Psychotischer „Humor“, Provokation und die „Kränkungs-Allergie“

„Aller Humor fängt damit an, daß man die eigene Person nicht mehr ernst nimmt.“ ~ Hermann Hesse

Damit wäre eigentlich das Thema „narzisstischer Humor“ hier schon beschrieben:

  • der narzisstische Mensch hat keinen (auch, wenn er/sie natürlich das Gegenteil behauptet), denn die o.g. Voraussetzung, über sich selbst lachen zu können ist bei einem narzisstischen Menschen niemals gegeben

Die meisten Narzissten sind irgendwie „RitterInnen von der traurigen Gestalt“. Das Lächeln oder Lachen ist niemals wirklich echt und wenig authentisch. Okay, unter Einfluss von Stimulanzien vielleicht oder wenn andere Menschen Humor zeigen und sie mitlachen. Aber von sich aus können sie wenig bis überhaupt nicht authentisch humorvoll sein und schon gar nicht selbst diesen initiieren.

Während der soziopathische oder psychopathische „Humor“ eine gehässige Art ist, sich auf Kosten anderer zu amüsieren und sich auf z.T. hämische Art und Weise über andere lustig zu machen, hat der narzisstische Mensch mehr oder weniger mindestens einen Stock im Hintern. Wirklich gelöst und locker sind sie in den seltensten Fällen (woran natürlich der blöde Partner schuld ist), und im Grunde neiden sie anderen, wirklich humorvollen Menschen genau diese Eigenschaft der Leichtigkeit und des echten Humors.

Sie können ja auch gar nicht anders, denn ihr ständiger (mehr oder weniger unterschwelliger) Antrieb ist ja ein Gemisch aus Unsicherheit, Misstrauen, Wut, Angst und Neid mit entsprechenden Verhaltensweisen anderen gegenüber. Wie soll ein solcher Mensch wirklich gelöst und locker sein?

Humor bedarf einer Herzensbildung, nicht nur einer intellektuellen. Sie bedarf einer gewissen Selbstbewusstheit und Selbstzufriedenheit. Alles Eigenschaften, die dem narzisstischen Menschen perse abgehen. Wenn es denn mal „witzig“ wird (oder sein soll), dann wird es eher flach und bisweilen plump.

Und er/sie ist niemals in der Lage, sich wirklich mal neben sich zu stellen und über sich selbst lachen zu können. Wer sich nicht reflektiert, kann auch meist nicht über sich selbst lachen.

Der soziopathische oder psychopathische Mensch macht sich gerne – wie ich oben schon schrieb – über andere lustig…was aber ganz und gar nicht lustig ist. Es ist nicht nur auf eine ebensolche Art plump, sondern oft auch noch strunzdämlich und dabei ziemlich gehässig. Sie MÜSSEN andere ins Lächerliche ziehen, um sich selbst zu erhöhen. Sie weiden sich daran, wenn andere „unter ihnen“ sind – die sie zur Not auch mit Lügen und Hinterhältigkeiten dorthin befördern (wollen). Sadismus ist hier der Antriebs-Motor, nicht Humor, denn der ist nicht wirklich vorhanden.

Wie ich in diesem Artikel schon schrieb, werden die selbst erlebten Demütigungen als Kind und in Übertragung auf andere Menschen als Erwachsene zum Selbstläufer. Der sog. Humor ist fast immer von Gehässigkeit und Abwertung anderer durchzogen – wenn auch nicht immer offen, aber dennoch erkennbar.

Die psychotische Provokation schließt sich dem an.

„Ergib dich nicht der Stimmung dessen, der dich beleidigt und folge nicht dem Weg, auf den er dich schleppen möchte.“ ~ Marc Aurel

Der narzisstische, soziopathische oder psychopathische Mensch liebt die Provokation anderer, insbesondere seines nahen Umfeldes und das natürlich am liebsten hinter geschlossenen Türen. Der narzisstische Mensch ist da eher „undercover“, der soziopathische und/oder psychopathische Mensch agiert seine provokante Haltung in Übertragung seiner eigenen Mankos ins Außen offen aus.

All diesen „Charakteren“ ist zu eigen, daß sie diejenigen sind, die die Fäden anderer durch möglichst häufige Manipulationen ziehen. So suchen sie sich bewusst (von ihnen) in jedweder Art abhängige oder (temporär) geschwächte Menschen aus, da diese sich am besten manipulieren lassen. Diese Schwäche riechen narzisstische, soziopathische und/oder psychopathische Menschen meilenweit. Sie erschleichen sich durch „Vertrauen“ oder „Hilfsangebote“ oder „Unterstützung“ die Wege ins Leben anderer und fangen dann an, ihre perfiden Spielchen zu spielen. Je abhängiger (emotional, finanziell, sexuell o.ä.) und „hilfloser“, schwächer oder unterlegener (oder ergebener) der andere Mensch ist, umso mehr „Spielfelder“ bieten sich dem(der-)jenigen, der/die seine manipulativen Spielchen anbringen will. Provokation ist eine Variante, um andere zu manipulieren und dann auf die Reaktion des Gegenübers mit entsprechend destruktiven Verhaltensweisen zu reagieren.

Je schneller diese Spielchen durchschaut werden, umso besser. Je schneller man auf KEINE dieser Provokationen mehr einsteigt, umso eher verliert der oder die Person mit destruktiven Absichten an Einflusskraft.

Wenn die Spielchen durchschaut werden oder sich das Gegenüber zur Wehr setzt, wird es spannend, denn dann kommt die

  • narzisstische, soziopathische oder psychotische Wut

Spätestens hier wird die ganze Bandbreite der perfiden Aktivitäten auf die Bühne gebracht – Spot on!

„Fahre nicht aus der Haut, wenn Du kein Rückgrat hast.“ ~ Stanislaw Jerzy Lec

Narzissten, Soziopathen und Psychopathen (männlich oder weiblich) sind äußerst „kränkungs-allergisch“ und zwar vollkommen egal, was das Umfeld tut – auch, wenn es nichts tut.

Wenn der Himmel dieser Menschen nicht das richtige Rosa hat, geht`s rund. Wenn die Provokationen nicht mehr greifen, die Manipulationen ins Leere laufen, die Masken fallen, dann wird sehr klar erkennbar, WER hinter diesen Masken steckt.

In dieser oft maßlosen Wut zeigt sich nur noch Hass, Abscheu und der unwiderstehliche Drang, dem Partner, der Partnerin, aber auch anderen Menschen, die nahe stehen (oder standen) weh zu tun, diese zu verletzen und ihnen zu schaden mit allen Mitteln.

Viele Frauen (aber auch Männer), die mit solchen Charakteren zu tun haben oder hatten, tragen oft noch sehr lange die Folgen der ständigen Projektionen durch o.g. Verhaltensweisen mit sich herum. Diese permanente Infiltration mit Manipulationen, Provokationen und Wut, Demütigungen etc. von narzisstischer (soziopathischer oder psychopathischer)Wut aufgrund der „Kränkungs-Allergie“ ist sehr nachhaltig.

Der wirklich einzige Weg, das „abzuheilen“ ist:

  • die eigene innere Klarheit

Alles Jammern, Hoffen auf „Besserung“ oder „Änderung“ (diese Menschen ändern sich niemals!) und sich-im-Kreis-drehen-warum-war-es-so-und-nicht-anders hilft GAR NICHTS! Im Gegenteil: genau von dieser Energie ernähren sich die psychotischen Charaktere noch lange nach Ende einer solchen Beziehung, Freundschaft etc.

Ein radikaler Cut und die stringente – ja, fast emotionslose – Aufarbeitung ist das Einzige, was wirklich hilft.

Nicht alle (ehemaligen) Betroffenen können das. Ich kann mich als an sich total emotionaler Mensch total von meiner Emotionalität abkabeln und nur noch rein faktisch und rational denken und handeln. Ohne diese Fähigkeit und der, ALLES so unemotional wie möglich zu reflektieren und zu durchleuchten wäre ich nicht so stringent meinen Weg gegangen und wäre heute nicht da, wo ich bin – nämlich in der absoluten Klarheit mit mir und dem, was passiert ist.

Solange (ehemals) Betroffene sich gefangen nehmen lassen und – wie Marc Aurel es wunderbar beschreibt – der Stimmung desjenigen folgen, der uns beleidigt und dem Weg folgen, auf den er uns schleppen will, kann keine Klarheit und damit auch keine Heilung geschehen.

„Wo Liebe ist, kann keine Angst sein, und wo keine Angst ist, gibt es keine Aggression. Liebe aber kann nur sein, wenn ich in Klarheit aus dem Kern meines Selbst mich nach außen öffne.“ ~ Peter Lauster

 

 

 

 

 

 

2 Antworten auf „Psychotischer „Humor“, Provokation und die „Kränkungs-Allergie“&8220;

  1. Grüß dich Vielen Dank für diesen großartigen Artikel.Ich mag Deine Webseite!

    1. Mahamati

      Danke für Deine Wertschätzung und beste Grüsse!

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