Warum uns (paranoide) Engärschigkeit keinen Deut weiterbringt

Wir kennen sie alle…die „DraufrumreiterInnen“, die „DauerwerterInnen“, die Engärschigkeit in den Köpfen mancher ZeitgenossInnen.

Zuerst:

– ich kann das auch gut ;). Nichts von dem, was ich schreibe, ist an mir vorübergezogen. Nur habe ich mir längst angewöhnt, zuerst bei mir hinzusehen und nicht beim anderen. Aber auch das ist eine tägliche Übung.

Was meine ich mit (paranoider) Engärschigkeit?

Ich meine damit die eigene und vor allem meist zu fast 100%ige Wertung über andere. Über das, was andere sind, was sie machen, wie sie leben.

Auch gern genommen bei gesellschaftlichen Themen, bei Themen, die brisant sind.

Nehmen wir die Lästerei über die sog. Coaching-Szene.

Es vergeht kein Tag, an dem bestimmte Personen aus bestimmten Personenkreisen meinen, sich über diese Szene auslassen zu müssen.

Abwertend, hetzend, lästernd. Keinen Blick mehr für Möglichkeiten außerhalb ihrer eigenen „Hoheits-Kompetenz“, sondern nur negative Äußerungen.

Verfolgungs-Wahn trifft es ganz gut. Mit einer gehörigen Portion Narzissmus durchzogen.

Aber nicht nur in diesem Bereich. Es wird gern gehetzt über alternative Heil-Methoden (ich kenne diese Austeilerei von unreflektierten Schulmedizinern seit mehr als 30 Jahren und grinse mir immer eins in die Tasche, wenn ich die Hetz-Beiträge diesbezüglich lese), über die sog. Esoterik – von der viele der HetzerInnen wahrscheinlich gar nicht wissen, was sie wirklich bedeutet.

Ja, auch die ätherischen Öle sind gern genommene Projektions-Fläche ;).

Paranoide Engärschigkeit hat viele Gesichter, zeigt aber sehr deutlich, wo bestimmte Personen mit SICH SELBST stehen. Sie wollen ihren sog. Berufs-Ethos an den Mann, die Frau bringen und sind im Orbit ihres eigenen paranoiden Kanals der vermeintlichen Konkurrenz gefangen und ihr ausgeliefert.

Oftmals, wenn ich solche Menschen lese, denke ich mir….ein wenig deftiger Sex könnte ihnen außerordentlich gut tun und ja…manchmal sind es die ganz platt-pragmatischen, saftig-urbanen Dinge, die uns wieder auf den Boden der Tatsachen bringen (können), dieser Engärschigkeit den Garaus machen, eine Entspannung zugunsten der Haltung: jeder Topf findet einen Deckel ;).

Diese Engärschigkeit, dieser Fokus auf unser kleines Bauchnabel-Universum, das uns vorgaukeln mag, daß WIR die BESTEN sind, ist sehr trügerisch. Außerdem tut sie irgendwann einfach nur weh und macht diese doofen Hämorrhoiden und zwar im Kopf ;).

Diese (paranoide) Engärschigkeit, die ihr Futter darin findet, sich besser und kompetenter als der Rest der Welt auf dem jeweiligen sog. Fachgebiet zu fühlen, ist einfach nur:

– SCHISS

Nicht mehr und nicht weniger.

Der Schiss, nicht zu genügen.

Der Schiss, beschämt zu werden.

Der Schiss, zu versagen.

Der Schiss, nicht den Ansprüchen anderer und vor allem den eigenen zu genügen.

Der Schiss, sich nackig zu machen.

Der Schiss, sich für – was auch immer – jeden Tag abzurackern und sich damit noch immer nicht besser zu fühlen.

Je mehr ich Bestimmtes lese, umso mehr sehe ich den Menschen samt seines Schisses und seiner (paranoiden) Engärschigkeit dahinter.

Die sich übrigens auch sehr gerne im Gewand der Arroganz zeigt. Im Gewand der Wertung über andere. Im Gewand der Zeugung von Zwietracht. Im Gewand der Instrumentalisierung anderer. Im Gewand der sogenanten Internalisierung. Im Gewand der Verbrüderung und Schwesternschaft.  Und so weiter und so fort.

Das Gewand mag andere Formen, Gestalt und Farben haben – es bleibt die eigene (paranoide) Engärschigkeit.

Wir alle haben Prinzipien – auch ich.

Aber für mich persönlich besteht ein himmelweiter Unterschied zwischen dem Leben von Prinzipien – was keinerlei Aufhebens braucht – und dem engärschigen, paranoiden Denken und Handeln.

Das authentische Leben von Prinzipien fußt für mich auf Stärke, Mut und Reflektiertheit.

Das (paranoide) engärschige Dasein fußt für mich immer auf Angst und dem Gefühl des eigenen Minderwerts.

Kompensation benötigt genau dieses Futter: das Gefühl des eigenen Minderwertes.

Alles andere basiert und geschieht aus reiner Freude und Lebenslust.

 

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