Was eine destruktive Beziehung verändert

„Veränderungen in unserem Leben haben die wunderbare Dynamik der Bewegung inne. Wer das nicht mag, der möge doch gern auf seinem ausgelatschten Schemel sitzenbleiben, das Leben an sich vorüberziehen lassen und…auf ewig in seinem Amöben-Zustand verharren.“ ~ Pantha Mahamati

Nach einer missbräuchlichen und damit destruktiven Beziehung bleibt kein Stein mehr auf dem anderen – bei mir zumindest nicht.

Wenn wir aus einer solchen Beziehung ausbrechen, rausgehen, dann hat es schon ein massives Schlachtfeld im Vorfeld gegeben.

Ich muss an dieser Stelle nichts mehr zu narzisstischem Missbrauch schreiben – die Thematik habe ich auf diesem und auf meinem alten Blog, sowie in sehr umfangreichen Recherchen über einen längeren Zeitraum komplett zerlegt und bis in die tiefsten Tiefen erforscht.

Mir geht es in diesem Artikel um die Veränderung in mir selbst nach einer solchen Beziehung und die Hoffnung darauf, daß alle (ehemals) Betroffenen sich nicht nur selbst wiederfinden, sondern auch aus den Erfahrungen das Bestmögliche für sich mitnehmen.

Wie bin ich in diese Beziehung gegangen?

  • mit Hoffnungen
  • Gefühlen
  • Wünschen
  • Plänen
  • dem Wunsch nach Ankommen
  • jemandem oder beiden ein Zuhause schaffen
  • die eigenen Gedanken und Welten teilen
  • aneinander wachsen und miteinander gut sein…einen guten Lauf in Gemeinschaft, Gefährtenschaft leben
  • sich gegenseitig unterstützen und im „wir“ sein
  • dem Glauben daran, daß der Mensch an sich gut ist

Wie war ich in dieser Beziehung?

  • verwirrt von Anfang an…denn es stimmte direkt einiges nicht
  • wie benebelt und das mehr und mehr
  • abhängig
  • mehr und mehr saft- und kraftlos
  • mehr und mehr traurig
  • mehr und mehr meiner Wurzeln beraubt
  •  mehr und mehr meinerselbst beraubt
  • mehr und mehr abgewertet
  • mehr und mehr angebrüllt
  • mehr und mehr einfach nur noch beschissen

Wie war ich kurz nach der Trennung und während meines Aufenthaltes in Frankreich?

  • wie in der Beziehung
  • völlig haltlos und verwirrt
  • völlig ohne zuhause
  • desolat auf allen Ebenen
  • aber nie ohne meine Anbindung nach oben

Wie habe ich mich entwickelt in den letzten 1,5 Jahren?

  • trotz extremer Erschöpfung einfach weitergemacht
  • mein Leben wieder eingerichtet
  • meine Kraft-Quellen wieder angezapft…Musik, Fotografie, Natur, meine Freunde, das Schreiben und meine Form der Spiritualität
  • völliger Rückzug über Monate von allem gesellschaftlichen Leben – ich musste viel, viel Zeit mit mir verbringen um in meine Kraft zurückzufinden
  • trotz widerlichen Angriffen von mir bekannten Personen keinen Millimeter weit von mir weichen
  • seit 4 Monaten kann ich sagen, daß ich konstant und mehr denn je in meiner Kraft bin – es ist kein Anknüpfen an meine vorherige Kraft, es ist etwas ganz anderes und neues; ich brauche keine Mittelchen mehr, um irgendeinen Wahnsinn zu überstehen und auf die Dauer zunehmende körperliche und seelisch-geistige Symptome zu überwinden
  • ich habe meine alte Liebe zur Kunst wieder aufgenommen, erstmals und ohne Wissen einfach begonnen, mit Acryl zu malen – ohne jeglichen Anspruch an irgend etwas oder irgendwen…es darf fliessen
  • die nächste…oder allererste…Liebe zur Musik wieder aktiviert. Ich habe immer sehr viel und sehr verschiedene Genres von Musik gehört, aber auch das wurde weniger und weniger. Heute gilt der grösste Teil meiner Freizeit wieder meiner Mucke…ich lebe halt in Bildern, Tönen und Melodien.
  • meine vielen Pflanzen wachsen wie doof und treiben aus, als gäb´s kein Morgen mehr ;)…sie haben all die Jahre mitgemacht, die Reise in den Süden und zurück…sie entwickeln Symbiosen…drei Pflanzen in einem Topf…selbst der in Frankreich vergessene Asparargus hat sich wohl zu der Zeit selbst ausgesät, geruht und wächst jetzt…zart, aber gleichzeitig voller Kraft
  • ich habe Freundeskreise durchkämmt und das verabschiedet, was nicht mehr tragfähig war – auch nach langen Jahren.
  • ich habe gelernt, daß Verrat die höchste Form von Anerkennung ist, aber auch die höchste Form von Hilflosigkeit, Schwäche und Ohnmacht jener, die verraten.
  • ich höre nur noch auf mein Bauchgefühl und kann Menschen noch besser lesen als vorher
  • ich habe gelernt, in gewissen zwischenmenschlichen Zusammenhängen einfach mal die Klappe zu halten – und mir meinen Teil zu denken ;).
  • ich habe wieder mal feststellen dürfen, daß mir gewisse weibliche Gene einfach mal fehlen und bin sehr dankbar für die Frauen an meiner Seite, die das entweder ausgleichen oder genauso unterwegs sind wie ich 😉
  • ich schätze die Freundschaft eines Mannes, der mir mein Lachen und meine Musik zurückgebracht hat – wir haben schöne Begegnungen, und ich habe wohl gefühlte 20 Jahre nicht mehr soviel gelacht ;).
  • ich bin sicherlich noch nicht soweit, wieder eine Beziehung einzugehen…ich liebe meine Freiheit sehr, und beim geringsten „Stall-Geruch“ gehe ich direkt auf Abstand.
  • ich kann mich selbst noch direkter im Umgang mit anderen beobachten und lerne…weiter und weiter…weil ich es will!
  • ich liebe mein Leben sehr, trotz immer wieder neuer Umbrüche…alles ist in Bewegung…Leben ist Bewegung, und deshalb liebe ich es auch so!
  • ich habe mich noch nie so sehr getragen und im Vertrauen gefühlt, und ich weiss: nach dem ganzen Theater und Verluste der letzten Jahre haut mich rein gar nichts mehr um! In dem Moment, wo mir klar wurde, daß diese Jahre nur eine Re-Inszenierung der Geschichte der „anderen Seite“ war, konnte ich enorm viel loslassen.
  • ich habe eine Gelassenheit entwickelt, die ich mir vor Jahren wirklich gewünscht hätte ;)…first things first and the rest…fuck it 😉
  • ich nehme erstmal alles, wie es ist und wäge sehr gut ab, wie und ob ich direkt – wie früher – (re-)agiere
  • ich bin nicht mehr über frührere Verhaltensmuster anderer oder ihren Botschaften analog zu meinen jetzt nochmal in der Tiefe reflektierten Mustern zu ködern
  • ich erlaube mir direkt, jemanden meines Zaunes zu verweisen, der seltsame Verhaltensweisen an den Tag legt…Gerüche und „Gewürze“, die mir bekannt sind halt ;). Und eine gute Köchin weiß nicht nur genau, wo welche Gewürze stehen, sondern auch, welche Dosis von welchem Gewürz sie einsetzt, um ein schmackhaftes Mahl zuzubereiten.

Und zur fast schon dauerhaften Fragestellung nach einer neuen Beziehung nach einer vorher missbräuchlichen zu kommen:

  • kümmere Dich erst mal um Dich selbst
  • höre immer auf Dein Bauchgefühl!!!
  • denke nicht…um Himmels Willen nicht, daß Du einen Partner, eine Partnerin brauchst…weißt Du, es gibt Frauen, die wollen unbedingt geheiratet werden…weil ihre Uhr für sie abgelaufen scheint…dieser Frauen-Typ bist Du im besten Fall nicht. Auch nicht eine von denen, die meinen, sie „kriegen keinen mehr ab“. Je mehr Du mit Dir sehr gut allein sein kannst, ohne Dich mies zu fühlen – eher das Gegenteil!…Dich wirklich gut zu fühlen, umso mehr bist Du bei Dir, mit Dir und sehr anziehend für andere.

Schlussendlich siegt immer das Gute und die Liebe

  • Versuche, selbst nach einer solchen Beziehung und vor allem nach einer gründlichen Aufarbeitung Dir mehr Liebe als denn je zu geben.
  • Versuche nicht weiter, Deinen destruktiven „Partner“ zu verstehen – dieser „Umgang“ mit dem nächsten Umfeld ist a) nicht normal und b) krank, gestört. Diese Art von Verhalten ist nicht mit dem normalen Menschenverstand zu begreifen. Sie leben in einem anderen Kosmos mit entsprechenden „Gefühlen“, vor allem aber mit viel negativem Zeugs und daraus folgernden Projektionen auf andere. Mach´diese Welt kurzfristig zu Deiner, wenn Du verstehen willst, Deine Geschichte aufarbeiten. Aber!!! Bleib´nicht darin hängen.

Lebe Dich. Lebe Deins. Lebe Dein Leben. Es lohnt sich…immer!

 

 

Ich möchte an dieser Stelle einfach mal wieder *danke* sagen:

  • in erster Linie meiner jetzt sturmerprobten Zähigkeit und Ausdauer (ja, die durfte ich über ein Jahr lang lernen…geht tatsächlich 😉 )
  • den Menschen, die sich nicht haben dummschwätzen lassen und an meiner Seite sind und bleiben (keine Verluste zu verzeichnen)
  • dem Universum für die konstante Führung, mich dorthin zu geleiten, wo es etwas für mich zu lernen gibt
  • denjenigen, die mich nur zu gern am Boden liegen sehen würden…Ihr seid meine besonderen Schätze und Lehrer, denn durch Euch habe ich eine enorme Kraft entwickelt, die ich sonst wohl nicht in dem Maße erlangt hätte
  • Frankreich – Du meine Seelenheimat…meine Wurzeln, mein Zuhause. In Dir liegt eine große Sehnsucht, die mich jeden Tag begleitet und mir Kraft gibt. Das Herz, daß so laut schlägt im femininen Puls, daß ich es immer spüre…jede Sekunde meines Lebens.
  • meiner Mutter, mit der sich nach dem Tod meines Vaters Anfang Januar eine ganz schöne Ebene entwickelt…ich erfahre noch viele Dinge, die mein persönliches Puzzle erweitern, meine eigene Landkarte komplettieren
  • meinem Vater, der sich diese ganze Entwicklung sicher von irgendeiner Wolke aus ansieht und lacht…er hat soviel gelacht, und trotz seiner Prügel habe ich ganz viel von diesem Menschen mitgenommen…vor allem meinen Humor und meine…ja, scharfe Zunge 😉

Ein Roh-Diamant braucht einen bestimmten Schliff, um zu seinem Glanz zu erstrahlen – wenn Dir der Mut fehlt, bestimmte Wege zu gehen, dann frage Dich:

  • was ist Deine grösste Angst und folge dem – denn dort liegt die Lösung.

 

 

 

 

 

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