Warum Du Deinen Dornröschenschlaf beenden musst

„Wenn du in einem Brunnen sitzt, erscheint dir der Himmel wie eine kleine runde Scheibe.“ ~ Laotse

Und hier fängt alles an.

In der Realität. Nicht bei Dornröschen, die von einem Prinzen gerettet wird.

Der Prinz, der ihr alles erfüllt, was sie sich von Kindesbeinen an wünscht: nämlich einen liebevollen, fürsorglichen, sie fördernden Vater. Der sie auf Händen trägt, der ihr alle Wünsche von ihren Augen abliest. Der sie „ganz in Weiß heiratet“ und ihr die Kinder beschert, die sie sich wünscht (oder auch nicht).

Ich mag starke und autarke Frauen. Die mochte ich schon immer. Und auch ich habe bis zu einem gewissen Alter den frauentypischen Dornröschen-Schlaf gehalten…so bis ca. Anfang 20 ;).

Aber da war das Leben schon im Gange und scherte sich einen Scheiss um meine Dornröschen-Träume ;).

Ich bekam immer genau das vor die Nase gesetzt, an dem ich wachsen durfte.

Die meisten Frauen, die ich kenne, sind abhängig.

Abhängig von Zuwendung, Anerkennung, „schön-gefunden-werden-wollen“, „lieb-gehabt-werden-wollen“. Von Äußerlichkeiten, die toll gefunden werden sollen. Von den sog. inneren Werten, die bitte gesehen werden wollen und sollen. Von Zugehörigkeit, von „ich-wäre-jetzt-bereit-für-ein-Kind-bitte-mach`-mir-eins“.

Und ja, ich kenne das auch, keine Frage. All das sind zutiefst menschliche Gefühle. Gefühle von Frauen, von Mädchen, die sich ihren Weg durch ihre eigene Entwicklung oft erkämpfen müssen.

Manche Frauen schaffen es, diesem „Mädchen-Traum“ zu entkommen.

Manche Frauen leben diesen Traum ein Leben lang und fallen immer wieder auf die Nase damit.

Weil sie bedürftig sind. Weil sie „haben wollen“. Weil ihr Vater ihnen das nie geben konnte oder wollte. Weil sie einsam sind, weil sie sich unvollständig fühlen „ohne Mann“.

Frauen lernen ja auch meist nichts anderes von ihren Müttern, Großmüttern, Tanten, Cousinen.

„Ohne Mann biste nix.“ – „Ohne Mann haste nix“. – „Ohne Mann taugste nix.“ – „Ohne Mann kannste nix.“

Diese Glaubenssätze werden Frauen sehr früh und sehr tief eingepflanzt. Als Mädchen waren Frauen vielleicht noch wild. Sie waren autark, soweit möglich, denn wir waren ja als Kinder abhängig. Von den sog. Erwachsenen, die uns sagen und dahin konditionieren wollten, wie wir als Frauen zu sein haben:

– angepasst

– immer lieb

– immer unterwürfig

– immer Beifall heischend

– immer „schön und allzeit bereit“

– usw.

Dann gibt es die Frauen, die:

– immer aufmüpfig bis aggressiv sind

– nicht wirklich bindungsfähig (oder -willig)

– die Mentalität eines Pitbulls haben

– anderen Frauen ihre Partner ausspannen

– andere Frauen bekämpfen müssen

Und auch dahinter – wenn nicht zu 100 % – steckt noch viel mehr der Wunsch nach Anerkennung, Geliebt werden wollen etc.

Diese Frauen zeigen noch viel mehr ihre tiefen Verletzungen ihrer Weiblichkeit, zeigen sie aber in äußerst destruktiver Art und Weise; sie manipulieren beide, letztere aber sehr selbstverletzend – ohne, daß ihnen das vielleicht klar ist.

Was zum Ende des Dornröschenschlafes führen kann:

– gerade, wenn Frauen in einer missbräuchlichen Beziehung waren oder sind, ist es absolut notwendig, all die destruktiven Muster zu hinterfragen, die sie dahin gebracht haben:

– warum gerade ich in dieser Beziehung?

– welche Rolle habe ich darin gespielt oder spiele sie immer und immer wieder?

– was will ich immernoch „haben“ und worüber definiere ich mich überhaupt in einer Beziehung mit einem Mann, der gar nicht fähig ist, eine wirkliche Partnerschaft auf Augenhöhe zu führen?

– wo suche ich immernoch im Mann meinen Papa und seine Anerkennung, seine Liebe, seine Fürsorge?

Wenn sich Frauen nicht auf ihren ganz eigenen Weg machen, all diese Muster in sich selbst zu erforschen, sich immer und immer wieder an den gleichen Typus Mann wenden, um diesen – statt sich selbst – oder den Vater zu „heilen“, wird es nichts mit Autark-sein. Es kann gar keine gesunden Beziehungen, geschweige denn Partnerschaften geben. Es sind und bleiben schlichtweg Abhängigkeitsverhältnisse, die gegenseitig bedient werden.

Es bleiben:

– Eltern-Kind-, bzw. Vater-Tochter-Verhältnisse

– Versorgungs-Verhältnisse

– Kompensations-Verhältnisse

– etc.

Hat das etwas mit einer echten Mann-Frau-Partnerschaft zu tun?

Mit einer wirklichen Gefährtenschaft?

Nein. Gar nichts von dem.

Wenn eine Frau nicht in sich klar ist, was sie selbst in all ihren Grundstrukturen betrifft, dann rattert sie von einer Bedürfnis-Erfüllungs-Anstalt in die nächste.

Kann frau machen. Klug ist das nicht. Und schlussendlich nimmt sie immer mehr ab in ihrer ursprünglichen Weiblichkeit (die es bei den meisten Frauen überhaupt erstmal zu entwickeln gilt) und gibt immer mehr von sich her.

Wenn Frauen in ihre wahre Stärke kommen, sind sie wahrhaftig und damit bei weitem anziehender als das dependente kleine Mädchen, das immernoch darauf wartet, daß „ihr“ Prinz endlich die Dornenhecke mit seinem Schwert durchschlägt und sie „rettet“.

Und dann „brauchen“ sie weder einen Mann, um sich vollständig zu fühlen, noch brauchen sie „klein-Mädchen-Träume ganz in weiß“.

Ich habe drei Ehen hinter mir.

Die erste war genauso ein „klein-Mädchen-Traum“ und ganz schnell wieder beendet.

Die zweite war mit dem Vater meiner Kinder und bis heute meine einzig wahre Ehe.

Die dritte war mit allem, was sie mit sich brachte, genau das, was ich brauchte, um endgültig in meine Freiheit zu gehen.

Frauen, die sich nicht mehr blenden, benutzen und manipulieren lassen, sind „gefährlich“. Sie „taugen“ nichts für die meisten Männer.

Aber mal ganz ehrlich unter uns Betschwestern…was ist wichtiger?

Mir ist meine Freiheit das höchste Gut. Nur von diesem Standpunkt aus kann ich eine wirkliche Gefährtin für einen Mann sein, der genau diese Prozesse mit sich und seinen Frauen durch hat und daran gewachsen ist.

Ich verpasse nichts. Mir fehlt nichts. Und Dornröschen habe ich längst selbst aus ihrem Dornenbusch befreit ;).

Stay strong,

Mahamati

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