Wie und warum uns das Netz verändert, und was wir dagegen tun können

„Die hauptsächliche Falle im Netz besteht darin, daß wir unsere Persönlichkeit verändern. Nichts gibt uns mehr Gelegenheit, uns weiter von uns selbst entfernen und nur noch ein Diener von den Geschichten anderer Menschen zu sein.“ – Pantha Mahamati

 

Ich kenne ein paar wenige Menschen, die nicht auf den sog. sozialen Netzwerken unterwegs sind. Sie wollen es nicht, sie meiden es, ihr Leben im Netz „auszubreiten“ oder sich gar „angreifbar“ zu machen.

Bedingt kann ich diese Argumente nachvollziehen. Oder schreibe ich besser, daß ich sie besser nachvollziehen kann, nachdem ich selbst Betroffene einer äußerst primitiven und asozialen Verleumdungs-Kampagne war.

Aber habe ich deshalb meine Aktivität in den sozialen Netzwerken sein gelassen? Mein Konto gekündigt? Mich „unsichtbar“ gemacht?

Nein, und ich hätte allen Grund dazu gehabt, denn wer jemals mit durchgeknallten und hass-zerfressenen Psychopathen zu tun hatte, weiß, wovon ich spreche.

Ich habe mich weder abgemeldet, noch mich vor diesen bewusst übergriffigen und kriminellen Attacken soweit zurückgezogen, als daß ich nicht mehr „sichtbar“ war, zudem auch Freunde von mir angeschrieben und bedroht wurden.

So eine „Hausnummer“ kann die Persönlichkeit, das Wesen eines Menschen verändern – wenn er oder sie nicht die Stärke besitzt, sich darüber hinwegzusetzen und den eigenen Platz nicht zu räumen.

Was ich aber in dieser Attacke und auch ansonsten schon über einige Jahre – und in den letzten 3-4 Jahren nochmal mehr – beobachte:

– das Netz verändert einige Menschen grundsätzlich.

Für mich ist gerade die Plattform Facebook ein Tummelplatz für alle möglichen Themen, Menschen, Interessen-Gruppen, Meinungsmacher, selbst ernannte Gurus und ihrem „Gefolge“.

Es wird geschleimt und gebasht, was die Tastatur hergibt, und ich bin mittlerweile an den meisten Stellen nur noch angewidert.

Von der Hetze, der Lobhudelei, den Schleimspuren, dem täglich gepflegten Netz-Narzissmus.

Und ja…gerade Lobhudelei, Schleimerei kann den eigenen – wenn auch bis dato nicht „entdeckten“ oder „gelebten“ Narzissmuss sehr in schwindelnde Höhen katapultieren. Wenn Menschen eine gewisse Netz-Präsenz haben, haben sie auch „follower“, „Anhimmler“ und „Anhimmlerinnen“, genauso wie sog. Feinde, Neider und sonstwie Missgünstige.

Beides kann das Wesen, die Persönlichkeit verändern. Nicht möglich, werden jetzt einige ausrufen. Ein Wesen, eine Persönlichkeit ist nicht zu verändern.

Es gibt reichlich genug Untersuchungen und Statistiken dazu, daß genau das aber stimmt. Menschen können sich durch das Netz mehr oder weniger stark verändern.

Es sind diejenigen, die besondere Aufmerksamkeit brauchen (Narzissten) und sich aller möglichen Geschichten und Hetzereien über andere (auch „nett“ verpackt) bedienen, um den Beifall ihrer schleimenden Gemeinde zu erhalten.

Es sind Rassisten, die mit ihren Parolen gegen Minderheiten im Netz rumschwadronieren, um ihr destruktives Gedankengut zu verteilen und weitere Anhänger und „Fans“ zu finden.

Es sind Menschen, die ihre eigenen Lebens-Lügen und auch z.T. miserablen Lebensumstände instant-mässig für´s Netz verpackt mit 2,3 Klicks über Foto-Apps pimpen können und sich damit Tag für Tag präsentieren.

Es sind Menschen, die auf den Geschmack kommen, wenn sich eine Gemeinde um sie herum ansammelt, die sie anhechelt und dann entsprechend ihre Persönlichkeit, ihr Auftreten ändern.

Es sind Menschen, die oftmals nur noch für ihr Online-Leben funktionieren, PN´s beantworten, auf alles und jeden reagieren, sich ein sog. Menschenbild durch ihre Netz-Aktivität und andere (Fake-) Persönlichkeiten machen oder selbst sog. Menschenbilder formen, indem sie schlecht über andere reden.

Ich frage mich oft, wieviel ist an Menschen noch „echt“ und wieviel ist „fake“?

Wieviel Persönlichkeit ist noch authentisch oder wieviel Persönlichkeit entwickelt sich in Richtung Narzissmus oder sage ich einfach einem süchtigen Bedarf nach Aufmerksamkeit?

Ich finde diese Entwicklung sehr bedenklich. Ich merke, wie sich Menschen verändern (nicht mein persönliches Umfeld, zum Glück!). Ich merke, daß ich mit diesem ganzen „Netz-Getue“ nicht mehr kann…gar nicht mehr.

Vielleicht bin ich „zu oldschool“…aber ich bin es gerne! Diese Selbst-Darstellerei geht mir auf den Senkel. Und diese ganzen Cliquen von Stiefelleckern und Stiefelleckerinnen auch.

Es gibt einen markanten Unterschied zwischen Selbst-Darstellerei und der Freude, die eigene Freude mit anderen zu teilen!

Denn da liegt ein wesentlicher Punkt:

– diejenigen, die aus Freude an der eigenen (Schaffens-Freude) Inhalte mit anderen teilen, erfreuen sich auch an der Freude der anderen: soziales, aktives Netzwerken

– diejenigen, die nur aus einem Drang der eigenen Selbst-Darstellung Inhalte mit anderen teilen, erfreuen sich vor allem und ausschließlich an der Schleimspur, die ihnen zu Füßen ausgelegt wird: asoziales, egomanes NICHT-Netzwerken

Wenn Du noch immer meinst, das Netz, die sog. sozialen Netzwerke können Menschen nicht in ihrer Persönlichkeit und ihrem Wesen verändern, dann lies den Text gerne nochmal und beobachte Deine eigenen Felder.

Der beste Schutz gegen diese täglichen Manipulationen ist übrigens:

  • ein eigensinniger Freigeist zu sein, der – völlig unabhängig von jeglichen Schleimspuren ist und –  sehr klar mit sich lebt und sich fortwährend reflektiert.

 

 

 

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