetze hier „Mannes“ durch Menschen. Denn jeder, der für seine Bedürfnisse andere manipuliert, ist dependent.

Mit diesem Artikel gehe ich nochmal explizit auf das Thema der Manipulation. Bereits hier beschreibe ich das Thema in Zusammenhang mit dem Begriff der Projektion.

Was also ist Manipulation überhaupt?

Wikipedia beschreibt die Thematik der Manipulation wie folgt.

Es geht also schlussendlich immer darum, eine Einflussnahme auf andere vorzunehmen, um bestimmte Ziele zu erreichen.

So kann Manipulation im positiven, wie aber auch im negativen Sinne erfolgen.

Wir erleben sie tagtäglich in unterschiedlichen Bereichen wie der Politik, der Werbung, aber auch im zwischenmenschlichen Bereich. Hierzu zählen Beziehungen im privaten, aber auch im beruflichen Kontext.

Manipulation ist an sich zunächst nichts „Schlechtes“, sondern kann auf unsere Beziehungen auch förderlich wirken, indem wir andere Menschen z.B. ehrlich loben, sie in ihren Stärken unterstützen.

Meist wird der Begriff der Manipulation aber im negativen Sinne gewertet. Um diese Negativität und Destruktivität geht es mir hier.

Menschen, die in ihrer Persönlichkeit – gerade auf der zwischenmenschlichen Ebene – nicht nur ein Manko haben bis hin zu Persönlichkeitsstörungen, werden meist manipulativ in ihren Beziehungen agieren.

Sie lernen meist sehr früh und durch dysfunktionale Strukturen in ihren Ursprungsfamilien und/oder anderen Bezugsfeldern, daß Manipulation Vorteile für sie hat. Eine konstruktive und „gesunde“ Kommunikation haben sie nie gelernt. Ihre Kommunikation ist fast immer von manipulativen Elementen geprägt.

So machen diese Menschen aus ihrer (Kommunikations-)Schwäche auf einer konstruktiven Ebene eine „Manipulations-Karriere“ und fahren damit u.U. ihr ganzes Leben lang hervorragend. Die verbrannte Erde, die sie damit hinterlassen, interessiert sie allerdings nicht. Für sie ist vorrangig, daß sie mit Manipulation Macht und Kontrolle erlangen, um so ihre an sich schwache Persönlichkeit zu kaschieren, und ihr schwaches Selbstbewusstsein zu kompensieren.

Menschen, die „normal“ kommunizieren, die offen, transparent sind, sind die liebsten Opfer von Menschen, die sich meist manipulativ durch ihr Leben bewegen. Sie ziehen die Fäden bei anderen, die früher selbst bei ihnen gezogen wurden. Oder sie sind einfach machtgeil und haben früh herausgefunden, wie sie sich anderer Menschen „bedienen“ können, um sie wie ihre „Puppen tanzen zu lassen.“ Beabsichtigt ist dabei ebenfalls die Projektion eigener Anteile auf das Gegenüber – egal, in welchem Kontext – um die eigenen Mankos in sich selbst nicht spüren zu müssen.

Wenn man in einer Beziehung mit einem sehr manipulativen Menschen ist, so kann man davon ausgehen, daß dies keine Beziehung ist, die auf

– Augenhöhe

– Respekt

– normaler, sprich gesunder Kommunikation

– achtsamen Miteinander und liebevollem Umgang basiert

Denn all das haben diese Menschen nie gelernt und wollen es auch nicht, denn das würde ihre Schwächen offenlegen.

Solch destruktive Muster können u.U. jahrelang, wenn nicht ein Leben lang funktionieren. Der/die Manipulierte merkt mehr oder weniger, daß er oder sie manipuliert wird bis hin zum sog. Gaslighting. Gaslighting ist eine besonders abartige Form von Manipulation, die häufig von narzisstisch gestörten oder psychopathischen Personen genutzt wird, um das Opfer in völlige Verwirrung bis Zerstörung bringen soll.

Ich selbst habe erst zum Schluss lesen „dürfen“, daß ich von Anfang an und mit „Ansage“, sprich unter Vorsatz, massiv manipuliert wurde. Und das geschah unter verschiedenen Vorzeichen und in bestimmten Situationen – bis zum Schluss. Die Liste der Möglichkeiten ist lang. Angefangen von „ich weiß nicht, wovon du sprichst“ bis hin zu „…und dann war es mir eh egal“ oder auch gerne Teile ehemaligen Schriftverkehrs in andere Zusammenhänge durch raus- und reinkopieren in wichtigen Schriftverkehr  setzen etc. Da sind ManipuliererInnen schon sehr erfinderisch. Zumindest solange, bis das Spielchen auffliegt.

Ich hatte lange schon gemerkt, daß in der sog. Kommunikation so einiges überhaupt nicht stimmt und ich an bestimmte „Ziele“, sprich in bestimmte emotionale Zustände gebracht werden sollte, was auch erreicht wurde. Da ich vorher noch nie mit solchen Machenschaften zu tun hatte, war ich dem einfach nur ausgeliefert. „Sau sein“ lernt man eben nicht, wenn man aus soliden Verhältnissen kommt, sondern eher aus asozialen.

So kann man einen Menschen wunderbar als „krank“, „psychisch gestört“, „hysterisch“ etc. bezeichnen und sich dabei noch ins Fäustchen lachen. All diese auf den anderen durch jahrelange Manipulation projizierten emotionalen Zustände sind die des oder der Manipulierenden – für ihn oder sie nicht aushalt-, bzw. erkennbar. Was also bietet sich mehr an, als in Dauer-Infiltration dem Partner, der Partnerin „einzureden“, besser intravenös einzuimpfen, er oder sie sei „irre“?

Manipulation in der Form, wie nicht nur ich sie erlebt habe, sondern zig Menschen, die sich ebenfalls in destruktiven Beziehungen befanden oder noch befinden, ist psychischer Missbrauch bin hin zu kriminellen Handlungen wie Verleumdung, Beleidigungen, übler Nachrede, Rufmord. Und genau das ist ja mit dieser giftigen Manipulation beabsichtigt. Je asozialer, je krimineller, je verschlagener, umso destruktiver fällt die Manipulation aus.

Wer sich bisher nur in „normalen“, sprich konstruktiven Kommunikations-Mustern in seinen Beziehungen bewegt hat, kann im Grunde nicht fassen, was genau da passiert. Auch ich hatte jahrelang keinen Begriff dazu. Erst am Ende fand ich auf verschiedenen Wegen diverses „Material“, womit mir klar war, daß hier Manipulation über Jahre im Gange war – und das nicht nur bewusst, sondern auch mit Vorsatz. Dieser Moment macht fassungslos, stellt eine ganze Beziehung komplett in Frage, und durch das Erkennen fällt man erstmal und sprichwörtlich aus allen Wolken. Mir ist damals die Spucke weggeblieben. Aber in dem Moment der Erkenntnis wurden zig Situationen klarer und brachten meine Handlungsfähigkeit Stück für Stück zurück.

Diese Erkenntnisse – auch die der letzten Monate – haben einen Schalter in mir umgelegt.

Ich habe mich in Folge und lange mit Manipulationstechniken befasst – da tut sich teilweise ein Abgrund auf, in den ich nie wieder sehen möchte im Zusammenhang mit Menschen. Aber es ist wichtig, sich damit zu befassen, um zu begreifen, was diese Fom von Manipulation überhaupt heisst, daß es Menschen gibt, die ganze Gruppen von Menschen manipulieren und dabei keinerlei Grenze – auch nicht die zur Kriminalität kennen oder sehr bewusst ausagieren – und dabei sehr gezielt diejenigen Menschen raussuchen, mit denen sie „es machen“ können:

  • diejenigen, die sich einfangen lassen durch Naivität und eigene Unreflektiertheit
  • diejenigen, die ein bestimmtes soziales Umfeld oder eine bestimmte soziale Stellung innehaben (von ganz oben bis ganz unten; Hauptsache, der-/diejenige „beißt an“ und lässt sich instrumentalisieren)
  • diejenigen, die sich im ehemaligen Feld des Opfers befanden und gerne nochmal „nachtreten“ – aus eigener Motivation
  • diejenigen, die selbst manipulieren, also ähnlich bis gleich gestrickt sind (was dann schon wieder amüsant ist…wenn Manipulierer manipuliert werden)
  • diejenigen, die eigene Mankos in sich tragen und ebenfalls die Projektion auf andere der Selbstreflektion vorziehen
  • diejenigen, die in ihrer Wesens-Struktur einfach leicht zu ködern sind, weil auch ihnen Manipulation fremd ist
  • diejenigen, die im Grunde einsam sind oder gerade in einer problematischen und isolierten Situation – das sind noch die besten Opfer, weil am einfachsten durch Manipulation zu ködern und bei „der Stange zu halten

Es gibt reichlich Manipulationstechniken. Und alle sind „schweinisch“ weil sie zur sog. schwarzen Rhetorik gehören.

Ich habe sie allesamt studiert und zwar eingehend. Nach solchen „Begegnungen“ wird man entweder ein Fall für die Klinik oder Profilerin. Ich habe letzteres vorgezogen und noch nie soviel Bücher zu Themen gelesen, die mich vorher nicht wirklich angezogen haben ;).

„Lo que buscamos no es la verdad, sino el efecto producido.“ ~ Text von irgendeinem Spanier…Goebbels hat ihn für seine Machenschaften „frei“ übersetzt und genau das trifft den Punkt von Manipulation:

„Wir suchen nicht die Wahrheit, sondern den produzierten Effekt. Je größer eine Lüge ist, desto eher glaubt man sie, funktioniert sie.“

Solche „Beziehungen“ und „Freundschaften“ haben immense und nachhaltige Nachteile. Über die Vorteile jedoch, die in bewusster Aufarbeitung deutlich sichtbar werden, schreibe ich in einem meiner nächsten Artikel.

„Möge die Wahrheit siegen.“ ~ Mahamati

 

 

 

 

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