Projektion // Manipulation //

„Wenn wir einen Menschen hassen, so hassen wir in seinem Bild etwas, was in uns selber sitzt. Was nicht in uns selber ist, das regt uns nicht auf.“ ~ Hermann Hesse

Für mich ist Projektion das Schlimmste und gleichzeitig Dümmste, was Menschen sich untereinander antun…können oder wollen.

Projektion ist im Zwischenmenschlichen und eigenem unreflektierten Sein alltäglich und „normal“ – schlimm genug!

Projektion kann so üble Blüten treiben, daß man selbst für eine enorme innere Klarheit und Selbstbewusstheit sorgen muss, damit man diese Projektionen nicht übernimmt und auf sich übertragen lässt und damit genau so wird, wie es der oder die Projizierende – aus eigenem Unvermögen bis hin zum (Selbst-) Hass gerne hätte.

Das Ziel einer Projektion ist ausnahmslos, die eigenen, nicht gewollten, verhassten, unzulänglichen Anteile auf andere zu übertragen.

Das fängt meist im Kindesalter schon an:

  • ein Kind zerstört einem anderen Kind sein Spielzeug und behauptet im Nachhinein entweder, das Spielzeug wurde von dem anderen Kind selbst zerstört oder jemand anderes hat das getan. Um die eigene Schuld nicht übernehmen zu müssen und das damit einhergehende schlechte Gefühl oder der Angst einer folgenden Strafe zu entgehen, wird eben mit dem Finger auf das andere Kind gezeigt.

Ein im Kindesalter ziemlich normales Verhalten, was aber durch die Eltern erkannt werden und in Selbst-/Eigenverantwortung im Laufe der Erziehung münden sollte.

Passiert dieser äußerst wichtige Erziehungsschritt im Laufe des Heranwachsen des Kindes nicht, so setzt sich das Verhalten des Projizierens eigener Inhalte, Verhaltensweisen etc. auf andere OHNE Eigenverantwortung fort bis ins Erwachsenenalter und wird dann zu „normalem“ Verhalten.

Kinder, denen nie Grenzen gesetzt wurden, die nie verantwortungsbewusste Eltern oder andere erziehende Personen um sich hatten, die dieses Verhalten erkannt und unterbunden, bzw. dem Kind geholfen haben, Eigenverantwortung zu übernehmen (im altersgemässen Rahmen), leben ihr ganzes Leben in einer Dauer-Projektion und verbleiben damit im kindlichen Stadium gefangen. So wie sie damals nicht ihren Anteil übernommen haben, so tun sie es heute auch nicht.

Im Gegenteil:

dauerhaft projizierende Erwachsene sind an genau diesen Stellen der Übernahme von Eigenverantwortung dermaßen unreif, daß es schon fast weh tut, ihnen in ihren Projektionsschleifen zuzuhören ;).

Beispiele für Projektionen gibt es reichlich, und jeder wird schon in der Schusslinie von Projektion gestanden haben.

Gerade Frauen sind hervorragend in Projektion, da ihre Verhaltensweisen an bestimmten Stellen eher an Neandertal erinnern, als an die heutige Zeit angepassten.

Neid, Konkurrenz, Schlechtreden bis hin zu massivem Bashing mit allen lauteren und unlauteren Waffen in z.T. völlig primitiver und asozialer Weise sind fast an der Tagesordnung. Ich selbst erlebe das seit einem Jahr, und ich habe reichlich Frauen gesprochen, erlebt, denen es ähnlich geht.

Gerade Frauen, die ihren Weg selbstbewusst gehen, die sich aus kranken Beziehungs- oder Familienstrukturen durch stringente Aufarbeitung und damit Klarwerdung eigener Anteile, aber auch Ressourcen und Fähigkeiten leben, sind eine sehr beliebte Zielscheibe für unreflektierte Menschen, die immernoch ihre alten Sandkasten-Spiele spielen. Menschen, die sich lieber konstant in ihren Projektionen auf andere ergehen und dabei z.T. schon eine regelrechte Wut-Sucht entwickeln (Achtung, Aufmerksamkeits-Syndrom des Kleinkindes!), als bei sich selbst zu schauen.

Man muss diesen Menschen schon fast zugute halten, daß es einfach an ganz wichtigen Entwicklungsschritten durch fehlende verantwortungsbewusste erwachsene Bezugspersonen gemangel hat oder diese immer und immer wieder die Verantwortung für das Kind – egal, wie alt es ist – übernommen haben.

Das heißt aber keinesfalls, daß diese z.T. sehr schädigenden Verhaltensweisen in allen Formen von Beziehungen toleriert werden sollen – im Gegenteil!

„Wenn ein Mensch in sich keinen Streit kennt, erzeugt er auch nach außen keinen Streit. Der innere Streit, projiziert nach außen, wird zum Weltchaos. Nach allem ist der Krieg das Ergebnis unseres täglichen Lebens, und ohne Änderung unseres Lebens wird es immer mehr Soldaten, Drill und Fahneneide geben und all den Unrat, der damit einhergeht.“ ~ Krishnamurti

So, wie die Welt zur Zeit (und schon länger) in dauernden Kriegszuständen ist, so ist sie letztlich immer ein Abbild von eigenen inneren Kriegszuständen. Wenn jeder erst einmal bei sich selbst und in seinen eigenen Spiegel schauen würde – und zwar erst mal NUR dort – dann wäre die Welt um einiges friedlicher!

Der klassisch projizierende Mensch wird hier an der Stelle natürlich sofort krakeelen: „Ja, mach´du doch erstmal selbst!“

Und damit sind wir wieder im Sandkasten…eine never ending story, an der die Menschheit wohl noch zugrunde gehen wird ;).

Projektion entsteht aus eigenem „Unrat“, der nicht beseitigt wird und wird dann zu einem Müllhaufen angehäuft, den man dann nicht nur im Leben anderer platziert, sondern andere auch noch dafür verantwortlich macht und dazu noch erwartet, daß andere ihn gefälligst wegzuräumen haben.

Wir alle haben unseren „Unrat“, den wir mit uns rumschleppen, den wir an unsere Umfelder abgeben und von Generation zu Generation weiter vererben. „Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr“, gilt auch und besonders hier.

Wie soll ein Kind verantwortungsbewusstes Handeln lernen, wenn die Eltern es schon immer anderen überlassen haben, ihre Müllhaufen selbst zu entsorgen?

„Wenn sich einer darüber beklagt, daß die Welt ihn verfehlt habe, so heißt das, daß er die Welt verfehlt hat.“ ~ Antoine de Saint-Exupéry

Neid ist für mein Gefühl einer der Hauptantriebsmotoren für Projektion. Wie ich oben schon schrieb, ist das besonders unter Frauen ein besonders beliebtes „Sandkasten-Spiel“.

„Was ich nicht habe, sollst du auch nicht haben! Deshalb werde ich dir deins madig machen oder am liebsten ganz zerstören.“

Da ich selbst Zielscheibe einer solchen total krankhaften Dauer-Projektion bin – und die Dame hat wirklich rein gar nichts ausgelassen an Boshaftigkeiten und unterirdischen Beleidigungen bis hin zu massiven Lügen – weiß ich, was solche Frauen antreibt und wie weit sie gehen.

Alles, was ihnen selbst fehlt…von Bildung angefangen über ein entsprechendes Äußeres (das eh zur Hauptbeschäftigung dieser Frauen gehört), einen entsprechend gut situierten Mann an ihrer Seite (den sie sich gerne auch mit unlauteren Mitteln angeln würden oder es tun) oder Erfolg auf anderen Ebenen – wobei Erfolg relativ ist…wichtig ist, das „Gesehen und toll gefunden werden“ (was dann auf andere projiziert wird im Sinne von schlechtmachen…natürlich!)…wird anderen Frauen geneidet und muss dann im Falle einer gefundenen Projektionsfläche (die tägliche Energiezufuhr solcher Menschen, von der sie sich ernähren) ausgeweidet werden.

Diese Menschen meinen, sie können mit ihren Attacken verletzen, demütigen und beleidigen. Daher ist die Wortwahl auch bisweilen eher im sehr unteren Niveau angesiedelt ;)…falls Niveau hier überhaupt noch als Begriff angebracht ist.

Ihnen ist aber in ihrer permanenten Verblendung über ihre eigene Person überhaupt nicht klar, daß sie in ihren Abwertungen anderer perfekt von sich selbst schreiben, Aussagen machen und das dann auch noch ins Außen tragen…unter Beifallklatschen von „Charakteren“, die ebensolche Mankos in sich tragen. Man sitzt dann zu mehreren im Sandkasten und erfreut sich gemeinsam mit Häme am gewollten Schaden eines anderen.

„Wir hassen unsere Fehler – wenn wir ihnen bei anderen begegnen.“ Marie von Ebner-Eschenbach

Das ist die Grundlage jeglicher Projektion. Alles, was wir an uns selbst nicht mögen, nicht sehen wollen – egal, was es ist…an und in uns! – muss im Falle von unterentwickelter Persönlichkeit auf andere Menschen übertragen werden. Persönlichkeitsgestörte Menschen untermauern das dann gerne noch durch diverse „Strategien“ wie z.B. Lügen oder die Manipulation „Gleichgesinnter“…möglichst und mindestens genauso „geistig unterbelichtet“, sprich dumm genug, auf solche Manipulationen hereinzufallen und sich gerne zur Sandkasten-Meute dazu zu gesellen und noch eigene Neid- und Hass-Anteile, sowie Mankos hinzuzugeben.

Von außen betrachtet ein klasse Schauspiel ;). Wer dieses erkennt. Wer nicht, und selbst mit sich nicht klar ist, kann an solchen Projektionen – ob vereinzelt oder als Dauerbeschuss – verzweifeln. Projektionen bis hin zum Mobbing können u.U. bei Menschen mit zarter Seelen-Struktur und fehlendem sozial unterstützenden, gesundem Umfeld bis hin zum Selbstmord der gemobbten Person führen. Unter Schülern sind solche Fälle ja hinlänglich bekannt.

Der Fall Marcel Heße, der gleich zwei Menschen umbrachte, ist im Grunde auch nichts anderes als Projektion und das in äußerst pervertierter Form. Hier wird aber besonders deutlich, wie weit Projektion der eigenen „kranken“ Anteile gehen kann. Was aber eine ebenso kranke Projektion ist, waren die Kommentare mancher Menschen im Verlauf der Meldungen in den sozialen Netzwerken. Da konnte manch einer so richtig die Sau rauslassen und die eigenen unterdrückten Anteile endlich mal ins Tageslicht der Kommentarspalten heben.

„Das Bild der Welt ist eine Projektion der Welt durch das Selbst, so wie letzteres eine Introjektion der Welt ist. Aber nur der besondere Geist eines Philosophen geht über das übliche Bild der Welt hinaus, in der es statische und isolierte Dinge gibt. Wenn wir darüber hinausgehen wollten, würden wir ein Erdbeben im Geist des Durchschnittsmenschen hervorrufen, der ganze Kosmos würde erschüttert, die heiligsten Überzeugungen und Hoffnungen würden aus den Angeln gehoben.“ ~ Carl Gustav Jung

Wir alle leben mehr oder weniger in unserer eigenen Welt, in unserem eigenen Kosmos. Wer sich aus dieser Welt heraus bewegen will, muss erst einmal seinen eigenen Kosmos mit all seinen Inhalten erkennen und verändern wollen. Menschen, die sich ihr ganzes Leben lang in Projektionen auf andere ergehen, wollen weder sich selbst noch andere erkennen, geschweige denn verändern – höchstens in den Schwächen oder Fehlern anderer, die die projizierenden Personen natürlich gerne und höchstpersönlich herausstellen, um von ihren eigenen Schwächen und Fehlern abzulenken.

Gerade bei persönlichkeitsgestörten Menschen wie Narzissten, Soziopathen und Psychopathen, sind Projektion, Manipulation und Ablenkungsmanöver das probate Mittel der Wahl, um eigene Mankos stets unter dem Deckmäntelchen des „Saubermanns“, der „Sauberfrau“, des „sozial Engagierten“, des „Rächers der Enterbten“ (Otto Waalkes) usw. zu verstecken. Zumindest glauben sie, damit ihre Mankos verdecken zu können. Wer genau hinschaut, diese Personen u.U. auch aus privaten ehemaligen Zusammenhängen kennt, weiß genau um die „schwarzen“ Anteile dieser Personen. Und genau deshalb muss zumindest auch immer ein Eimer weiße Farbe zur Hand sein, damit das „Schwarze“ nicht sichtbar wird.

Die sog. narzisstische Wut mit Projektonen in Dauerschleife kommt dann zum tragen, wenn diese Projektionen erkannt und auch benannt werden. Je mehr Diskreditierung und Diffamierung, umso mehr ist die Projektion, die Wut über das Erkannt-Werden der projizierenden Person erkennbar. Je lauter das (primitive) Geschrei, umso deutlicher wird die Entwicklungsstufe, auf der sich diese Menschen befinden.

„Wer in den Spiegel des Wassers blickt, sieht allerdings zunächst sein eigenes Bild. Wer zu sich selber geht, riskiert die Begegnung mit sich selbst. Der Spiegel schmeichelt nicht, er zeigt getreu, was in ihn hineinschaut, nämlich jenes Gesicht, das wir der Welt nie zeigen, weil wir es durch die Persona, die Maske des Schauspielers, verhüllen. Der Spiegel aber liegt hinter der Maske und zeigt das wahre Gesicht. Dies ist die erste Mutprobe auf dem inneren Wege, eine Probe, die genügt, um die meisten abzuschrecken, denn die Begegnung mit sich selber gehört zu den unangenehmeren Dingen, denen man entgeht, solange man alles Negative auf die Umgebung projizieren kann.“ ~ Carl Gustav Jung

Mut ist hier das Stichwort. Die meisten Menschen sind feige und würden sich niemals ihr wahres Spiegelbild ansehen. Selbst wenn sie in bestimmten Momenten, in bestimmten Situationen mit ihrem wahren Selbst konfrontiert werden und das auch erkennen, so ist die Angst, genau dieses Spiegelbild zu sich zu nehmen als Teil von einem selbst und es ins Licht zu heben, viel zu groß. So lässt man es lieber wieder im eigenen Seelen-Morast versinken, wo es weiter die eigene Entwicklung nicht nur nicht zulässt, sondern auch erheblichen Schaden im Umgang mit anderen anrichtet.

Mein eigener und großer „Fehler“

Ich habe in Menschen meist ihre „lichten“ Seiten gesehen, die sog. erlösten Seiten. Damit bin ich in Verbindung gegangen und stand dann fassungslos dem gegenüber, was sich schlussendlich an sog. Schattenseiten zeigte:

  • Neid
  • Boshaftigkeit
  • die Lust an der Demütigung anderer
  • die Freude am Schaden anderer
  • dem Unterstellen, bzw. die Projektion derer Anteile auf mich
  • etc.

Dieses Erkennen meines eigenen „blinden“ Flecks war sehr schmerzhaft. Dennoch würde ich es niemals als wirklichen Fehler bezeichnen. Es ist eine Gabe, in jedem Menschen das Lichte zu sehen. ABER! Und das war meine ganz große Lektion der letzten Jahre: ich hole niemanden mehr in seinen lichten Seiten ab, sondern nur noch an dem, was er mir im Gegenüber wirklich zeigt, an seinem Verhalten mir gegenüber. Wer sich mir gegenüber wie ein Arschloch benimmt, dem spiegele ich im Umkehrschluss genau das. Wer die Projektionen anderer auf sich nimmt, zu sich, der übernimmt die Toxizität anderer und befreit damit den toxischen Menschen von seiner Verantwortung, sich um genau diese Anteile selbst zu kümmern. Der toxische und/oder persönlichkeitsgestörte Mensch braucht nämlich genau diese „Reibungsfläche“, um sich nicht nur davon ernähren zu können, sondern es wird hier auch deutlich erkennbar, was in der Erziehung gefehlt hat: die Grenzen anderer zu respektieren und in Eigenverantwortung zu handeln.

Eigenverantwortung meidet der toxische Mensch wie der Teufel das Weihwasser. Er dreht, wendet und windet sich durch alle möglichen Verhaltensweisen in Projektion, Diffamierung anderer aus seiner Verantwortung heraus und dreht den Spieß einfach um: der/die andere ist „schuld“…an was auch immer.

„Sobald Humor und Toleranz verschwinden, kann man nur annehmen, daß Projektionen sich eingemischt haben. Wenn man merkt, daß man bei einer Diskussion über ein Thema unverhältnismäßig affektiv reagiert und in Versuchung gerät, den Diskussionsgegner zu verunglimpfen, besteht der Verdacht, daß man auf den Gegner oder auf seine Theorie etwas projiziert“ ~ Marie-Louise von Franz

Toxische Menschen, sich ständig in Projektion befindliche Menschen erkennt man genau daran: sie haben entweder keinen Humor oder einen gehässigen. Ihr Begriff von Toleranz ist sehr eng gefasst und beinhaltet vor allem die Forderung nach Toleranz für ihr eigenes (toxisches und projizierendes) Verhalten. Ich habe reichlichst sog. Diskussionen in Foren etc. verfolgt und schlussendlich sind es immer die gleichen Personen, die in solchen Diskussionen

  • andere perse und vorab direkt persönlich angreifen (deutliches Zeichen von Angst…frei nach „Angriff ist die beste Verteidigung“), dafür aber bei einem Hinweis auf solch destruktives Verhalten keinerlei Verantwortung übernehmen
  • sich in hämischer, herablassender oder ähnlicher Art und Weise über andere hermachen
  • eine direkte Form von Gewaltneigung in ihrer Sprache erkennen lassen
  • Gesetze, Regeln etc. fordern, die sie selbst aber niemals einhalten, bzw. einhalten würden
  • penibel auf die Wortwahl, Äußerungen anderer achten und sich daran – wieder mal Ablenkungsmanöver – aufhalten und das dann als ihre sog. Diskussions-Grundlage benutzen – die Taube, die auf`s Schachbrett kackt …man kennt das irgendwann 😉
  • anderen fehlende Moral vorwerfen, sich selbst aber über Jahrzehnte und in persönlichen Verbindungen in Gänze unmoralisch verhalten. Der Begriff der Moral wird selbstredend von der toxischen Person definiert und gleichzeitig ad absurdum geführt
  • etc.

„Da Nachprüfen und Nachdenken so umständlich und schwierig sind, so urteilt man lieber unbeschwert und realisiert nicht, daß man bloß projiziert und somit sich selber zum Opfer eines närrischen Illusionstricks macht.“ ~ Carl Gustav Jung

Selbstreflektion bedarf einer gewissen Bildung – das ist so. Dennoch reicht eine „angelesene“ Bildung nicht aus, um die Erfahrung der Selbstreflektion machen zu wollen, sie zu wünschen, um zu reifen. Es bedarf einer kontinuierlichen Auseinandersetzung mit unseren eigenen Inhalten, Anteilen, Gedankengängen, Verhaltensmustern. Und genau das ist den meisten Menschen zu „umständlich und schwierig“. Es ist doch soviel einfacher, das sein zu lassen, und damit im Zustand des Kleinkindes zu bleiben, das dann wie ich oben schrieb, im Sandkasten mit Gleichgesinnten das Spiel der Projektion auf andere zu spielen. Da es reichlich solcher Menschen gibt, gibt ihnen ihr „Erfolg“ ihrer Dauer-Projektion ja auch noch recht…allerdings eben nur unter ebensolchen Menschen, die sich diese ja auch gezielt suchen. Stallgeruch hat eine unglaubliche Reichweite, und wer seine Nase niemals aus genau diesem bekannten Stall mal heraussteckt, wird immer und ewig in seiner bekannten und wohl vertrauten „Familie“ bleiben – nämlich genau da liegen ja die Ursprünge. Unbewusste Menschen kehren also immer wieder dahin zurück, wo ihnen der Sprach-Duktus, die Verhaltensweisen ihrer Familie, die sog. Vorbilder vertraut sind. Da fühlen sie sich sicher, da fühlen sie sich „stark“. Daß keine persönliche Weiterentwicklung mehr stattfindet, ist – unbewusst – ja sogar erwünscht. Denn mit dieser Weiterentwicklung ist auch Verantwortung verbunden, und die möchte man(n)/frau lieber nicht.

Toxische und projizierende Menschen erkennt man also sehr schnell, wenn man sich mit dem Thema befasst und/oder eigene Erfahrungen damit gemacht hat. Und man erkennt auch schnell, daß sich diese Menschen in Dauerschleife immer und immer wieder in die gleichen Muster begeben…die gleiche Sprache, das gleiche Verhalten. Die gleichen Beschimpfungen, die gleichen Ablenkungsmanöver. Endlosschleife…in der Hoffnung, auf ihrem Weg als Trabanten endlich mal wieder eine Welt zu erwischen, die man streifen und auf die man projizieren kann.

Wie ist mit Projektion, projizierenden Menschen, toxischen und unreflektierten Menschen überhaupt umzugehen?

Gar nicht. Einen Umgang mit solchen Personen kann man sich getrost schenken, da sie nur darauf aus sind

  • anderen zu schaden durch die Übertragung ihrer eigenen schlechten Gefühle ins Außen
  • sich von der Reaktion anderer auf ihre Projektionen zu ernähren
  • ihre eigenen Anteile niemals erkennen wollen, geschweige denn ihre Anteile zu benennen oder ihre Projektionen zu erkennen und zu revidieren
  • ihren inneren Dauer-Kampf mit sich selbst ins Außen zu übertragen und dann dort mit dem Finger auf andere zu zeigen (leider vergessen sie, daß dabei immer drei Finger auf sie selbst zeigen
  • ihre eigene Unzufriedenheit mit sich selbst anderen gerne in Projektion ans Bein pinkeln wollen und sich dann darüber lustig machen, daß der andere Urin am Bein hat

Auflaufen lassen, keine Diskussionen mit solchen Menschen führen, keine Nahrung geben. Diese Menschen muss man sich selbst und ihrer Projektionslust überlassen. Entweder machen sie weiter oder sie lassen es – uninteressant und irgendwann wie eine Konfetti-Kanone, die immer mal wieder losblasen muss, da sie sonst platzt :).

Der einzige konstruktive Umgang mit solchen Menschen ist:

  • vor die Pumpe laufen lassen
  • sein eigenes Leben leben
  • sich mit guten Menschen umgeben, mit denen konstruktives Miteinander möglich ist und auch so gelebt wird, woran wir und andere wachsen können
  • Toxizität im Umfeld direkt ausschalten
  • sich immer wieder daran erinnern:

„Was andere uns zutrauen (oder zusprechen, eigene Anmerkung), ist meist bezeichnender für sie als für uns.“ ~ Marie von Ebner-Eschenbach

 

 

 

 

 

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