Warum wir uns (scheinbar) immer identifizieren müssen

Es kann sein, daß ich mich mit diesem Artikel ins Aus schiesse, das nehme ich aber gern in Kauf.

Es geht hier um Identifikationen – mit was oder wem identifizieren wir uns?

Und vor allem: WARUM????

Die einen identifizieren sich mit Krebskranken, die nächsten mit Obdachlosen. Die wieder Nächsten mit geschlagenen Kindern, die wiederum Nächsten mit missbrauchten Frauen.

Die nächsten mit Flüchtlingen, die wieder nächsten mit den „armen Männern“ oder mit den „armen Frauen“.

Die Reihe ist endlos.

Fakt ist:

– wenn wir uns mit einer oder mehrerer dieser Gruppen identifizieren, dann haben wir selbst ein Thema damit.

Und die Überschrift lautet:

– wir verhaften uns selbst im OPFER-Modus!!!

Damit meine ich nicht, wir dürfen kein Mitgefühl haben.

Damit meine ich nicht, daß wir nicht spenden dürfen.

Damit meine ich nicht, daß wir nicht unterstütztend arbeiten dürfen.

 

Mir geht diese Identifizierung auf die Naht, denn daran ist für mich in den allermeisten Fällen was oberfaul!!!

Da ich das selbst von mir kenne, und es sehr eingehend reflektiert habe – bei mir waren es die Flüchtlinge, und ich habe eine Vertriebenen-Geschichte in meiner Familie – weise ich in diesem Artikel so explizit darauf hin.

Wir machen uns keine „Freunde“, wenn wir:

– nicht mitjaulen

– nicht Petitionen unterzeichnen

– nicht mit in den Klage-Gesang einstimmen

– nicht solche Beiträge teilen

– etc.

 

Wenn Du also sehr stark in Deinem Gefühl zu jedweden sog. „Randgruppen“ bist, dann hinterfrage Deine Intention!!!

Warum fühlst Du Dich besonders „hingezogen“ –  zu was oder wem auch immer?

Vor allem frage Dich: was hat das mit Deiner eigenen Geschichte zu tun?

Was hat es mit Deiner aktuellen Lebens-Situation zu tun?

Was hat es mit Deiner eigenen Vergangenheit zu tun?

Was hat es mit Deiner Familie und deren Geschichte und Mustern zu tun?

 

Und die wichtigste Frage:

– was hat es mit DIR AKTUELL (noch) zu tun???

Ich selbst habe mich über einige Zeit zu

– Flüchtlingen

– missbrauchten Frauen

– Schwächeren jedweder Art

hingezogen gefühlt.

Aber das waren MEINE eigenen Themen!!!

Und es gilt hier, die alte und ursprüngliche Thematik von DEINER abzutrennen, das genauestens zu reflektieren!

Wenn Du Dich damit identifizierst, dann gehst Du in die Opfer-Rolle!!!

Willst Du das???

Willst Du diese Thematik fortführen in Deinem eigenen System und Dich davon behindern lassen?

Wir alle haben unsere Themen, aber wir sind auch alle im günstigsten Fall dazu in der Lage, genau diese Themen zu hinterfragen und zu ändern!

Du darfst weiter spenden.

Du darfst weiterhin sog. Opfer unterstützen.

Du darfst Dich weiterhin für sog. Minderheiten einsetzen.

Aber frage Dich immer:

– WAS genau ist MEINE INTENTION???

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