Keinen Sex? Das geht? Ja!

„Wenn Frauen sich einem Mann hingeben, dann nehmen sie diesen vollständig in sich auf, samt seiner Energie.“ – Pantha Mahamati

Heißes Thema…ich packe es dennoch an.

Ein Leben ohne Sex ist für viele Menschen undenkbar.

Dennoch leben viele Menschen – auch in Beziehung – ohne Sex.

Aber es wird nicht darüber gesprochen, denn…ein super-duper Sexleben gehört schließlich zum Erfolg dazu, oder? 😉

Ich lebe seit mehreren Jahren – und nach wilden Jahren, sowie einer narzisstischen Beziehung und ein paar Gänseblümchen auf dem Weg – ohne Sex.

Und jetzt bitte los…“die Alte ist frustriert“…die „Frau ist ungebumst“…“ach, deswegen ist die so frustriert“…blablabla.

Diese MeinungsmacherInnen sind übrigens diejenigen, welche die grössten Probleme mit ihrem Alleinsein haben ;).

Ich habe mich jahrelang über Sex mit Männern definiert. War ich „gut“ im Bett, war ich „gut“ als Mensch.

In meiner letzten „Beziehung“ lernte ich, wie es ist, mich sehr offensichtlich zu prostituieren. Sex gegen Geld. Sex gegen Zuwendung, die mir dieser Mann eh nicht geben konnte. Zärtlichkeit, Geborgenheit und all die sog. soft skills waren mal so gar nicht in seinem Programm. Es ging immer nur um die Befriedigung seiner Geilheit – egal, mit wem.

Ich war immer austauschbar, so wie jede Frau vor und wohl auch nach mir.

Also habe ich irgendwann den Schlussstrich gezogen.

Keinen Sex mehr, in dem ich mich wie eine Nutte fühlte. Denn genauso war es. Diese wurde lediglich auf anderer Ebene bezahlt, während ich die dreckige Wäsche gewaschen habe.

Mit diesem Entschluss war für mich klar:

– Sex nur noch mit einem Mann, mit dem es stimmt. Und sei es für eine Nacht. Wobei ich keine Frau für eine Nacht bin, auch nicht als Affäre geeignet. Das habe ich alles getestet und für mich abgehakt.

Frauen oder generell Menschen, die sich gegen Sex für nothing entscheiden, sind in unserer Gesellschaft praktisch tot. Sie leben nicht. Sie verpassen was. Sie sind einfach nicht mehr existent und sind „alt“. Zumindest „alt“ genug, um nicht mehr zur Gesellschaft zu gehören.

Ich möchte nicht zu dieser Gesellschaft gehören. Ich lebe sehr bewusst als Frau und halte das für sehr gesund.

Ich achte auf meine seelische Gesundheit.

Und dazu gehört auch, daß ich genau darauf schaue, wem ich mich nackt zeige, und mit wem ich ins Bett gehe.

Ich hatte eine Bettgeschichte mit einem Menschen nach meiner Trennung. Aber uns verband und verbindet sehr viel mehr als der Sex. Wir haben eine starke Verbindung und Freundschaft – was für uns beiden sehr viel mehr zählt, als der Austausch von Körperflüssigkeiten.

Uns verbindet Austausch, auch mal sehr Kontroverses, auch mal Sendepause über ein, zwei, drei Wochen.

Wir wissen beide: Partnerschaft ist nicht unser Weg mit einander.

Sex auch nicht.

Aber dafür ganz viele andere gemeinsame Interessen, die selbst Paare nicht miteinander haben.

Das durfte wachsen. Das durfte in Erfahrung gebracht werden. Und unser Stand miteinander ist heute klar: Freiheit für beide. Eigene Meinung für beide.

Viele sog. Beziehungen fußen auf einer sog. geilen Sexualität, die aber schlussendlich keine wirkliche Bindung, keine Innigkeit zulässt. Sie ist Konsum. Sie ist eine Station auf dem Hyper-Hyper-Leben. Mehr nicht.

Oder notwendige Pflicht. Oder nichts von alledem.

„Man“ lässt sich halt die nötige Freiheit und redet sich diese auch noch schön.

Wirkliche Partnerschaft und Gefährtenschaft beinhaltet natürlicherweise für mich auch Sex. Die Lust und die Freude am anderen.

Sie findet statt. Sie ist Bestandteil wesentlichen Wachstums innerhalb einer Partner-/Gefährtenschaft, weil sie Lust und die Freude am anderen niemals aufhören sollte.

Jede Beziehung definiert das für sich anders. Das sog. Normale ist der intime und heilige Raum einer jeden Beziehung. Und das ist auch gut so!

Denn in diesen Räumen hat niemand anderes außer den Partnern etwas zu suchen!

Für mich persönlich ist klar:

– keinen Sex mehr mit einem Mann, der nicht achtsam ist

– keinen Sex mehr mit einem Mann, mit dem ich mich leerer fühle als mit mir allein (und mit mir allein fühle ich mich sehr gut!)

– keinen Sex mehr mit Männern, die nur ihre Geilheit an mir abtoben müssen

– keinen Sex mehr, um mich als Frau oder den Mann als Mann bestätigen zu müssen

– keinen Sex mehr mit narzisstisch gestörten Männern, die immer nur sich und ihre Geilheit sehen und die Frau unter oder über ihnen völlig egal ist.

 

Und…ein Leben ohne Sex geht total gut!

Unvorstellbar? Wäre es vor einigen Jahren für mich auch noch gewesen.

Aber nur aus dem einen Grund:

– ich habe mich z.T. darüber definiert

Und an den Stellen – egal, welche – wo wir uns selbst in die Definition manövrieren – mangels Eigenwert und Selbst-Bewusstseit – sind wir Huren unseres Mangels – Punkt!

Eine gute Sexualität gehört für mich immernoch zu einer guten Partnerschaft.

Und wenn diese gerade nicht vorhanden ist aus verschiedenen Gründen oder wir gerade gar nicht den Fokus darauf gerichtet haben (so wie bei mir; mir sind andere Dinge in meinem Leben soviel wichtiger!), dann tun wir gut daran, erst einmal in uns selbst hinein zu horchen:

– was ist mir denn wichtiger? Meine seelische Gesundheit? Meine Entwicklung oder

– ein dämlicher Fick für eine Nacht?

Be strong, be careful with yourself!

Schreibe einen Kommentar