Beziehungsphasen-Beziehungsunfähigkeit

„Einen Menschen lernst Du erst wirklich durch tägliche Nähe und Beisammansein kennen. Durch Distanz erhälst du zwar einen Kick, aber keine wirkliche Nähe – und die allein ist ausschlaggebend. Nur darin erkennst Du, mit wem Du es wirklich zu tun hast.“ – Pantha Mahamati

Neulich las ich mal wieder einen Beitrag zum Thema Beziehung – Beziehungsunfähigkeit – Nähe – Distanz – Beziehungsphasen

Ich bin Beziehungs-Mensch. Dennoch habe ich meine Beziehungen meist nach spätestens 4-5 Jahren beendet. Und ich habe mich gefragt, warum.

Beziehungen durchlaufen in der Regel 5 Phasen:

– die Verliebtheitsphase

– das Verliebtheitsgefühl verschwindet

– Gegensätze werden bekämpft

– das Ich, Du und Wir

– Du bist mein Zuhause

 

Jede Phase dauert – je nach Paar – unterschiedlich lang.

Beziehungsfähige Menschen, vor allem aber bewusste Menschen durchleben diese Phasen, OHNE sich zu trennen.

Sie erleben den Partner wirklich. Sie erkennen sich UND den anderen.

Und sie entscheiden irgendwann – nach dem bewussten Durchleben aller Phasen – daß sie zusammenbleiben möchten.

Sie entscheiden sich für Wachstum. Sie entscheiden sich für Veränderungen in sich selbst und innerhalb ihrer Beziehung.

Es gibt sog. Paare, die mehrere Jahre „zusammen sind“, ohne zusammen zu sein.

Sie leben keinen Alltag. Sie treffen sich, um Sex zu haben und gehen danach wieder auseinander. Was fehlt, ist wirkliche Nähe, Alltag. Was gelebt wird, ist Distanz, Fremdheit. Vertrauen kann auf so einer Basis nicht wachsen.

Es gibt Paare, die mehrere Jahre „zusammen sind“. Sie leben zusammen, unterliegen aber Zwängen.

Da gibt es dann finanzielle Abhängigkeiten – wie auch immer sich diese gestalten. Sobald diese Abhängigkeiten „erledigt“ sind, wird einer von beiden (oder beide) ausbrechen.

Der Alltag ist Makulatur, genau wie die ganze „Beziehung“. Es ist Fake, aber keine Beziehung.

Es gibt Paare, die leben auf mehr oder weniger großen Distanz. Die sog. Fernbeziehung. Auch hier: kein Alltag, keine wirkliche Nähe. Die sog. Beziehung wird zum „Urlaubs-Ziel“. Es wird eine gewisse Zeit im sich immer wiederholenden Honey-Moon verlebt, sich gemeinsame eine gute Zeit gemacht, nachgeholt, was nachzuholen ist, aber auch hier: keine wirkliche dauerhafte Nähe. Kein Alltag. Keine wirkliche Einlassung. Eher „Ferien“ mit Sex ;).

Sollte sich ein solches Paar dazu entscheiden, doch irgendwann „Alltag“ zu leben mit allem Drum und Dran, geht der Schuss nicht selten nach hinten los.

Denn Alltag heißt: ALLES vom Partner miterleben!

Bewusste Paare gehen mit ihrer Beziehung sorgsam um. Sie schauen nach einander. Sie wissen vor allem um die Wandelbarkeit ihrerselbst und ihrer Beziehung. Sie sind im Kontakt – immer und haben gemeinsame Ziele.

Das alles fehlt Distanz-Beziehungen.

Distanz-Beziehungen sind genau das, was sie aussagen: nur über eine gewisse Distanz lässt sich sowas wie eine Beziehung überhaupt leben.

Nur in dieser Distanz entsteht der Kick, den gerade beziehungsunfähige Menschen brauchen.

Beziehungsunfähige Menschen kommen meist nicht über Phase eins hinaus. Sie brauchen die sog. Verliebtheit, die Distanz (emotional oder räumlich), damit sie sich nicht verpflichten müssen. Die Verpflichtung einer wirklichen Beziehung gegenüber wollen sie nicht. Sie wollen Nähe und die Vorzüge einer Beziehung, aber dabei gleichzeitig frei sein.

Das funktioniert natürlich nur solange, wie sich zwei Menschen zusammen finden, die genau das wollen: Unverbindlichkeit.

Satt wird dabei allerdings keiner von beiden. Oft ordnet sich einer der beiden Partner dem anderen unter, um nicht alles zu verlieren.

Es ist immer eine Verbindung von einem „Hungernden“ zu einem am liebsten „Unabhängigen“. Und die geht immer zu Lasten des Hungernden. Aber auch dieser Part darf gerne in seiner/ihrer Rolle lernen.

Beziehungsunfähigkeit ist die Krankheit dieser Zeit.

Menschen sind nicht mehr bereit, gewisse Preise für eine langfristige Verbindung zu zahlen.

Und der höchste Preis ist:

– komme mindestens über Phase zwei hinaus

Ich habe reichlich Erfahrungen mit Typen der „nur Phase eins bitte“ gemacht.

Zumindest konnte ich die Beziehung bis Phase drei bringen ;).

Und dann kam die Trennung.

Bei meinen beziehungsunfähigen Partnern war an sich schon bei Phase eins Feierabend ;).

Ich sehe Beziehungen heute sehr viel anders.

Ich würde sie heute auch anders leben.

Mit einem Menschen, der mit mir gemeinsam ALLE Phasen durchläuft – denn die Phasen sind immer die gleichen.

Du erkennst nicht sofort den Unterschied von Menschen, die bereit sind, mit Dir alle Phasen zu durchlaufen.

Aber ich erkenne heute direkt die Menschen, die lediglich bereit sind, die Phase eins zu leben.

In der ersten Phase geht es lediglich um eine körperliche Anziehung. Es geht um Manipulation – schlichtweg um nichts anderes.

Wer in der ersten Phase auf gewisse Art und Weise manipuliert, der ist raus. Ich falle nicht mehr auf Schmeicheleien rein.

Warum?

Ich liebe mich selbst. Ich finde mich schön. Ich habe mein eigenes Leben, meine eigenen Interessen.

Ich weiß um mich selbst.

Die Menschen, die ausschließlich Phase eins leben möchten, sind in ihrer Pubertät hängengeblieben.

Und jetzt überlege Dir, warum Du selbst auf dieser Ebene ansprechbar bist.

Geht es bei Dir auch nur um das wiederholte Erleben von Phase eins? Dem dauernden Kick ohne jegliche Tiefe und Verbindlichkeit?

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