Vom verblendeten Anspruch an die Mutter-Figur // die Folgen narzisstischer Verletzungen

Wenn man sich auf die Suche nach Zitaten zum Thema „Mutter“, „Mutter-Liebe“ etc. macht, eröffnet sich eine unglaubliche Fülle an Anspruchshaltungen und –denken zum Thema:

Das Auge der Mutter ergründet das Kind bis in die Tiefen des Herzens.

Johann Heinrich Pestalozzi (1746 – 1827)

Eine Mutter versteht auch, was ein Kind nicht ausspricht.

Jüdisches Sprichwort

Die Mutter ist ein Glück für jeden in seiner Not. Wer eine Mutter hat, der hat eine Beschützerin, und ohne Beschützerin ist, wer sie nicht hat.

Mahābhārata

Die wildeste Tigerin ist die beste Mutter.

Aus China

Mütter beschreiten manchmal Wege, die Engel befürchten zu gehen.

Unbekannt

Man hat keine wichtigere Verbündete auf dieser Welt als seine Mutter.

Unbekannt

Nur die Liebe kann erziehen. Darum muß die Mutter das meiste in der Erziehung tun, weil sie die meiste Liebe hat. Ohne Liebe bleibt das beste Erziehungssystem totes Wissen.

Adalbert Stifter (1805 – 1868)

Eine Mutter erreicht mehr als hundert Lehrer.

Jüdisches Sprichwort

Eine Mutter, die ihr Kind ordentlich erzieht, leistet an einem einzigen Tag mehr für ihr Volk als so mancher Politiker in seiner gesamten Amtszeit.

Werner Braun (1951 – 2006)

Die liebende Mutter bringt ihrem Kind das Laufen bei. Sie ist gerade so weit von ihm entfernt, daß sie es nicht mehr halten kann. Sie streckt ihre Arme aus; ihr Gesicht wirkt ermutigend. Das Kind strebt ständig nach einer Zuflucht in Mamas Armen, ohne auch nur zu ahnen, daß es im gleichen Augenblick den Beweis erbringt, daß es auch ohne sie auskommt.

Søren Aabye Kierkegaard (1813 – 1855)

Eine glückliche Mutter ist für die Kinder lehrreicher als hundert Lehrbücher über Erziehung.

Deutsches Sprichwort

Das Herz einer Mutter ist das Schulzimmer eines Kindes.

Henry Ward Beecher (1813 – 1887)

Eine Mutter ist so viel wert wie hundert Schulmeister.

Deutsches Sprichwort

Die schwierigsten Fälle: „Was sind deine schwierigsten Fälle?“ fragte ich den Gefängnispfarrer. „Die schwierigsten Fälle sind die, denen bei dem Wort ›Mutter‹ nichts Gutes einfällt.

Unbekannt

Die beste Amme ersetzt keine Mutter.

Deutsches Sprichwort

Mutterliebe ist eine Leidenschaft, die ihre eigene Gewalt und Größe hat, ihre Übertreibungen und sogar ihre Sinnlichkeit.

Carmen Sylva (1843 – 1916)

Nur eine Mutter weiß allein, was Lieben heißt und glücklich sein.

Adelbert von Chamisso (1781 – 1838)

O Mutter, du weißt nicht, wie nötig ich dich habe; keine Weisheit, die auf Erden gelehrt werden kann, kann uns das geben, was ein Wort und ein Blick der Mutter uns gibt.

Wilhelm Raabe (1831 – 1910)

Mütter tragen ihre Kinder durch den Morgen; Kinder sollen ihre Mütter durch den Abend tragen.

Deutsches Sprichwort

Meine Mutter hatte einen Haufen Ärger mit mir, aber ich glaube, sie hat es genossen.

Mark Twain (1835 – 1910)

Eine Mutter sollte sehr viel Wert darauf legen, ‚was aus ihr selbst wird‘! Wenn ihr Wachsen in Weisheit und Kultur gehemmt wird, wird auch das ihrer Kinder gehemmt sein.

Prentice Mulford (1834 – 1891)

Ein Kind ohne Mutter ist eine Blume ohne Regen.

Aus Indien

Eine Mutter liebt am stärksten ihr schwächstes Kind.

Aus Schweden

Weil Gott nicht alles allein machen wollte, schuf er die Mütter.

Buch des Kabus eigentlich Kabus-Nameh

Kein Tempel ist schöner als die eigene Mutter.

Von den Tamilen

Wenn eine Mutter weint, krümmt sich sogar Gott.

Aus Griechenland

Mütter halten ihrer Kinder Hände für eine Weile und ihre Herzen für immer.

Unbekannt

Der Weg zum Herzen einer Mutter führt über die Liebe zu ihrem Kind.

Helga Schäferling (*1957)

Wohl nur eine Mutter vermag das Unglück ihres Kindes wie ein eignes zu empfinden, es zu durchleiden bis auf den Grund.

Dr. Carl Peter Fröhling (*1933)

Die seelische Verfassung der Mutter prägt die Zukunft ihrer Kinder.

Anita Ludwig (*1964)

Sofort erreichbar zu sein, ohne ständig anwesend zu sein, ist wahrscheinlich die beste Rolle, die eine Mutter spielen kann.

Unbekannt

Zeit – das schönste Geschenk für Mütter.

Unbekannt

Liebe das Mutterherz solange es noch schlägt; ist es gebrochen; dann ist es zu spät.

Unbekannt

Eine Mutter ist der einzige Mensch auf der Welt; der dich schon liebt, bevor er dich kennt.

Unbekannt

Der Ursprung der menschlichen Liebe ist die Mutter.

Unbekannt

Mutterjahre zählen doppelt.

Unbekannt

Gute Mütter sterben immer zu früh.

Alfred Selacher (*1945)

Wenn gute, echte Mütter Staatschefinnen wären, gäbe es weniger Kriege, denn sie wissen, was es heißt, Leben auf die Welt zu bringen, und würden es mehr respektieren.

Werner Braun (1951 – 2006)

Mutter – das Wort habe ich erst im Krieg zu verstehen gelernt.

Unbekannt – aus einem Feldpostbrief

Ist eine Mutter noch so arm, So gibt sie ihrem Kinde warm.

Deutsches Sprichwort

Muttertreu ist täglich neu.

Deutsches Sprichwort

Die Tochter einer guten Mutter wird die Mutter einer guten Tochter.

Aus China

Gebt mir betende Mütter und ich rette die Welt.

Augustinus Aurelius (354 – 430)

Eine Frau ist solange Geliebte bis sie ein Kind bekommt, danach ist sie Mutter.

Aus Persien

Wenige sind wie Vater, niemand ist wie Mutter.

Unbekannt

Schau dir die Mutter an und du begreifst die Tochter.

Aus Japan

Muttermilch ist heilig.

Aus der Mongolei

Eine Mutter hat für jede Wunde eine Salbe.

Aus der Mongolei

Eine Mutter ist wie eine Decke, sie bedeckt keine Leiche, aber deine Schande.

Aus Aruba

Es gibt keinen Ort der Welt, an dem man sicherer geborgen wäre als in den Armen der Mutter.

Selma Ottiliana Lovisa Lagerlöf (1858 – 1940)

Das Herz einer Mutter ist von unergründlicher Tiefe, auf dessen Boden immer Vergebung findet.

Honoré de Balzac (1799 – 1850)

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Jetzt kann man sich natürlich fragen, ob diese Anspruchshaltung an die Mutter-Figur gerechtfertigt sind.

Ich persönlich finde diese Anspruchshaltungen vollkommen überzogen, unrealistisch und „über jeden Zweifel erhaben“.

Keine Frau dieser Welt, keine Mutter dieser Welt kann diesen – schon seit ewigen Zeiten existierenden – Ansprüchen Rechnung zollen. Das wäre übermenschlich und Gottgleich; diese Ansprüche sind einfach nicht zu erfüllen, sie sollten auch niemals in Gänze erfüllt werden, damit ein Kind wachsen und reifen kann und nicht ewig Kind bleibt.

Das Mutterbild entspringt meiner Meinung nach der „Mutter Gottes“, einer Heiligen, einer „Frau ohne Sünde“. Es ist uralt und wird nach wie vor in unserer Gesellschaft, unserer Welt hochgehalten wie eine unberührbare, unantastbare Statue, die mit der Realität überhaupt nichts zu tun hat.

Mütter sind in erster Linie Menschen mit Stärken und Schwächen. Vor allem aber mit eigener Geschichte, die sie zunächst selbst als Kind, Jugendliche, Frau und später Mutter hat zu dem werden lassen, was sie dann selbst weitergab – im unreflektierten Fall.

Die verklärte Sicht auf das „Bild der guten Mutter“, der allseits fürsorglichen, der allseits bereiten, nährenden, niemals ermüdenden, niemals krank werdenden, immer präsenten etc. „Versorgungs-Maschine“ ist in den Köpfen der meisten Menschen so festzementiert, daß jegliche Abweichung, jedes an sich und zunächst durchaus menschliche Verhalten – nämlich mit „Fehlern“ und Schwächen versehene, fast einer Todsünde gleichkommt.

Eine Mutter sollte doch, müsste doch, hat so und so zu sein etc. ist für mich der absolute Bullshit und im Festhalten an diesen z.T. völlig überzogenen Vorstellungen der Nährboden für diverse Persönlichkeitsstörungen bis ins hohe Erwachsenenalter hinein – insofern nicht an diesem irrealen Bild oder an eigenen Erfahrungen mit einer eben NICHT perfekten Mutter therapeutisch gearbeitet wird.

Maria und Lilith

Hans-Joachim Maaz beschreibt vor allem in seinem Buch „Der Lilith-Komplex“ sehr eingängig die verschiedenen Mutter-Typen und die Folgen dessen, was nicht eine sog. perfekte Mutter ist. Viele Reaktionen darauf waren ein Einstimmen ins schimpfen, wettern und Wut behafteten Angriffen auf die sog. „bösen“ Mütter. Das ist für mich persönlich aber nicht der richtige Weg, um mit einer eben nicht perfekten oder gar pathologischen Mutter umzugehen.

Maria als das reine Bild von Frau und Mutter, als allzeit bereite und perfekte Mutter und (Ehe-) Frau wurde schon von jeher und von den gängigen Glaubensrichtungen in die Köpfe eingepflanzt und liess keine andere Sicht auf Mütter zu. Daran orientieren sich alle Parameter, die eine gute Mutter zu „liefern“ hat (Versorgungs-Maschine mit übergroßem und immer alles verstehendem Herzen), entsprechen nur leider in keinster Weise einer realen Sicht auf Mütter.

Lilith als ihre „Gegenspielerin“ entspricht diesem „heiligen“ Mutter-Bild nicht! Lilith vertritt ihre eigene Meinung, erzieht ihre Kinder in ihrem eigenen Duktus, verwehrt sich dieser ungesunden Anspruchshaltung an die Mutter-Figur. Sie hat zunächst Freude an sich selbst, ihrem Leben, ihren Interessen und ordnet sich nicht dem Mann oder einer gesellschaftlichen Anspruchshaltung unter. Sie ist auch derjenige Arche-Typus, der sich offen weigert, überhaupt Mutter zu werden. Damit ist sie automatisch „die Böse“, das „Unheil“, die Verdammte. Sie ist diejenige Frau, die auf ihre Art und Weise eine durchaus sehr gute Mutter sein kann oder sogar ist: nämlich authentisch.

Die „kranke“ und die „gesunde“ Mutter

Ich habe reichlich viele Gespräche mit Männern und Frauen über ihre Mütter geführt. Die meisten liegen in irgendeiner Weise noch als Erwachsene im Clinch mit ihrer Mutter, die wenigsten haben ihren Anspruch an die „stetige Versorgungs-Maschine“ revidiert und können/wollen diesen kindlichen und ja, narzisstischen Anspruch auch nicht loslassen. Sie sind immer noch der Überzeugung, daß ihre Mutter ihnen dieses, das und jenes nicht gegeben hat, ja sogar nicht geben „wollte“ und sind immer noch im Inneren erzürnt darüber, daß ihre Mutter ihnen „auf immer und ewig etwas schuldet“.

Daß diese Mütter selbst eine Geschichte mit ihren eigenen Müttern, Großmüttern haben, selbst aus verschiedenen Gründen „unterversorgt“ wurden, das wird maximal auf bestimmter Ebene – nämlich der intellektuellen – verstanden, aber das narzisstisch verletzte Kind in ihnen spricht eine sehr viel deutlichere Sprache im Verhalten: bockig, trotzig, wütend oder „hungrig im Blick“, manipulierend.

Das wirklichkeitsfremde Bild einer „guten Mutter“ – Selbst- und Fremdbetrug am laufenden Band

Die sog. gesunde Mutter tut natürlich und selbstverständlich „alles“ für ihr Kind oder ihre Kinder. Sie opfert sich tagtäglich und ihr Leben lang auf, sie beschützt, sie behütet, sie ist die personifizierte Erfüllung für die dauernden Bedürfnisse des (Klein-) Kindes. Sie ist die Ikone, das Abbild von Maria und damit unantastbar. Nur…wo ist die Frau dahinter, wo der Mensch mit Stärken und Schwächen? Diese ist einfach nicht existent, denn: sie ist Mutter und damit werden alle anderen Lebensberechtigungen ausgeschaltet.

Die sog. kranke Mutter hat keinerlei Berechtigung. Ja, es gibt diese Mütter, und in unserer Generation – auch aufgrund von Kriegsfolgen – sogar reichlich davon. Es sind die psychisch kranken, die suchtkranken, die abwesenden, die nicht beschützenden und nicht behütenden, die sich verweigernden, die maximal überforderten, die ihre Kinder verlassenden, die schlagenden, die schreienden, die chaotischen, die schlampigen etc. Mütter. Und ja, die Auswirkungen solcher Mütter auf ihre Kinder ist oder kann schlimm bis sehr schlimm sein.

Ich bin der festen Überzeugung, daß jeder Mensch in die Familie hineingeboren wird, in der er die große Chance hat, aus seiner Geschichte etwas zu machen, sich aus diesem Dilemma (wie auch immer sich das gestaltet hat) heraus zu entwickeln, zu wachsen. Die meisten Menschen reagieren auf diese Sichtweise mit lautstarker Empörung, mit Schuldzuweisungen, mit Wut, Zorn und aus einem kindlich narzisstisch verletzten Kind heraus. Lieber wird in einer „verklärten Sicht auf die Rama-Familie“ verblieben, als sich irgendwann auf die Spuren seiner Familie zu machen, versuchen zu verstehen, WARUM die Frauen einer Familie, die eigene Mutter genauso agiert und reagiert hat, wie sie es tat.

Damit meine ich keinesfalls, das Verhalten der Mutter zu entschuldigen und die eigenen (narzisstisch verletzten) Anteile hintan zu stellen, sie zu verleugnen oder so zu tun, als ob es diese Verletzungen nie gegeben hat. Wer aber in einer dauerhaft unreflektierten Haltung von Zorn, Vorwurf, Schuldzuweisung, (verzerrter) Anspruchshaltung und Projektionen auf andere etc. noch bis ins weit fortgeschrittene Erwachsenalter hängenbleibt, der bleibt a) in einem selbst gezimmerten Gefängnis und in der persönlichen UN-Freiheit und b) ist nicht in der Lage, Beziehungen zu anderen Menschen auf einer erwachsenen Ebene zu führen.

Auswirkungen von negativem Mutter-Komplex auf Beziehungen

Der sog. negative Mutter-Komplex hat immer und ohne Ausnahme zerstörerische Auswirkungen auf uns selbst und unsere Beziehungen.

In der dauerhaften Anspruchshaltung an andere, die nie erfüllten und gestillten Bedürfnisse des (narzisstisch verletzten) Kleinkindes endlich erfüllt zu bekommen, können Beziehungen nur zum scheitern verurteilt sein. Diese Beziehungen sind von

  • Manipulationen in verschiedenen Abstufungen
  • Wut und Zorn
  • einem verschobenen und verzerrten Anspruch von Bedürfnisbefriedigung
  • Schuldzuweisung und -zuschreibung
  • Aufmerksamkeitsgeheische
  • „Verbiegen“ eigener Persönlichkeit oder der des Anderen (Partner, Kinder, Freunde etc.) bis hin zu
  • pathologischem Lügen und
  • Gewaltanwendung
  • aber meist durchgängiger Projektion eigener Anteile auf andere

durchzogen. Eine unreflektierte Sicht auf die eigene Geschichte mit der Mutter, der Geschichte der Mutter selbst und das eigene, kindische (nicht kindliche!)Verhalten im Alltäglichen und in Beziehungen verhindert

  • ein Wachstum im eigenen Inneren
  • ein Erreichen von persönlicher Reife
  • wirklich gesunde Beziehungen
  • Zufriedenheit und Fülle im eigenen (Er-)leben ohne dauernde Bedürfnisbefriedigung durch andere

Menschen mit unreflektierter Mutter-Geschichte können im Außen und im Leben einiges erreichen, ja sogar sehr erfolgreich auf beruflicher Ebene sein oder werden. Spätestens aber in ihren Beziehungen – vor allen den sehr nahen mit eigenen Kindern und Partnerschaften – zeigen sich die nie aufgearbeiteten Mankos.

Der negative Mutter-Komplex bei Männern

Männer mit einem sog. negativen Mutter-Komplex sind nicht beziehungs- und bindungsfähig.

Sie laufen ein Leben lang – genauso wie Frauen mit einem negativen Mutter-Komplex – der nicht erfüllten Versorgung auf allen Ebenen hinterher. Die Partnerin, von der sie meinen, daß diese ihre unerfüllten Bedürfnisse nun endlich befriedigt, wird gezielt ausgesucht, „heran manipuliert“ (der kleine, liebe, nette Junge, der sog. Frauenversteher) und dann systematisch wieder demontiert, beleidigt, herabgesetzt, gedemütigt, betrogen (schliesslich ist sie ja doch keine „gute Mutter“)bis hin zu Gewaltanwendung (narzisstische Wut aufgrund von Nichterfüllungen) und „abgeschossen“ durch „Trennung durch die Hintertür“, d.h., die Partnerin wird solange erniedrigt, bis sie im günstigsten Fall selbst diese „Beziehung“ beendet.

Wie auch immer sich so eine Trennung dann gestaltet, so wird der Mann mit einem negativen Mutter-Komplex immer und durchweg der Partnerin die Schuld am Scheitern geben, auch an seinem eigenen Unvermögen und dem Versagen in der Beziehung. Meist wird schon über einen längeren Zeitraum im Vorfeld an anderen Stellen über die Partnerin gehetzt, sich beschwert und versucht, dadurch Aufmerksamkeit und Mitleid zu erregen. Männer mit negativem Mutter-Komplex wissen meist, an wen sie sich mit ihrem „schlimmen Problem“ wenden müssen:

  • an Frauen, die genau darauf anspringen aus eigenen (Mutter-)Themen oder anderen Intentionen heraus und dem „armen Mann“ dann helfend zur Seite zu springen oder ihn gar an ihre „nährende Brust“ zu nehmen

Der Mann mit einem negativen Mutter-Komplex versteckt sich gern unter den Rockschössen anderer Frauen, um nicht in SEINE Verantwortung gehen zu müssen, was seine Anteile am Scheitern seiner Beziehungen angeht und weiter nach der Mutter in der Frau zu suchen.

Erwachsene und reife Beziehungen mit solchen Männern, die ihre Geschichte nicht konsequent aufarbeiten, sind unmöglich bis sehr schmerzhaft und für die Partnerin immer mehr oder weniger ein Super-Gau an Vorwürfen, Schuldzuweisungen, Wutausbrüchen, Manipulation und Kontrolle.

In den meisten Fällen haben solche Männer keine wirklichen Männer-Freundschaften, sondern scharen Frauen um sich herum, die ihnen jederzeit „Schützenhilfe“ geben und ihren Versorgungsanspruch – zumindest auf bestimmten Ebenen – erfüllen. Sie können Frauen und ihre Weiblichkeit nicht wertschätzen, sondern benutzen sie für ihre eigenen Rachefeldzüge gegen die Ursprungsverursacherin ihrer narzisstischen Wunde: der Mutter und natürlich gegen die ehemaligen Beziehungspartnerinnen. Dementsprechend und nach ihrem hochgehaltenen, aber oft realitätsfremden Bild von einer für sie „guten Mutter“ sowie der Entsprechung einer u.U. pathologischen Mutter werden die Frauen in zwei Kategorien ausgesucht und „eingeteilt“. Eine sog. erwachsene und gereifte Auswahl auf Augenhöhe gibt es nicht. Die sog. Augenhöhe findet im Höchstfall bei der Auswahl der Frauen statt, die dem „armen Jungen“ zur Seite stehen sollen.

Der negative Mutter-Komplex bei Frauen

Seltsamerweise habe ich bei meinen Recherchen sehr wenig bis fast nichts über den negativen Mutter-Komplex bei Frauen gefunden.

Susan Forward und Donna Frazier Glynn haben sich in ihrem Buch „Wenn Mütter nicht lieben – Töchter erkennen und überwinden die lebenslangen Folgen“ zwar mit den Traumata durch sich pathologisch verhaltene Mütter in vielen Fallbeispielen befasst, aber für mich persönlich werden die Folgen gerade bei Frauen noch viel zu wenig beleuchtet und dargestellt.

Ich „durfte“ reichlich Bekanntschaft mit Frauen mit negativem Mutter-Komplex machen, konnte deren Verhalten aber erst lange Jahre nicht deuten oder ihnen gar einen – für mich stimmigen – Namen geben.

Auffallend sind aber durchgängig bestimmte Verhaltensweisen bei diesen Frauen:

  • sie haben oftmals ungesunde/zerstörerische Beziehungen
  • sie haben oftmals ein mehr oder weniger vorhandenes Sucht-Verhalten (stofflich oder auch nicht stofflich gebunden)
  • sie sind mehr oder weniger sehr eifersüchtig (auch, wenn es gar keinen Grund gab)
  • sie sind oftmals entweder sehr hart mit sich selbst und/oder ihren Kindern
  • sie sind im Gegensatz dazu total überbehütend, grenzenlos und die „Super-Mama“ (oder stellten sich gerne so dar)
  • ihr Zorn und ihre Wut sind immer mehr oder weniger auffällig, sobald sie diesen äußern und wird dann im Verlauf schon mal bis öfter dann sehr primitiv und hasserfüllt
  • der Bezug zu ihrer eigenen, erwachsenen Weiblichkeit fehlt völlig
  • sie manipulieren in meist gleicher Art und Weise – Männer und Frauen gleichermaßen, um ihre Bedürfnisse befriedigt zu bekommen – von „klebrigen“ Schmeicheleien, üblen Beschimpfungen, pathologischem Lügen bis hin zu Selbstmordandrohungen ist alles dabei
  • sie sind nie wirklich herzlich und von warmer Ausstrahlung
  • sie kämpfen gegen andere Frauen (mehr oder weniger unterschwellig bis sehr offen aggressiv), die ihnen entweder nicht das geben, was sie wollen, sie in Frage stellen oder sie „verlassen“. Um letzterem vorzubeugen, verlassen sie selbst.
  • sie projizieren – genau wie ihre „männlichen Kollegen“ ihre eigenen, unreflektierten Anteile auf andere…das sog. selbst erschaffene und „geeignete“ Feindbild

 

Persönlichkeitsstörungen als Folgen unverarbeiteter Mutter-Traumata

Ich bin heute und nach reichlich Erfahrungen mit sog. Mutter traumatisierten Menschen und in Folge von schädigendem Verhalten in Beziehungen, Freundschaften etc. der Meinung, daß die Folgen von Traumata durch Väter schon gravierend sind oder sein können. Die Folgen von einer unaufgearbeiteten Mutter-Traumatisierung aber halte ich – je nach Schweregrad – für weitaus gravierender und auch nachhaltiger im negativen Sinn.

Ich habe selten soviel Zerstörungswut und Destruktivität erlebt, wie in Folge von einem Trauma durch die Mutter, wenn es nicht gründlich aufgearbeitet wurde. Die Wunden durch eine Traumatisierung durch die Mutter (oder anderen weiblichen Bezugspersonen in der Kindheit und Jugend) sind so elementar – nicht nur in den Situationen an sich, sondern auch in der Folge als NICHT-Erwachsener in seinen späteren NICHT-Beziehungen, sondern Bedürfnis-Erfüllungs-Verbindungen – daß die Wahrscheinlichkeit von pathologischem Verhalten bis hin zu Persönlichkeitsstörungen sehr hoch ist.

  • Narzissmus
  • Psychopathie
  • Soziopathie
  • Borderline

sind wohl die am häufigsten auftretenden Persönlichkeitsstörungen – behandelt/therapiert oder auch nicht (als solche erkannt).

Mein eigener Weg an der Stelle

Meine Kindheit und Jugend war auch alles andere als „heile Welt“. Durch die Kriegsgeschichten meiner Eltern als sog. Kriegskinder und ihre eigene Erziehung mit entsprechenden und für die Zeit damals üblichen Methoden wuchs auch ich entsprechend auf mit entsprechenden Folgen für mich selbst.

In Therapien, aber auch durch einen weit über 10 Jahre anhaltenden Kontakt-Abbruch meinerseits zu meinen Eltern habe ich Stück für Stück meine Geschichte aufgearbeitet und reflektiert.

Durch den Tod meines Vaters Anfang diesen Jahres hat sich der Kontakt zu meiner Mutter wieder eingestellt und hat einen sehr guten Verlauf, in dem sehr viel von beiden Seiten aus auf erwachsener Ebene geklärt wird.

Das geht nicht in allen Fällen und ist auch nicht als Anspruch zu erwarten. Die Eltern leben entweder beide nicht mehr oder es ist schlicht und einfach besser, weiterhin keinen Kontakt mehr zu haben, weil beide Seiten nicht mehr zueinander finden.

Damit verbaut sich aber z.T. die Möglichkeit, noch Dinge zu erfahren, die für das eigene Verstehen, Reflektieren, aber auch Revidieren und vor allem wachsen und reifen in der eigenen Persönlichkeit, schlussendlich aber auch dem Befrieden von Eltern-Kind-Konflikten nötig sind.

Oftmals wird aber auch genau das gar nicht gewünscht oder versucht, zu erreichen, denn es ist soviel „einfacher“, weiterhin das Opfer seiner Mutter zu sein und dementsprechend unreif bis hin zu schädigend anderen gegenüber zu agieren. Verantwortung übernehmen diese Menschen natürlich nicht – für gar nichts. Sie treten aus und machen den Getretenen dann noch dafür verantwortlich und überziehen ihn mit Häme (klassisch narzisstisches Verhalten).

Mein persönliches Fazit:

Nach für mich jetzt wirklich ausreichenden Erfahrungen mit „Mutter-Baustellen“ in allen Schattierungen und entsprechenden Folgen sind Menschen mit genau diesen Baustellen absolut tabu. Nichts ist zerstörerischer und giftiger als solche Verbindungen mit der Projektion der „vergifteten Kindheit“ durch die Mutter ohne Reflektion der Betroffenen.

Beschimpfungen auf unterstem „Niveau“, massive Lügen, Angriffe auf diversen Ebenen in bestimmter Form zeigen deutlich die Pathologie im Verhalten solcher Menschen, wenn sie ihre eigene Mutter-Geschichte auf andere projizieren. Die narzisstische Wut und Aggression bis hin zum blanken Hass ist dabei einer der Indikatoren für eine massive und unreflektierte Mutter-Verletzung.

„Sich selbst in erster Linie eine gute Mutter sein zu können, erledigt mit einem Mal den ewigen Kindheitsanspruch, dauerhaft versorgt zu werden, ohne selbst etwas dafür tun zu müssen. Das ist Erwachsensein und Reife.“~ Pantha Mahamati

 

 

 

 

 

 

 

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