Warum es Zeit ist, daß Frauen in ihre ursprüngliche Kraft kommen!

„Wenn eine Frau emporschweben will, tut sie gut daran sich auf die eigenen Flügel zu schwingen.“ ~ Malkah zu Jod. Aus „Er, Sie und Es“ von Marge Piercy
Viele Frauen (wenn nicht sogar die meisten), sind für mein Empfinden nicht in ihrer ursprünglichen und archaischen Kraft.

Viele tun so als ob, aber an vielen destruktiven Verhaltensweisen ist deutlich zu erkennen, daß sie es eben nicht sind.

Bereits in diesem Artikel:

Weibliche Führerschaft

beschreibe ich meine Haltung zu authentischen und in ihrer archaischen Weiblichkeit verankerten Frauen.

Das ist sicher ein sog. Ideal-Bild, aber für mich der einzige Weg, daß Heilung geschehen und gelebt werden kann – zunächst von den Frauen ausgehend.

Es gibt immer wieder Stimmen – und zu denen habe ich auch mal gehört – die rufen: „Aber die Männer müssen auch…!“

Ja. Einerseits.

Andererseits – und dazu müssen wir nur in die Geschichte zurückgehen – waren und sind es fast immer die bewussten (!) Frauen, die vorangehen.

Sei es durch ihre eigene Geschichte, die sie gelehrt hat, daß sie andere Wege beschreiten müssen als ihre Ahninnen und nicht mehr blind dem folgen, was u.U. durch zig Generationen hinweg einfach an die nächste Frau in der Ahnenreihe weitergegeben wird.

Sei es durch einen massiven Einbruch in ihrer eigenen Biografie oder einen heftigen Schicksalsschlag, der sie zur Umkehr und/oder Besinnung/Bewusstheit führt.

Frauen waren schon immer Heilerinnen, Kräuterkundige, Lehrerinnen, Grenzgängerinnen und Zaunreiterinnen, Sehende und Fühlende. Ihr Wissen war immer geschätzt UND gefürchtet zugleich.

Im Laufe der Evolution sind den Frauen nach und nach und mit Gewalt, Ausgrenzung etc. die Flügel gestutzt worden. Diese Frauen wurden getötet, ihren Familien entrissen oder aus der Sippe ausgestoßen.

Ihr Wissen jedoch lebt weiter – bis heute! Nur ist dieses Wissen z.T. verdreht, verbogen, nicht mehr ursprünglich oder dient nicht mehr dem ursprünglichen Sinn.

Frauen waren und sind auch immer auf ihre Art und Weise Künstlerinnen und Gebärende – eine Fähigkeit, die gerade Männer ihnen oft neiden, aber auch Frauen untereinander.

Konkurrenz – Futterneid – Männerneid – Versorgungsneid – Kreativitätsneid.

Destruktive Eigenschaften, die heute sogar sog. Frauen-Zirkel bestimmen. Ich habe selbst dazu reichlich bebobachten und erleben dürfen. Oft halten Frauen solange zusammen, bis ein Mann auftaucht oder eine dritte Frau in eine sog. Frauenfreundschaft kommt.

Besonders der „Kampf um einen Mann“ ist – evolutionär sowieso übrig geblieben 😉 – aber für mich mit das Destruktivste, was Frauen untereinander sich antun können. Anstatt sich auf sich und eine gute Gemeinschaft von Frauen zu konzentrieren, scheren diese Frauen aus und meinen, das bei einem Mann zu finden, was dieser ihnen niemals geben kann.

„Was Du auch tust, Du kriegst keine Milch beim Ziegenbock.“ ~ Clarissa Pinkola Estes aus ihrem Buch „Die Wolfsfrau“

Eine gestandene Frau weiß um ihren Mangel an „Muttermilch“ und kümmert sich um diese Wunde, diesen Mangel. Sie heilt ihn und heilt damit andere Frauen, anstatt diesen im Mann heilen zu wollen. Erst wenn eine Frau gerade an der Stelle geheilt ist, ist sie überhaupt bereit und fähig, eine gute Gefährtenschaft mit einem ebenso in seiner archaischen Kraft befindlichen Mann zu führen.

Der weitere Mangel vieler Frauen und auch oft weitergegeben in Familien besonders mit mehreren weiblichen Geschwistern ist die Botschaft:

  • „Wer ist die bessere Frau?“

Das sog. Besser-Sein erzeugt eine lange Kette von Konkurrenz, von Destruktivität, von einem ständigen offenen oder unterschwelligen Kampf-Modus bei und unter Frauen.

Gerade unter den sog. „spirituellen“ oder „alternativen“ Frauen habe ich diesen Kampf-Modus beobachten können. Anstatt sich zu ergänzen, sich gegenseitig zu fördern, werden andere Frauen, die sich ebenfalls auf diesen Pfaden befinden (bewusst oder unbewusst) ausgegrenzt, angegriffen oder schlecht gemacht. Ich habe mich schon lange aus diesen Feldern entfernt, lebe und mache mein eigenes Ding mit Frauen an der Stelle, die ebenfalls die Intention der Unterstützung und Ergänzung haben und sich nicht gegenseitig vom Platz schmeißen müssen. Gerade hier und in dieser Haltung ist wieder eindeutig das Ursprungs-Thema „Mangel an…“ zu spüren und zu erleben.

Die Fähigkeit, kollektive Inhalte im Traum zu erfahren, ist mir zum Glück gegeben, war aber in den letzten Jahren verloren gegangen.

Heute nacht hatte ich endlich wieder und als Resultat eigener Überlegungen in den letzten Tagen dazu einen solchen Traum:

  • in einem Raum lagen viele Frauen auf dem Boden – still und mit Seilen angebunden. Sie alle starrten regungslos an die Decke dieses Raumes.

Natürlich gehöre auch ich selbst oder ein Teil von mir zu diesen Frauen, selbst, wenn ich im Traum durch diesen Raum zwischen den Frauen herging und sie ansah. Natürlich gehe auch ich als Frau mit diesem Thema in Resonanz.

Ich empfinde die meisten Frauen als „gefesselt und angebunden“ und die wenigsten als wirklich losgelöst und vor allem in ihrer vollen Kraft befindlich.

Das ist für mein Gefühl schon an den vielen Frauen zu sehen, die sich in destruktiven Beziehungen, Freundschaften etc. befinden. Und ja, ich war auch in diesen destruktiven Verbindungen, weil ich einen ganz wichtigen Teil in mir nicht oder nicht ausreichend gelebt habe:

  • meinen individuellen Ausdruck, meine Form von Kunst

Ich ließ sie unterdrücken…in meiner Kindheit, später in meinen Beziehungen. Ich folgte diesem destruktiven Muster und unterließ es, andere, nämlich nahestehende Menschen, unter Umständen nicht mit ihrem eigenen Gefesselt- und Angebundensein zu konfrontieren.

Aber es machte mich immer wieder enorm wütend, und ich blieb lieber in dieser eigenen Destruktivität, als meine Form von Kunst auszudrücken.

Kunst ist kein vorgegebenes „Ding von…“. Für mich persönlich hat Kunst immer sehr viele Formen. Das Wichtigste für mich daran ist: daß die Kunst, die ich gerade lebe, mich selbst satt macht, mich erfüllt. Eine Erfüllung, die ich niemals so in einer Beziehung oder in anderen zwischenmenschlichen Zusammenhängen erfahren kann – es ist schlichtweg unmöglich.

Gerade Kunst zu leben – egal wie – ist für mich immer ein ganz wichtiges Tool, ein ganz wichtiges Werkzeug, um Verbindungen zu anderen Menschen zu schaffen, insbesondere unter Frauen. Vielleicht ist es das, was Marina Abramovic sagt:

  • „Ich diene einem Ziel, d.h. ich übermittle… eigentlich kanalisiere ich die Ideen der Kunst. Wenn ich mich als Künstlerin vorstelle, stellt sich bei mir sofort das Bild einer Brücke ein.“

Das Bild der Brücke…und einer meiner liebsten Berufswünsche war u.a. Brückenbauerin zu werden – ist für mich ein wunderbares Symbol für die Heilung des Weiblichen im Kollektiv.

Wenn viele Frauen diese Brücken bauen – egal mit welcher Form von Kunst – dann hat alle Destruktivität gerade unter Frauen, aber auch in Beziehungen etc. keine Chance mehr.

Wo Verständnis, gegenseitige Unterstützung und Förderung jeder Frau in ihren Zirkeln und damit in Auswirkung auf das kollektive Weibliche gelebt wird, haben Anfeindungen, Konkurrenzkämpfe, Neid, Stutenbissigkeit, Mangel und sämtliche Auswirkungen von „mangelnder Muttermilch“ keine Chance mehr.

Wo das Weibliche heilt, heilt auch das Männliche. Wo die Frauen in ihrer archaischen Kraft leben, können auch die Männer in ihre archaische Kraft kommen. Es sei denn, ihre uralte Angst vor dem „vernichtet und verschlungen werden“ überwiegt, denn das ist meines Erachtens nach die größte Angst, die Männer umtreibt mit allen (psychotischen) Auswirkungen. Eine Ur-Angst, die jegliche Form von gesunden Gefährtenschaften hintertreibt, torpediert und zerstört.

Schlussendlich und mit wirklich tiefem und gelebtem Verständnis all dieser kollektiven Inhalte und der Heilung derer kann genau das entstehen:

  • „Die höchste Kunst bedarf des Erklärens und aller angewandter Psychologien nicht. Sie stellt ihre Gestaltungen hin und vertraut ihrem Zauber, ohne das Nichtverstandenwerden zu fürchten.“ ~ Hermann Hesse

 

 

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